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Gentz ; Elßler, Fanny
An Fanny Elßler, Wien, 6. Dezember 1830, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 6560 1830

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id5351
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Elßler, Fanny
AusstellungsortWien
Datum6. Dezember 1830
Handschriftl. ÜberlieferungWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 6560
Format/Umfang4 eighd beschr. Seiten
IncipitIch habe gestern Briefe von
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Fanny Elßler Wien, 6. Dezember 1830 Wien Montag den 6 December Ich habe gestern Briefe von Frau von Varnhagen und von Mocenigo erhalten. Jene spricht mir von nichts als von Dir, Meine Fanny ! Beyde bekräftigen, was Du Selbst, bey aller Deiner Bescheidenheit mir nicht verbergen konntest, daß Du der Abgott der Berliner geworden warst, und daß Dir der Abschied von Berlin nicht ganz leicht geworden seyn kan. Dein Schreiben vom 29ten hatte mich darauf vorbereitet. Ich habe Stundenlang über dieses Schreiben nachgedacht, und will Dir in kurzen Worten sagen, wohin mich meine Gedanken geführt haben. Ich bin von Dankbarkeit // und Bewunderung durchdrungen, seitdem es mir anschaulich geworden ist, w a s Du für mich gethan hast. Ich erliege unter dem Gewicht Deiner mit nichts zu vergleichenden Freundschaft. Aber ich fange an zu verzweifeln, und verliere fast den M u t h, Dich zu lieben, weil ich nicht mehr die Möglichkeit absehe, Dich so zu lieben, wie Du es verdienst. Es ist hohe Zeit, daß Du mir zu Hülfe kommst. Dein Anblick wird mich wieder ermuntern und beleben. Unsre Gespräche, obgleich <ich> in manchen Augenblicken davor zittre, werden den Frieden in meiner Seele wieder herstellen. Ich bin, wie ein Kind, // welches man in ein dunkles Zimmer führte, aus dem es plötzlich heraus treten soll, um köstliche Weynachts-Geschenke in Empfang zu nehmen. Ueber die letzte Periode Deiner Abwesenheit schwebt mir wirklich ein ängstliches Dunkel; der erste Lichtstrahl aus Deinen Augen wird es erleuchten. Laß Deinen Vater nicht zurückkehren, ohne ihm ein Paar Zeilen an mich mitzugeben. Ich muß wissen, in welche Stimmung meine letzten Briefe Dich versetzt haben; ob Du mir meine Zweifel und meine Klagen verziehen, ob Du die Briefe, die ich Dir nach Prag entgegen schickte, // so aufgenommen hast, wie ich es wünschte. In jedem Falle schreibe ich Dir heute zum letztenmahle. Wenn Du am 7ten Berlin verlassen hast, mußt Du spätstens am 10ten in Prag seyn, und folglich kan nur der gegenwärtige Brief Dich dort noch treffen. Engel meiner Tage, theure, geliebte, verehrte, angebetete Fanny, laß mich Dich im Geist umarmen, bis die Stunde schlägt, wo ich auf Deinen Händen und Lippen meinen Dank ausstürmen kan; denn in D a n k gehen alle Empfindungen auf, mit welchen ich diese selige Stunde erwarte.Gentz H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 6560. x Bl., F: ; 4 eighd beschr. Seiten. D: [?]