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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Wien, 28. März 1825, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?] 1825

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4555
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationWien
Date28. März 1825
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?]
Size/Extent of item2 Bl., 3 ½ eighd. beschr. Seiten
IncipitDein Brief, lieber Carl, hat
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Wien, 28. März 1825 Wien den 28 März 1825. Dein Brief, lieber Carl, hat mich sehr gefreut. Ich sehe daraus, daß es Dir in Paris, so wie vorher auf der Reise, gut gegangen ist, und daß Du die besten Perspectiven für die Zukunft hast. Du wirst Dich wundern, zu erfahren, daß ich bis auf den heutigen Tag noch nicht eigentlich aus meiner Gefangenschaft erlöset bin; denn obgleich das linke Bein mir keine weitre Sorge macht, so hat sich doch die athritische Materie nun wieder auf das rechte, und in den letzten 8 Tagen gar auf beyde geworfen. Ich bin zwar zweymal auf ein Paar S tunden nach Weinhaus gefahren, und habe mich dort in der Sonne gewärmt; da mir aber das Gehen überaus schwierig und lästig war, so habe ich auch dazu die Lust verloren. Indessen sind allerley Gründe, die mich glauben machen, daß vielleicht in 8 Tagen // die diesmalige Crisis ganz vorüber seyn wird; und in jedem Falle bin ich entschlossen, wenn mir nicht irgend etwas völlig unerwartetes widerfährt, zwischen dem 15ten und 20ten April meine Reise nach Mayland anzutreten. Nach Deinen Aeußerungen wäre es möglich, daß Dich dieser Brief nicht mehr in Paris fände. Daß der Fürst von dort aus einen Courier nach schicken wird, halte ich für äußerst wahrscheinlich. Ob Deine Collegen in der Meynung, daß diese Reise D i c h treffen werde, Recht haben, und worauf sie ihre Vermuthungen gründen, kan ich freylich nicht beurteilen. Mir wäre das liebste, Dich in Mayland zu finden. Aus einem Briefe den mir Rumpf wegen der bewußten Schlangen schreibt, schließe ich, daß er bis dahin noch nicht mit Dir gesprochen haben mußte. Sobald Du dazu die Gelegenheit findest, bitte // ich Dich, ihm zu sagen, er mögte die (in jedem Fall sehr kleine) Kiste nicht an mich, sondern gerade an Stöckl adressiren. Ich bin überzeugt, daß jeder unsrer Couriers sie gern mitnehmen wird. Außerdem schicke mir sogleich folgende [beyde] Broschüren: The spirit of the age by Will Hazlitt (Galignani. Paris) Ich mag Dir, in der Ungewißheit ob dieser Brief Dich noch trift, nicht mehreres schreiben. Und was könnte ich <auch> aus meiner Stube, einem Menschen, der mitten in dem Getümmel und den Herrlichkeiten von Paris lebt, interessantes melden ? Ich erwarte mit Sehnsucht Dein nächstes Schreiben, um zu erfahren, was aus Dir geworden ist. Der Sattler hat mir beynahe sicher versprochen, den bestellten neuen Wagen bis zum 15 April zu liefern; welches mir darum sehr lieb ist, weil Oberst Welden mir in mehr als einer // Rücksicht abgerathen hat, eine Wurst mit nach Mayland zu nehmen; um so mehr als dort Jedermann i n d e r S t a d t mit offnem Wagen fährt, so daß [er] eine leichte Calesche mich aller weitern Sorge wegen eines Stadt-Wagens ganz überheben würde. Adieu, Mein lieber Carl ! Der Himmel behüte Dich ! Gentz H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 2 Bl., F: ; 3 ½ eighd. beschr. Seiten. Empfangsvermerk von der Hand Leidens: In Paris den 4.ten April 1825 empfangen. D: bisher ungedruckt.