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Gentz ; Spener, Carl
An Carl Spener, Berlin, 30. August 1793, Jagellonische Bibliothek, Krakau. Handschriftenabteilung, Varnhagensammlung der ehemaligen Preußischen Bibliothek, Karton 66 1793

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id5211
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Spener, Carl
LocationBerlin
Date30. August 1793
Handwritten recordJagellonische Bibliothek, Krakau. Handschriftenabteilung, Varnhagensammlung der ehemaligen Preußischen Bibliothek, Karton 66
Size/Extent of item2 Bl., F: 232mm x 185mm; 3 eighd. beschr. Seiten
Places of printWittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 106, 313-314
IncipitWeil ich alles, was den Frieden
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Spener Berlin, 30. August 1793 Weil ich alles, was den Frieden und die freundschaftlichen Verhältnisse stöhrt, mit tödtlichem Hasse hasse, und zur unwandelbaren Maxime habe, "lieber Unrecht leiden als streiten" so würde ich über das Schicksal was mich in Ansehung unsrer gemeinschaftlichen Zeitungs-Lectüre getroffen hat, so wenig unempfindlich ich auch dagegen bin, geschwiegen haben, wie ich bisher schwieg, wenn nicht die strengste Nothwendigkeit mich aufforderte, f ü r a n d r e zu reden. Und in dieser Rücksicht hoffe ich Ewr. Wohlgeboren gütige Verzeihung, daß ich Sie auf einige Augenblicke mit Klagen unterhalten muß. Heute Abend gegen 6 Uhr kamen 2 angeblich von Ihnen gesandte, mir durchaus unbekannte Männer zu mir, und wollten - d i e l e t z t e n E n g l i s c h e n Z e i t u n g e n bey mir inspiciren, um sich daraus, wie sie sagten, über den Preis der Englischen Stocks [zu] Raths zu erholen. Ich erwiederte ihnen, daß ich ihrem Verlangen kein Genüge leisten könnte, weil ich seit 6 Wochen (und diese Angabe ist in der strengsten Wahrheit gegründet) kein Blatt Englischer Zeitungen // aus dem Hause, welches sie angeblich an mich abgeordnet, erhalten hätte: sie gingen davon, und eine Stunde nachher erhalte ich ein Paket - mit 2 81 Stück Zeitungen. Ich bin fast von meiner Existenz nicht sichrer überzeugt, als davon, daß Sie, bester Herr Spener, an dieser Unordnung unschuldig sind. Da ich aber einmal zu reden gezwungen bin, so kan ich es nicht über mich bezwingen, zu verschweigen, daß ich seit vielen Monathen bemerkt, und längst bis zur höchsten Evidenz eingesehen habe, daß die Zeitungen, ehe sie an mich gelangen, durch viele andre Hände gehen. - Ich würde dies nicht behaupten, wenn es eine bloße leere Vermuthung wäre: und ich würde mich gehütet haben, Sie von einer unangenehmen, und Ihnen gewiß ganz unbekannten Sache zu unterrichten, wenn die, welche sich dieses Unfugs schuldig gemacht, ihn nur mit einigem menagement getrieben hätten. Jetzt aber, da ich mich in dem unangenehmen Verhältniß sehe, von den andern Interessenten geplagt, und // bestürmt zu werden, und die Furcht, denselben den (über alles Vermuthen hohen) Beytrag abzufordern durch das Bewustseyn meiner schlechten Fürsorge für ihren Vortheil ansehnlich wächst, bleibt mir nichts übrig, als Sie aufs gehorsamste, angelegentlichste und freundschaftlichste zu bitten, die noch übrigen Monathe dieses Jahrs doch nur die zweckdienlichsten Veranstaltungen zu treffen, daß mir die Zeitungen so früh als es irgend Ihre Convenienz gestattet, zukommen, damit ich doch nur einigermaßen, die lange Sünde die ich auf mich laden mußte gut zu machen im Stande sey. Das Vergangne ist nicht mehr zu ändern: ich kan daher nicht umhin, den Wunsch gegen Sie zu äußern, daß aus dieser nothgedrungnen Anzeige, dem Schuldigen, wenn nicht ein eignes und besondres Interesse Sie ein andres beschließen heißt, keine weitre Unannehmlichkeit erwachsen möge ! Und damit empfielt sich zu fortdaurender Geneigtheit Berlin d 30ten August 1793: Dero ergebenster Gentz. H: Jagellonische Bibliothek, Krakau. Handschriftenabteilung, Varnhagensamml. der ehem. Preußischen Bibliothek, Karton 66. 2 Bl., F: 232mm x 185mm; 3 eighd. beschr. Seiten. D: Wittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 106, 313-314. 1 Dreimal unterstrichen