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Gentz ; Voß, Otto von
An Otto von Voß, Berlin, 25. Mai 1802, GStA PK, Berlin-Dahlem. II. HA Generaldirektorium, Südpreußen, Abt. I, Nr. 370, Bl. 131-132 1802

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id887
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Voß, Otto von
AusstellungsortBerlin
Datum25. Mai 1802
Handschriftl. ÜberlieferungGStA PK, Berlin-Dahlem. II. HA Generaldirektorium, Südpreußen, Abt. I, Nr. 370, Bl. 131-132
Format/Umfang2 Bl., F: 348mm x 221mm; 2 ½ eighd. beschr. Seiten
DruckorteBailleu, Paul: Die Verabschiedung des Kriegsrats Friedrich Gentz, 1802, in: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg (Hrsg): Festschrift zu Gustav Schmollers 70. Geburtstag. Beiträge zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, Leipzig 1908, 241-242
IncipitEwr Hochfreyherrliche Excellentz haben in
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Otto von Voß Berlin, 25. Mai 1802 Hochwürdiger HochWohlgebohrner Freyherr ! Hochgebietender Herr Geheimer Staats-Minister ! Ewr Hochfreyherrliche Excellentz haben in der auf mein untertänigstes Schreiben wegen eines dreimonatlichen Urlaubes, unterm 4ten d. M. mir ertheilten Antwort, den Umstand, daß ich in der letzten Zeit dem Südpreußischen Departement keinen Nutzen gestiftet hätte, als ein Hinderniß der Erfüllung meiner Bitte, anzuführen geruht. Erlauben EwrExcellentz, daß ich mich hierüber mit wenig Worten erkläre. Als die von des Königs Majestät zum Behuf eines außerordentlichen, ganz außerhalb der Sphäre der Dienst-Arbeiten liegenden Geschäftes, mir bewilligte Dispensation von den currenten Arbeiten ein Ende nahm, setzte ich stillschweigend voraus, daß das Departement, sobald es für nötig halten mögte, mich wieder ganz in meine vorigen Verhältnisse zurücktreten zu sehen, mir dieserhalb eine Aufforderung zukommen laßen würde. Im Ganzen glaube ich, daß diese Voraussetzung, wenn sie auch wirklich auf einem Irrthum beruhte, doch zu meiner Entschuldigung beitragen kan. Da aber EwrExcellentz meine fortdauernde Entfernung von den Dienstgeschäften dadurch nicht für gerechtfertigt halten, so ist es meine Pflicht, mich der Ansicht, von welcher Hochdieselben bei Beurteilung meines jetzigen Verhältnisses ausgehen, ehrfurchtsvoll zu submittiren; und es bleibt mir nichts // übrig, als von EwrExcellentz Huld und Gnade, wegen des Irrthums, der mir Hochdero Unzufriedenheit zugezogen zu haben scheint, Verzeihung und Nachsicht zu erwarten. Indem ich mir diese von EwrExcellentz untertänigst erbitte, versichre ich zugleich, daß mein künftiges Betragen im Dienst einzig und ausschließend darauf gerichtet seyn soll, mir den Beifall des Departements, und Ewr Excellentz Zufriedenheit und Gnade zu erwerben, und zu allen Zeiten ungestört zu erhalten. Dagegen unterstehe ich mich aufs neue, meine alleruntertänigste Bitte um Urlaub, angelegentlich zu wiederholen. Ich kan EwrExcellentz heilig versichern, daß außer den in meinem ersten Schreiben erwähnten, auf litterärische Verhältnisse Bezug habende Motiven, und andern sehr erheblichen, aber freilich für den Königlichen Dienst gleichgültigen Gründen, auch der Wunsch, zur Befestigung meiner Gesundheit wirksame Maßregeln zu ergreifen, einen sehr wesentlichen Antheil an jener Bitte hat. Mit Bezug auf obige Erklärung, und in der frohen Hoffnung, daß diese mir für die Zukunft EwExcellentz unschätzbares Wohlwollen wieder zuwenden werde, bitte ich also abermals ob EwrExcellentz nicht in Gnaden geruhen wollen, mir bei des Königs Majestät einen dreimonatlichen Urlaub, zu einer Reise nach Weimar, // und von da nach Dresden und Karlsbad, theils zur Wieder- herstellung und Befestigung meiner Gesundheit, und theils zur Be- richtigung verschiedner mit meinen ehmaligen litterärischen Geschäf- ten verknüpften, für mich sehr wichtigen Verhältnisse, huldreichst aus- zuwirken. Ich überlaße mich ganz der erfreulichen Erwartung, diesmal keine Fehlbitte gethan zu haben, und verharre in tiefster Ehrfurcht, Ewr. Hochfreyherrlicher Excellentz untertänigster treu-gehorsamster Berlin den 25ten Mai 1802. Gentz. H: GStA PK, Berlin-Dahlem. II. HA, Generaldirektorium, Südpreußen, Abt. I, Lit E, Nr. 370, Bl. 131-132. 2 Bl., F: 348mm x 221mm; 2 ½ eighd. beschr. Seiten. D: Bailleu, Verabschiedung des Kriegsrats Gentz, 241-242.