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Gentz ; Stanhope, Philip Henry Earl of
An Philip Henry Earl of Stanhope, Wien, 17. November 1827, The Center for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189, 1-2 1827

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id479
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Stanhope, Philip Henry Earl of
AusstellungsortWien
Datum17. November 1827
Handschriftl. ÜberlieferungThe Center for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189, 1-2
Format/Umfang2 Bl., F: 231mm x 180mm; 4 eighd. beschr. Seiten
IncipitDas außerordentliche Wohlwollen, wovon Sie mir
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Philip Henry Earl of Stanhope Wien, 17. November 1827 Mein Edler Graf ! Das außerordentliche Wohlwollen, wovon Sie mir während Ihres hiesigen Aufenthaltes abermals so viel schmeichelhafte und rührende Beweise gegeben haben, flößt mir den Muth ein, mich in einer für mich wichtigen Privat-Angelegenheit an Sie zu wenden. Durch einen Zusammenfluß ungünstiger Umstände, wozu die jetzige verwickelte Lage der öffentlichen Geschäfte, und die Schwierigkeit die gerechtesten Ansprüche geltend zu machen, nicht wenig beytrugen, ist seit einigen Monaten eine höchst fatale Stockung in meinen Geld-Verhältnissen eingetreten; und ich würde, wenn nicht eine freundliche Hand mir zu Hülfe kömmt, mich gegen Ende dieses Jahres in einer sehr ernsthaften Verlegenheit befinden. Ich wage es also, ohne weitre Vorrede bey Ihnen, Mein Edler Graf, anzufragen, ob Sie Sich entschließen würden, mir einen Vorschuß von 400 Pfund Sterling, auf Sechs Monat, oder // bis zum nächsten Sommer anzuvertrauen, weil in der Zwischenzeit alle die Umstände die mir jetzt eine solche Bitte zur Nothwendigkeit machen, mit Gottes Hülfe, aus dem Wege geräumt seyn werden. Ich vermag Ihre Verhältnisse nicht zu beurteilen. Sie können mehr als einen entscheidenden Grund haben, mein Gesuch abzulehnen. In diesem Falle bitte ich Sie inständigst zu glauben, daß eine verweigernde Antwort weder mein unbedingtes Vertrauen auf Ihre Güte und Freundschaft im Geringsten erschüttern, noch die Gefühle der Verehrung und Liebe, [die] die ich Ihnen für immer gewidmet habe, auf irgend eine Weise schwächen würde. Sollten Sie hingegen, ohne irgend eine Belästigung oder Störung in Ihrer eignen Finanz-Oekonomie, mir mit einer solchen Anleihe beystehen können, so erwarte ich von Ihrer längst erprobten Freundschaft, daß Sie mich nicht // lange darüber in Ungewißheit laßen werden. Aus Bescheidenheit und Delicatesse habe ich diesen Gegenstand nicht mündlich berühren mögen. Da ich es jetzt einmal schriftlich gethan, so werde ich als eine ganz besondre Gnade betrachten, wenn Sie mir etwa von München aus, neben einigen Nachrichten von dem ersten Theil Ihrer Reise, in ganz allgemeinen Worten, und ohne die Sache, wovon die Rede ist, näher zu bezeichnen, melden wollten, daß ich auf Erfüllung meines Wunsches rechnen könne. Die Remesse selbst würden Sie nachher von London aus, ebenfalls auf dem einfachsten und unscheinbarsten Wege (am liebsten wäre mir wohl eine Anweisung auf das Haus Rothschild, weil j e d e a n d r e mich compromittiren könnte) zu bewirken geruhen. Mein Schuld-Document würde dann unverzüglich erfolgen. Es schmerzt mich eigentlich sehr, daß meine letzte Verhandlung mit Ihnen, wenigstens die letzte Ihrer diesmaligen, mir unvergeßlich-//werthen Anwesenheit, eine Angelegenheit betreffen muß, die so tief hinter den großen und wichtigen Fragen zurücksteht, welche uns in unsern hiesigen Gesprächen beschäftigten. Von der andern Seite aber erhebt die weit über mein Verdienst günstige Meynung, die Sie von mir hegen, meinen Muth, und die Zuversicht, womit ich mich an Sie wende, fest überzeugt, daß Sie mich nicht für fähig halten können, Ihre Güte jemals zu mißbrauchen. In jedem Falle sehe ich daher Ihrer Antwort mit vollkommner Ergebung entgegen, und hoffe, daß, wie sie auch ausfallen möge, die zwischen uns bestehenden glücklichen, und für mich so ehrenvollen Verhältnisse nichts dabey leiden werden. In dieser Erwartung verharre mit allen Ihnen bekannten Gesinnungen, Mein Hochzuverehrender Graf Ihr gehorsamer und treuer Diener Wien den 17 November 1827. Gentz. H: The Center for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189/1-2. 2 Bl., F: 231mm x 180mm; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.