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Gentz ; Gentz, Elisabeth und Florentine
An Elisabeth und Florentine Gentz, Wien, 10. November 1831, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39601 1831

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id951
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Gentz, Elisabeth und Florentine
LocationWien
Date10. November 1831
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39601
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
Places of printEckardt, Staatsschriften und Briefe, II, 299-301
IncipitIch erhielt Dein Schreiben vom 27ten
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Elisabeth und Florentine Gentz Wien, 10. November 1831 Wien den 10 November 1831 Ich erhielt Dein Schreiben vom 27ten v. M. in dem Augenblick, wo ein Courier nach Berlin expedirt werden sollte, und hatte nur noch die Zeit, Dir durch Werner die [ges] gewünschte Chocolate zu schicken, die Dir hoffentlich recht schnell zugekommen ist. Heute melde ich Dir eine Nachricht, die für mich nichts weniger als erfreulich seyn kan, die ich aber Euch, Meine liebe Schwestern, mit Vergnügen zu empfangen g e s t a t t e n will, weil sie Euch einige frohe Stunden verheißt. Fanny's Reise nach Berlin wird in einigen Tagen Statt finden; sie konnte nicht länger // verschoben werden, ohne daß sie das contractsmäßige Recht eines dreymonatlichen Urlaubs, der nach den Worten des Contracts vom 18ten September an laufen sollte, und den der Theater-Director Duport durchaus nicht bis ins Frühjahr verlegen wollte, gänzlich verloren hätte. Unter diesen Umständen konnte ich, da Dir meine Grundsätze über diesen Punkt bekannt sind, nichts anders thun, als mich dem Schicksal unterwerfen. Wenn Fanny auch allein stände, wenn sie auch nicht auf ihre Schwester, und auf ihre Mutter, mit welchen beyde sie in der glücklichsten Eintracht lebt, Rücksicht zu nehmen hätte, so würde ich ihr dennoch nicht // zumuthen, auf eine für ihren Ruhm, und für ihren Beutel so wichtige Reise Verzicht zu leisten. Die Furcht vor der Cholera, von welcher ich, wie Du weißt, nie sonderliche Notiz genommen habe, kömmt heute so gut als gar nicht mehr in Anschlag; und es sind übrigens von Berlin aus so wiederholte und dringende Einladungen an sie ergangen, daß sie schon in dieser Beziehung, wenn auch Duport sie weniger gedrängt hätte, nicht viel länger hätte zögern können. M i r werden die drey Monate ihrer Abwesenheit lang und sauer genug werden. Ich bin jetzt an ihren Umgang so // a u s s c h l i e ß e n d gewöhnt, finde darin so sehr meinen einzigen Genuß, daß an irgend einen Ersatz gar nicht zu denken ist, und ich nur in meinem Kopfe, und an meinem Arbeitstische gegen das, was meinem Herzen entzogen wird, eine augenblickliche, wenn gleich sehr unzureichende Schadloshaltung suchen kan. Meine Freundinnen verlaßen Wien Montag den 14ten d. M. gehen durch Schlesien, und werden wahrscheinlich, wenn Gott sie beschützt, am 19 oder 20ten in Berlin eintreffen. Es wäre überflüßig, sie Euch von neuem zu empfehlen. Ich werde der Fanny bloß ein Paar Zeilen mitgeben, um Dich von ihrer dortigen Ankunft zu benachrichtigen. Ich hoffe aber, daß ihre Gegenwart in Berlin, auch u n s r e r Correspondenz neues Leben geben wird. Gentz H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39601. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. Adresse auf Briefumschlag: A Madémoiselle / Madémoiselle Gentz / à / B e r l i n. D: Eckardt, Staatsschriften und Briefe, II, 299-301.