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Goetzen, Friedrich Wilhelm Graf von ; Gentz
Von Friedrich Wilhelm Graf von Goetzen, Glatz, 8. Februar 1809, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 95, Faszikel "Gentz: Goetzen, Kollowrat, Adair, Johnson, Bathurst 1809", Bl. 1-3 1809

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4949
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Goetzen, Friedrich Wilhelm Graf von
Addressee of letter
Gentz
LocationGlatz
Date8. Februar 1809
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 95, Faszikel "Gentz: Goetzen, Kollowrat, Adair, Johnson, Bathurst 1809", Bl. 1-3
Size/Extent of item3 ¾ von unbekannter Hand beschr. Seiten
Places of printKlinkowström, Staatskanzlei, Nr. X, 23-25
IncipitUnsere Correspondenz ist etwas ins Stocken
Type of letterBriefe an Gentz
Digital item: TextVon Friedrich Wilhelm Graf von Goetzen Glatz, 8. Februar 1809 Interzept Glaz d 8 Februar 809. Unsere Correspondenz ist etwas ins Stocken gerathen, aber ohne meine Schuld, sondern weil ich immer auf eine sichere Gelegenheit gewartet, da die Klenauer nicht mehr an der Gränze stehen, auch weil ich seit einigen wochen behufs meines Formations Geschäfts fast immerwährend unterwegs gewesen bin. Sie wünschen in ihrem Brief vom 22. zwei Exemplare eines Buches zu haben, welches mir gar nicht bekannt ist. Es existirt wohl ein Reglement für den Tugend Verein, welches in Königsberg geschrieben ist, allein dieses ist kürzlich revidirt, reformirt etc. worden, und das neue habe ich noch nicht gesehen. ich habe mich in diese Sache nie directe gemischt, sondern mich nur der Haupt-Personen der Provinz versichert. Noch habe ich mein Vermögen zimmlich beisammen behalten, aber nun muß es bald schmelzen, da ich sehr große Ausgaben habe und bei der beinahe gänzlichen Unmöglichkeit die Contributionen aufzubringen ich vom Staate wenig unterstützung erwarten kann. Es ist wahrlich beinahe das unmögliche geschehen und geschieht noch. Was nun meine Ansicht der politischen Verhältnisse anbetrift, so bleibt sie immer die nemmliche. Oesterreich wird es gewiß sehr bereuen, so lange gezaudert zu haben. Man mag in Wien die Spanischen Angelegenheiten so brillant // sehen als man will, die schönen Operations Pläne bewundern, etc. so bleibt doch so viel gewiß, daß Moore bis ans Meer zurückgedrängt ist, und wahrscheinlich, daß er sich einschiffen muß, denn trotz aller Lügen der Französischen Bulletins haben sie bisher nie falsche Orte benannt. Geschieht dies letztere , so ist der ganze nördliche Theil und militärisch wichtigste Theil Spaniens erobert, und der Eindruck den das Einschiffen der Engländer nothwendig machen muß, wird die Eroberung des übrigen nach sich ziehen, und vielleicht gar eine Veränderung im Parlament bewirken, die dann alles lähmt. Napoleon kommt nach Paris zurück. Gejagt ist er nicht aus Spanien, wenn auch vielleicht die Situationen dort nicht sehr brillant für ihn sind. was will er also ? was andres als eine neue große Armée bilden, und sich die Vortheile des Angrifs nicht entziehen lassen; und womit ? durch Italiener, Holländer, Bayern, Sachsen etc. etc. Zerstreut in Deutschland waren sie bei gehöriger Verfahrungsweise unbezweifelt d e u t s c h e Truppen, mit 100 Tausend Mann Franzosen vermischt, unter seinen und seiner Generäle Befehle, sind es, wie die Erfahrung gelehrt hat, die besten Französischen Truppen; facit einen Unterschied von 200 Tausend Mann. Hiezu den Eindruck, die Lähmung durch das Unterpfand, durch das Schicksal // Spaniens etc. abermal 100 Tausend Mann - der Angrif 100 Mann die Vortheile der militärischen Lage, die occupationen der Schweiz und Hollands, (die man hätte für sich benutzen können) 200 Mann. Summa totalis 600 Tausend Mann, und hiezu Glück, Siegsgewohnheit und Kriegs Erfahrung. - Der Himmel gebe, daß ich falsch sehe. ich habe wie Cassandra tauben Ohren gepredigt, und bin verdrüßlich abgewiesen worden; wenn nur der Brand von Troya nicht folgt, so will ich meine Prophezeihungen gern verspotten sehen. Über die Rückkunft des Königs von Preußen weiß ich noch nichts bestimmtes, allgemein behauptet man er werde den 6ten Oktober in Königsberg eintreffen, welches mir auch wahrscheinlich ist. Was die Resultate dieser Reise sein werden, ist mir gar nichts noch wissend. geben Sie mir doch bald wieder Nachricht, und wo möglich Trost, den ich sehr bedarf, recht bald, wenn sie erfreuen wollen Ihren H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 95, Fasz. "Gentz: Goetzen, Kollowrat, Adair, Johnson, Bathurst 1809", Bl. 1-3. x Bl., F: ; 3 ¾ von unbekannter Hand beschr. Seiten. D: Klinkowström, Registratur der Staatskanzlei, Nr. X, 23-25.