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Gentz ; Graun, Elisabeth
An Elisabeth Graun, Königsberg, etwa Ende März 1785, Jagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, Signatur [?] 1785

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4533
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Graun, Elisabeth
LocationKönigsberg
Dateetwa Ende März 1785
Handwritten recordJagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, Signatur [?]
Size/Extent of item1 Bl., F: 239mm x 189mm; ¾ eighd. beschr. Seite
Places of printSchlesier, Schriften, I, Nr. 2, 25-26; Wittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 6, 19; Olfers, Margarete von: Elisabeth v. Staegemann. Lebensbild einer deutschen Frau 1761-1835, Leipzig 1937, 56 (tlw.)
IncipitUm mich dafür, daß Sie
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Elisabeth Graun Königsberg, etwa Ende März 1785 Um mich dafür, daß Sie mir gestern den Brief, den Sie erhalten hatten, nicht zeigen wollten, recht großmüthig zu rächen, schike ich Ihnen hier ohne weitres bedenken einen Brief von meinem Vater, den ich diesen Augenblik erhalten habe, weil er Manches enthält, was Sie interessiren wird. Das Schlechtste was darin steht, ist der Reise-Termin, der es denn wol dahin bringen wird, daß ich nicht mehr länger als 4 Wochen das Vergnügen Ihres nähern Umgangs genießen werde, den mir das dumme Schiksal gerade jetzt erst so aeußerst angenehm machen mußte, um ja bey meiner Trennung von Königsberg mir keine Bitterkeit ungeschmekt zu laßen. - Aber die Menschen sind wie die Kinder; wenn sie zuerst zusammen kommen, geht das Eine in Einen Winkel, das Andre in einen Andern, schielen sich von der Seite an, trauen sich nicht, fürchten sich vor einander, bis es so gegen 8 Uhr Abends ankömmt; alsdann kriechen sie nach und nach zusammen, fangen an zu spielen, und wenn es bis zum Gastmahl oder bis zur kleinen Hochzeit gekommen ist, dann ruft Mama: Dorchen, Fritzchen, wir gehen - Sie stehen da, sehen sich an - und weinen. Ich finde diese Vergleichung so außerordentlich richtig - so paßend - daß - ich selbst darüber anfange zu weinen. Und darum sey es genung. Gentze. H: Jagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, 1 Bl., F: 239mm x 189mm; ¾ eighd. beschr. Seite. D: Schlesier, Schriften, I, Nr. 2, 25-26. Wittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 6, 19. Olfers, Margarete von: Elisabeth v. Staegemann. Lebensbild einer deutschen Frau 1761- 1835, Leipzig 1937, 56 (tlw.).