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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Wien, 7. August 1822, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?] 1822

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id535
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationWien
Date7. August 1822
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?]
Size/Extent of item2 Bl., 3 eighd. beschr. Seiten
IncipitDer Anfang, Mein lieber Carl
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Wien, 7. August 1822 Wien den 7ten August. 1822. Der Anfang, Mein lieber Carl, war nicht der beste. S i e b z e h n T a g e bin ich ohne alle Nachricht von Dir gewesen, und das hauptsächlich deshalb, weil Du mir nicht von irgend einem Zwischenpunkte (was doch bey den vielen Rasttagen sehr leicht war) geschrieben, sondern Deine Ankunft in Frankfurt abgewartet hast. Da Du gesund, stark, und unerschrocken bist, so habe ich mir wohl keine große Sorgen Deinetwegen gemacht; indessen war dies lange Stillschweigen mir doch unangenehm. Ich hoffe, es wird von London aus besser gehen, wenn Du nur zur festen Regel annimmst, nie anders als durch das Haus Rothschild zu schreiben. Uebrigens bin ich mit Deinem ersten Briefe sehr zufrieden. Gott erhalte Dich in den guten Gesinungen, die Du darin geäußert hast, und bewahre Dich vor aller Ansteckung von schlechten Grundsätzen, mehr noch als - von sonst etwas ! Daß ich über Deine ausnehmende Geld-Verschwendung - besonders auch noch von E i n e m Ducaten - sehr gelacht habe, kanst Du wohl denken. Nach allen jetzigen Aspekten wird meine Abreise von Wien früher Statt haben, als ich es // selbst geglaubt hätte. Der Kayser von Rußland wird schon zum 7ten September hier erwartet; und ob er gleich Acht und vielleicht vierzehn Tage hier verweilen wird, so glaube ich doch, daß ich, wenn man es mir gestattet, und besonders wenn ich das Projekt, wovon du weißt, aufführen will, schon am 15ten September meine Reise werde antreten müßen. Bey Verona bleibt es übrigens. Sobald ich selbst etwas bestimmteres über alle diese Dinge wißen werde, sollst Du unverzüglich Nachricht davon erhalten. Mit meiner Gesundheit bin ich vollkommen zufrieden. Ich wohne fortdauernd in Weinhaus, ob ich gleich jeden Tag in die Stadt fahren muß. Wir hatten zu Ende des July eine Hitze, die am 26ten bis auf 30 Grade stieg; seitdem hat sich das Wetter durch einige sanfte Regen abgekühlt, und ist seit 8 Tagen unvergleichlich schön. Der Garten prangt wieder mit frischem Rasen, und einer Menge der herrlichsten Blumen. Alle Menschen, und alle Thiere befinden sich wohl. Die einzige Begebenheit // die sich in den Haus-Verhältnissen zugetragen hat, ist, daß die Frau des Johann, sechs Tage nach ihrer Niederkunft sterben mußte. Ich hatte noch bey ihrem Kinde Gevatter gestanden, und sie sehr wohl gefunden. Es scheint die Folge einer groben Vernachläßigung gewesen zu seyn.Du siehst aus gegenwärtigem Brief, Mein lieber Carl, wie nothwendig es ist, daß Du mir oft schreibst, da bey unsrer, bald noch größer werdenden Entfernung Deine Briefe ohnehin spät genug an mich gelangen werden. Du mußt von London aus nun wenigsten in jeder Woche e i n m a l dran gehen, wenn es Dich auch einen noch so großen Entschluß kosten sollte. Ich wünsche übrigens immer das Angenehmste und Beste von Dir zu vernehmen, und werde mich unaussprechlich freuen, wenn diese Reise Deinen und meinen Erwartungen vollständig zusagt. Welchen lebhaften Antheil ich an Deinem Glück nehme, und wie oft ich mich auch in Deiner Abwesenheit mit Dir beschäftige, wäre unnütz Dir zu bestätigen. Der Himmel laße es Dir wohl gehen ! Gentz H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr 2 Bl., F.: ; 3 eighd. beschr. Seiten. Empfangsvermerk von Leiden: Empfangen am 24 August 822. D: bisher ungedruckt.