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Gentz ; Ompteda, Ludwig Karl Georg von
An Ludwig Karl Georg von Ompteda, Prag, 9. März 1808, Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Gentz-Nachlass Günter Herterich II, Nr. 7 1808

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4097
Issuer of letter
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Gentz
Addressee of letter
Ompteda, Ludwig Karl Georg von
LocationPrag
Date9. März 1808
Handwritten recordUniversitäts- und Stadtbibliothek Köln. Gentz-Nachlass Günter Herterich II, Nr. 7
Size/Extent of item10 Bl., F: 227mm x 186mm; 19 ¼ eighd. beschr. Seiten
Places of printOmpteda-Nachlass, II, Nr. 227, 360-366 (tlw.)
IncipitIhre beiden letzten vortreflichen Briefe
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Ludwig Karl Georg von Ompteda Prag, 9. März 1808 Prag den 9ten März. 1808. Ihre beiden letzten vortreflichen Briefe habe ich erhalten, und mit großem Interesse gelesen. Meinen heutigen fange ich mit drey Communicationen, und einigen darauf Bezug habenden Bemerkungen an. Sie erhalten hiemit e r s t l i c h, die Erklärung des Oesterreichischen Cabinets, wegen des Bruchs mit England. Ich besitze diese Piece schon seit 14 Tagen, glaubte aber, da ich sie g e d r u c k t erhielt, sie würde sich gleich so allgemein verbreiten, daß es überflüßig wäre, sie Ihnen in einer Abschrift zu schicken. Jetzt fange ich an, das Gegentheil zu glauben; die Erklärung ist vom 18ten Februar; und bis heute habe ich sie nicht nur in keiner Zeitung gesehen, sondern es ist auch z. B. in ganz Prag kein andres Exemplar derselben vorhanden, als das, welches i c h bekommen hatte. Wie // dies eigentlich zuging, weiß ich nicht; indessen kan es wohl nicht bloßer Zufall seyn. Es ist klar, daß der Hof nicht gewünscht haben muß, ihr mehr Publizität zu geben, als schlechterdings nothwendig war. Der Moniteur wird sie freylich zuletzt wohl unter die Leute bringen. - Ueber die Sache selbst ist nichts mehr zu sagen; wir haben uns darüber oft unsre Ansichten und unsern Jammer mitgetheilt. Was die Form betrift, werden Sie diese Declaration - besonders mit der Russischen verglichen - eben so geschickt als gemäßigt finden. Etwas mußte denn doch gesagt werden, um einen so schmählichen Schritt zu rechtfertigen. Daß Stahremberg die Noten die er von seinem Hofe erhielt, für seinen Kopf milderte, und verkürzte, habe ich Ihnen bereits vor einiger Zeit gemeldet; Sie finden in dieser Piece // den klaren Beweis davon; das, was uns der Moniteur als Auszug einer seiner Depeschen gab, mögten wir wohl nie irgendwo anders a l s im Moniteur lesen. - Uebrigens war Adair noch immer in Wien. Was ich Ihnen über den Ausfall Canning's schrieb, gründete sich auf die Vermuthung daß, a u ß e r der Anspielung auf seine berüchtigte Mission von 91 , die Sie in Ihrem letzten Briefe citiren, noch irgend etwas andres zur Sprache gekommen seyn müßte; ich weiß aber jetzt, daß dies nicht der Fall war. Ich schicke Ihnen ferner eine Abschrift von der merkwürdigen Protestation des Pabstes wider die Besetzung der Stadt Rom. Dieser Eifer, diese Energie, kommen freylich viel zu spät; doch ganz ohne Wirkung können sie auch heute nicht bleiben; und es ist immer ein neuer Beweis von der politischen Ungeschicklichkeit und Verkehrtheit // des großen Mannes, daß er es so weit kommen laßen konnte, sich öffentlich mit dem Pabste zu entzweyen. Was der eigentliche Grund der Sache ist, habe ich noch nicht erfahren können; einige glauben, es sey bloß von gemeinen Invasions- und Spoliations-Projekten die Rede, andre glauben, es seyen k i r c h l i c h e Neuerungen im Spiel; und die militärischen Schritte wären als Drohung oder Strafe zu betrachten. Dies muß sich in kurzem aufklären. Man spricht in Wien von einem zu Mayland zu versammelnden Concilium. - Was Sie, wie mich, frappiren wird, ist die schnöde Undankbarkeit Bonaparte's, der zuletzt immer diejenigen züchtigt, die die thätigsten Werkzeuge seiner Erhebung waren. So ging es Preußen; so geht es heute dem Pabst. Endlich erhalten Sie hier ein Buch, das Sie nicht ohne einiges Interesse, aber auch nicht ohne innere Abscheu lesen werden. In // mehrern Portraits dieser Gallerie ist freylich, leider, nur zu viel Aehnlichkeit und Wahrheit; aber der Geist, in welchem dieses Libell, und die Flut von infamen Schriften, welche seit einiger Zeit von Preußen <aus> Deutschland überschwemmen, geschrieben sind, ist unstreitig eins der schrecklichsten Zeichen der Zeit. Der Verfasser, oder vielmehr, Redacteur dieser Gallerie ist der bekannte Friedrich B o c h h o l z, der Chef der neuen revoluzionären Schule, von dessen frühern Produkten Sie vermuthlich schon einiges gelesen haben; ein Kerl ohne Gemüth, ohne Liebe, ohne Religion, ohne irgend ein menschliches oder geselliges Gefühl - aber von einem scharfen und gewandten Verstande, und einer Leichtigkeit und Fruchtbarkeit in der Composition, die ihn im höchsten Grade gefährlich macht. Der S t o f f zu dieser Gallerie ist ihm durchaus von M a s s e n b a c h geliefert worden. Dies weiß ich zwar nicht // historisch, kan es aber, aus jeder Zeile des Libells, da ich neuerlich einige andre Aufsätze von diesem Bösewicht gelesen habe, bis zur mathematischen Evidenz demonstriren. Bloß die Portraits der G e l e h r t e n im zweiten Abschnitt sind ganz von Buchholz; und so wenig ich auch geneigt seyn mag, Johannes Müller zu verteidigen, so ist doch die Art, wie er h i e r behandelt wird, in jedem Fall empörend; denn sein Verdienst als Geschichtschreiber hat doch noch Niemand anzutasten gewagt. Der scheußliche Artikel über den Prinz Louis, ist - so wie die über Phull, Haugwitz, Lombard ppp wörtlich von Massenbach dictirt. - Seyn Sie so gütig, mir diese Schand-Gallerie, sobald Sie sie gelesen haben, und, wenn es an andern Mitteln fehlt, durch die Post, unter Eichlers Adresse zurück zu senden; das Exemplar ist nicht mein. // Nun komme ich auf die Herzogin von Curland. Mit welchen Vorgefühlen ich sie erwartete, ist Ihnen bekannt; indessen ging es bisher besser als ich gefürchtet hatte. Sie nahm, zum grösten Glück, gleich vom ersten Tage an, gegen mich, so wie gegen alle andre Personen der Gesellschaft, eine gewisse vornehme, fast souveräne Protections-Stellung an, und behandelte uns alle mit einem Ton und Air, welches jede vertrautere Communication ein für allemal auszuschließen schien. Da ich mir nun überhaupt nicht viel aus ihr mache, so war diese Wendung der Sache für mich unendlich erwünscht; sie schien jede Gefahr einer nähern Erklärung oder Collision gänzlich zu entfernen. Ich zog mich durch einige tiefe Reverenzen, und einige höchst unbedeutende Gemeinplätze, so wie sie gewöhnlich bei einer Cour vorzukommen pflegen, aus der Sache, eilte nachher zu meiner L'hombre-Partie, und bekümmerte mich weiter nicht um die Herzogin. // Etwa am 5ten Tage ihres Hierseyns erfuhr ich daß während des Diners eine heftige Szene Statt gefunden hatte; es war ihr eingefallen, eine Lobrede auf den General Hulin zu halten, und Pauline, die wahrscheinlich schon in der Stille manche andre Discussion mit ihr bestanden haben mogte, hatte fürchterlich losgelegt, so sehr, daß sie gleich nach dem Diner eine Ohnmacht bekam, und noch am folgenden Tage krank war. Endlich am vergangnen Sonntage forderte Pauline schlechterdings von mir, daß ich bei ihr zu Mittag speisen sollte; ihre Gründe dazu waren von der Art, daß ich sie nicht widerlegen konnte; sie versprach zugleich, jedes politische Gespräch zu vermeiden. Zum Unglück aber war das verdammte Buch, welches ich Ihnen heute schicke, gerade in den Umlauf gekommen; und Pauline und Jeanne hatten das Herz so voll, daß sie // es nicht laßen konnten, davon zu sprechen. Die Herzogin machte Mine, das Buch zu v e r t e i d i g e n; ich wußte schon vorher, daß sie es gegen die Gräfin Plettenberg förmlich g e r ü h m t hatte. Das Ungewitter war seinem Ausbruch nahe; doch zog es diesmal noch vorüber. Die Herzogin merkte vermuthlich, daß alles schon gegen sie gerüstet war; natürlich hätte ich die Töchter nicht im Stich gelaßen; Victor, so fatal er mir sonst seyn mag, hätte wütenden Beistand geleistet; er fing schon an, hitzig, sogar grob zu werden; sie lenkte also wohl-weißlich ein; und da ich das Gespräch auf die ungeheure Menge verruchter Schriften, "die aus dem Cadaver der Preußischen Monarchie, wie eckelhafte Würmer aus der Fäulniß hervorgingen" gerichtet hatte, so stimmte sie doch endlich selbst dahin, daß d i e s Phänomen unter die schrecklichsten gehörte. Von dem Augenblick an kehrte ein allgemeiner Friede ein. // Und nach Tische unterhielt sie sich mit mir beinahe zwei Stunden lang, über deutsche Litteratur, Galls System ppp wobei ich denn immer der Politik mit der grösten Sorgfalt auszuweichen suchte. Was sie über jene Gegenstände sagte, war zwar <auch> nicht sehr befriedigend; denn in dieser Frau hat alles eine falsche Richtung genommen; indessen war ich froh, so davon zu kommen. - Seitdem sind wir wieder in das vorige fremde, und respectuöse Verhältniß zurück getreten; und so wird es denn hoffentlich wol bis ans Ende gehen. - Die Herzogin gefällt hier nicht sehr; über ihre fortdauernde, und in der That höchst verwundernswürdige Schönheit spricht alles mit Enthusiasmus; ihre Liebenswürdigkeit aber findet der hiesige hohe Adel, und besonders der weibliche Theil desselben zu sehr mit Prätensionen, die man hier zu Lande nicht gelten laßen will, ver//setzt, als daß sie irgend einen Effekt machen könnte. Die Menschen sind alle mit ihr in einer gezwungnen und gespannten Lage, wissen selbst nicht recht, wie sie sie behandeln sollen, und sehnen sich nach ihrer Abreise. Es ist wahr, daß das Curländische Haus durch ihre Anwesenheit ganz verändert, und nicht zu seinem Vortheil verändert ist. Am meisten scheint sie sich noch mit der eiskalten Fürstin Löwenstein zu gefallen. Die Gräfin Sternberg war wirklich 14 Tage lang krank, schützt aber jetzt eine Fortsetzung dieser Krankheit vor, um ihr zu entgehen. Besuche hat sie bey Niemanden gemacht, welches ihr ebenfalls sehr übel genommen wird. Ich glaube, sie wird noch 14 Tage bleiben; denn sie erwartet Wratislaw, dem sie Courier über Courier nach Breslau schickt, den aber, wie es mir scheint, seine Colonnaschen Erbschafts-Prozesse viel zu sehr interessiren, // als daß er sobald kommen sollte. Gestern wurde die bekannte Oper vom vorigen Jahr, l'Oncle Valet, und ein kleines deutsches Stück "Dir wie mir" welches wir neulich schon bei Clam gesehen, im Curländischen Hause gespielt. Zwischen beiden Stücken ein Tableau. Das Ganze dauerte, wegen der ungeheuren Länge der Zwischen-Akte, 3 schreckliche Stunden. Jeanne und die Gräfin Clam haben im deutschen Stück vortreflich gespielt. - Dem Souper wohnte die Herzogin nicht bey. F r e i t a g ist wieder Comödie; und zwar l'Avocat Patelin, und eine von V i c t o r c o m p o n i r t e !!! Oper. Man sagt, [das] diesen Tag werde die Geschichte 5 Stunden dauern. Ich denke mit Grausen daran; und sehe doch nicht, wie ich, ohne offenbare Grobheit, mich herausziehen kan. - - So wenig mir die Herzogin gefällt, so sehr gefällt mir die Gräfin Plettenberg, die // ich hier zum erstenmale gesehen habe. An Geist wird sie freylich von vielen übertroffen; sie hat aber andre Eigenschaften, die mich anziehen. - Fürs erste - und vielleicht letzte, finde ich sie unendlich h ü b s c h; aber so, wie ich lange keine Frau gefunden habe. Dann ist sie aber auch äußerst natürlich, und hat in allem was sie sagt und thut, besonders aber in allen Bewegungen ihres Gesichts und Körpers einen Abandon (dies Wort allein bezeichnet die Sache) und folglich eine Grazie und einen Reitz, die ich nicht genug preisen kan. Sie war die letzten Tage unpäßlich; und da bestand nun meine Erholung von dem Zwange, den ich jetzt bei Pauline erleiden muß, in einigen Stunden, die ich {Ab}ends mit Jeanne, bei welcher sie wohnt, neben ihrem Bette zubrachte. Verliebt bin ich, a u f E h r e, nicht in sie; dies sage ich nur gleich, um allen Mißver//ständnissen vorzubeugen; aber sie ist mir äußerst gemüthlich; und selbst Jeanne ist nie liebenswürdiger und brauchbarer, als wenn man sie mit ihr sieht. - - So eben erhalte ich auch Ihr Schreiben vom 7ten des Monats und danke Ihnen sehr für die Nachrichten aus dem Norden, an denen es uns hier ganz fehlt, und die mir, unter andern, auch deshalb sehr interessant sind, weil ich dadurch meinem redlichen Bildt einen großen Dienst leiste. - Es ist kühn, in unsern Zeiten s o zu sprechen, aber ich sage es Ihnen, weil ich es denke: i c h f ü r c h t e n i c h t s, g a r n i c h t s f ü r d e n K ö n i g v o n S c h w e d e n. In dem Kriege mit Rußland sind alle Vorteile auf s e i n e r Seite; die Russen können ihm höchstens 40,000 Mann (Wintzingerode der dies alles sehr genau kennt, sagt, kaum 30.000) entgegen stellen; und wie weit werden sie damit // in einem Terrain, wie Finnland ist, kommen ? - Gesetzt aber auch, sie wären noch so glücklich, und überrennten das ganze Schwedische Finnland, wo denn nun weiter hin ? Ueber den Bothnischen Meerbusen zu schreiten, das wird ihnen wohl verhoben werden; und unterdessen ist ihre ganze Ostseeküste den äußersten Gefahren ausgesetzt; auch kan, wenn es den Schweden Ernst damit ist, keine Macht auf Erden verhindern, daß sie N o r w e g e n erobern; und wegnehmen kan es ihnen Niemand, wenn sie es einmal haben. Es bleibt also g e g e n Schweden bloß die Möglichkeit einer Französischen Landung. Wie diese aber bewerkstelligt werden soll, ist bis jetzt noch gar nicht zu begreifen; sie ist freylich leichter, als eine Landung in England; aber die Schwierigkeiten sind noch immer sehr groß; und nirgends sind Anstalten dazu getroffen. Die Jahreszeit rückt heran, wo die Engländer im Stande // seyn werden, jedem Versuch dieser Art einen furchtbaren Widerstand zu leisten. Nun laßen Sie aber endlich auch sogar 15 oder 20,000 Franzosen, durch irgend eine jetzt noch unbekannte Operation in S c h o n e n landen.Was nun ? Nach S t o c k h o l m kömmt [xxx] eine Armee in 3 Wochen nicht; für G o t h e n b u r g wird hoffentlich gesorgt seyn; in einem armen und schwierigen Lande geht man nicht so leicht vorwärts, wie in Hannover, Ober-Oesterreich, oder Sachsen. Man muß leben; man muß - wenn nicht den besten Truppen der Muth sinken soll - die Sicherheit des Rückzuges gedeckt wissen. Hiezu kömmt, daß [ich] wir mit Recht hoffen können, es werde doch endlich einmal e i n e Nazion geben, die sich a l s N a z i o n verteidigen wird; und eine frohe Ahndung sagt mir, daß dieser Ruhm den S c h w e d e n aufbewahrt war. - Aus allen diesen Gründen bin ich fest überzeugt, daß, wenn // der König von Schweden nur ausharrt (woran ich nun keinen Zweifel mehr habe) er mit Ruhm und Vorteil aus der Crisis hervorgehen muß. Es k a n nicht leicht anders seyn.Ich erinnre mich nicht, daß ich Ihnen schon von Wintzingerode gesprochen hätte, den ich seitdem er hier (als Brigadier) angekommen ist, häufig sehe. Sie wissen vielleicht, daß ich sein Verfahren im Jahre 1805, wo er eine so wichtige Rolle spielte, nie gebilligt habe. Es war mir indessen immer interessant, daß er mich gleich mit einer gewissen Emsigkeit aufsuchte. Wir haben anfänglich einige harte Discussionen gehabt, weil ich ihm aus meinen Urteilen über die damaligen Vorgänge durchaus kein Geheimniß machte. Ueber manches ist er jetzt selbst meiner Meynung. Da, wo er sich noch rechtfertigt, geschieht es immer auf einer und derselben Basis: daß // man nehmlich keine freye Hände gehabt habe, w e i l d e r K a y s e r A l e x a n d e r m i t j e d e m T a g e s e i n e n S i n n z u ä n d e r n d r o h t e, und Czatorisky, W i n t z i n g e r o d e, und die andern damaligen Faiseurs jeden Morgen zitterten und bebten, daß er bei dem geringsten Hinderniß a l l e s wieder über den Haufen werfen mögte ! Mit diesem wichtigen Ausschluß stimmt denn auch alles andre überein, was er mir über den Charakter dieses schwachen, und elenden Prinzen sagt. Er schwört z. B. daß wenn man ihn nach der Schlacht von Austerlitz, nicht m i t G e w a l t von einer Zusammenkunft mit Bonaparte zurück gehalten hätte, schon damals alles das geschehen wäre, was später zu Tilsit ! Er versichert, der Kayser habe zu allen Zeiten eine unwiderstehliche Neigung gehabt, mit Bonaparte Freundschaft zu machen; und s e i n e i n g e w u r z e l t e r H a ß (sic !) gegen // O e s t e r r e i c h, besonders aber gegen E n g l a n d, habe diese Tendenz nur zu kräftig unterstützt. Er ist überzeugt, daß man ihm zu Tilsit n i c h t s, gar nichts b e s t i m m t versprochen, sondern ihn bloß mit leeren Phrasen, vorzüglich aber durch allerley schändliche geheime Denunziationen, und angebliche Beweise der Treulosigkeit Oesterreichs, Englands, ja selbst P r e u ß e n s gewonnen hat. - Er kennt diesen Kayser in seinen innersten Gründen, und entwirft eine Schilderung von ihm, die ihn noch t i e f unter die Idee setzt, die wir uns bisher schon von ihm gebildet hatten. Jetzt muß ich schließen. Sobald Sie das Manuscript von Buol zurück erhalten, bevollmächtige ich Sie, es, außer Findlater, auch Mezay, in meinem Nahmen, mitzutheilen. Tausend der schönsten Grüße an alle liebenswürdige Personen Ihres Hauses. Ich bin im Geiste sehr oft mitten unter Ihnen. Gentz Eben finde ich die Oesterreichische Declaration in der Hamburger Zeitung. Da die Abschrift nun einmal gemacht ist, so schicke ich sie Ihnen dennoch.H: In Privatbesitz. 10 Bl., F: 227mm x 186mm; 19 ¼ eighd. beschr. Seiten. D: Ompteda-Nachlaß, II, Nr. 227, 360-366 (tlw.).