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Gentz ; Gentz, Elisabeth und Florentine
An Elisabeth und Florentine Gentz, Wien, 6. Mai 1832, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39603 1832

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4929
Issuer of letter
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Gentz
Addressee of letter
Gentz, Elisabeth und Florentine
LocationWien
Date6. Mai 1832
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39603
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
Places of printEckardt, Staatsschriften und Briefe, II, 302-304
IncipitDie Besorgniß, die Du in Deinem
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Elisabeth und Florentine Gentz Wien, 6. Mai 1832 Wien den 6 Mai 1832 Die Besorgniß, die Du in Deinem letzten Briefe äußertest, Meine Liebe Lisette, war nicht ganz ungegründet. Ich bin allerdings seit 4 oder 5 Wochen mit meiner Gesundheit nicht zufrieden; es setzt mich <jedoch> in große Verlegenheit davon zu sprechen, weil es - in einer schriftlichen Erklärung - sehr schwer ist, das Z u v i e l und das Z u w e n i g zu vermeiden, und ich also Gefahr laufe, falsche Vorstellungen von meinem Zustande zu veranlaßen. Was ich Dir [xxx] hier mit wenig Worten sagen werde, kanst Du indessen als die reine Wahrheit annehmen. Ich leide an keiner bestimmten, an keiner schmerzhaften, und an keiner gefährlichen Krankheit. // Ein hoher Grad von Schwäche und Unbehaglichkeit, mit absolutem Widerwillen gegen alle Speisen, und unnatürlicher Neigung zum Schlaf, hat seit der Mitte des März, meine körperliche und Gemüthsstimmung so deprimirt, daß mir Muth und Lust zu allem vergangen ist. Das Uebel sitzt nicht in diesem oder jenem einzelnen Organ; es ist das Nerven-System im Ganzen, welches davon heimgesucht wird, ohne daß bisher irgend ein Arzt den Grund dieser sonderbaren Revoluzion nachzuweisen, noch ich selbst mir darüber Rechenschaft zu geben vermögte. Mir ist, wie einem Menschen, der aus einer langen und schweren Krankheit hervorgeht, und deren Folgen noch nicht verwinden kan. - Und doch // weiß ich von keiner vorhergehenden Krankheit, habe [ich] mir auch durchaus keinen Exceß, keine außerordentliche körperliche oder Geistes-Anstrengung vorzuwerfen, und stehe vor dieser allgemeinen Abspannung wie vor einem verschlossnen Buche. Durch mehrere Wochen habe ich meine Stube nicht verlaßen. Das Wetter war überdies so wenig einladend, die Natur durch lange Dürre so reitzlos, und meine Abneigung vor aller Bewegung so groß, daß ich mich nicht einmal zu einer kurzen Spatzierfahrt entschließen konnte. Gestern aber bin ich zum erstenmahle in Weinhaus gewesen, und habe mich durch zwey oder drey Stunden von einer warmen Sonne bescheinen laßen. // Man versucht übrigens stärkende Arzneyen aller Art, deren Erfolg ich mit Sehnsucht erwarte. Fanny ist, während dieser ganzen traurigen Zeit, meine einzige Stütze, meine (so viel es nur ihre Geschäfte erlaubten) tägliche, treue Gesellschafterin, und in mancher trüben Stunde mein Lebenslicht gewesen. Ihr Charakter hat sich aufs edelste bewährt; und mein Gefühl für sie, ist nicht mehr bloße innige Liebe, sondern auch dankbare Verehrung. Mehr, Meine Gute Schwestern, weiß ich Euch nicht zu sagen. Ich sehe voraus, daß dieser Brief Euch betrüben wird; ich hoffe aber, daß er nichts enthält, was Euch a l a r m i r e n könnte. Da der Zustand worin ich mich befinde, mit keiner innern Desorganisation zusammen hängt, so habe ich allen Grund zu glauben - daß er verschwinden wird, wie er gekommen ist. Euer treuer Bruder Gentz H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39603. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: Eckardt, Staatsschriften und Briefe, II, 302-304.