These titles were already interesting to you:

Gentz ; Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
An Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha, Wien, 15. Oktober 1824, Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?] 1824

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id735
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
LocationWien
Date15. Oktober 1824
Handwritten recordUngarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?]
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
IncipitEs sind in diesen Tagen
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha Wien, 15. Oktober 1824 Wien den 15 October Es sind in diesen Tagen noch zwey Depeschen, die Angelegenheiten im Orient betreffend, an Sie erlaßen worden, Mein Fürst, die ich ihrer hohen Wichtigkeit wegen, noch mit einer kleinen Privat-Nachschrift begleite. Wenn wechselseitiges Vertrauen und eine engre Verbindung mit dem Londoner Cabinet überhaupt unter die wünschenswürdigsten Besitzstücke der Oesterreichischen Politik gehören, so sind sie in Bezug <auf> die heutige Stellung der Dinge in der Türkey, ein d r i n g e n d e s B e d ü r f n i ß. Gegen die Schwierigkeiten - Verlegenheiten - und positive Gefahren, die uns von dieser Seite bedrohen giebt es für uns keinen andern Ableiter, keine andre Stütze und Zuflucht, als ein wahrhaft aufgeklärtes, festes, mit sich selbst einiges Brittisches Ministerium. N u r e i n s o l c h e s wird auf die Länge im Stande seyn, Rußland von Schritten abzuhalten, // die, einmal gethan, die Ruhe der Welt auf unabsehliche Zeiten hinaus stören werden. W i r allein vermögen es n i c h t, wie geschickt wir auch sprechen, schreiben, und unterhandeln mögen. F u r c h t muß im Spiel seyn, und diese Furcht kan keine Macht, als England, dem Kayser Alexander einjagen. Hieraus ergiebt sich, daß unabhängig von aller Phraseologie der Allianz, zwischen England und uns, ein g e h e i m e s [Verst] S e p a r a t - V e r s t ä n d n i ß über alles, was die Türkisch-Griechischen Fragen angeht, bestehen muß. Die beyden jetzigen Depeschen sollen dieses eröfnen. Canning wird den Sinn derselben hoffentlich fassen; und Sie werden in jedem Fall durch zweckmäßige Noten und Commentarien dafür sorgen, daß er diese ersten vertraulichen Mittheilungen so auslege, wie sie gemeynt sind. Diese Mittheilungen sind freylich mit einiger Gefahr verknüpft. Wenn Canning uns // gegen Rußland zu compromittiren leichtsinnig genug oder uns förmlich zu verrathen treulos genug wäre, so würde dies uns nicht nur in Petersburg sehr schaden, sondern auch in unserm Gange wesentlich hemmen. Nach der reifsten Ueberlegung finde ich aber, daß selbst a u f d i e s e G e f a h r h i n der Versuch uns mit England einzuverstehen, gewagt werden m u ß t e; Ihrer Klugheit und Dexterität aber stelle ich mit dem größten Vertrauen die Sorge, jeder Indiscretion in dieser Sache, deren nachtheilige Folgen sich nicht berechnen ließen, vorzubeugen, unbedingt anheim. Nach meiner Schätzung der Dinge, ist dies bey weitem der wichtigste Dienst, den Sie vor Ihrem, leider, zu nahen Abschiede von London noch zu leisten haben. Alle andre Fragen scheinen mir to dwindle into nothing im Vergleich mit der Türkisch-Griechischen; es ist im Grunde unser einziges w a h r e s G e s c h ä f t, seitdem wir Deutschland und Italien so weit gebracht haben, daß wir // mit einer gewissen Beruhigung auf eine Reihe von Jahren hinaus sehen können. Denn F r a n k r e i c h, welches uns heute nicht helfen, und nicht schaden kan, ist für mich fast nichts mehr als ein Gegenstand der Curiosität; und was Spanien, Portugal, die Amerikanischen Colonien und andre dergleichen diplomatische Schul-Exercitia betrift, so bedaure ich zuweilen die Zeit die man auf so viele schlechterdings unnütze pourparlers darüber verwendet. Leben Sie wohl, Mein Theurer Fürst; ich erwarte mit äußerst gespanntem Interesse Ihre Berichte in Antwort auf die heutige Expedition. Gentz. Erlauben Sie mir noch, zu bemerken daß der Courier der diese Antworten bringen wird, n i c h t s c h l e u n i g g e n u g abgesendet werden kan, wenn er uns noch [xxx] <Stoff für die> Eröfnung der Conferenzen in Petersburg liefern soll. Ich weiß und fühle sehr wohl, daß die Sache von hier aus einige Wochen früher hätte entamirt werden müßen. Thun S i e indessen was Sie können. H: Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. P 136: FA Esterhazy, x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.