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Gentz ; Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
An Franz Joseph Fürst von Dietrichstein, Wien, 10. Dezember 1819, Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. [?] 1819

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3629
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
AusstellungsortWien
Datum10. Dezember 1819
Handschriftl. ÜberlieferungMährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. [?]
Format/Umfang3 eighd. beschr. Seiten
IncipitDie Nachricht, die Sie mir gestern
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Franz Joseph Fürst von Dietrichstein Wien, 10. Dezember 1819 Die Nachricht, die Sie mir gestern mitgetheilt haben, Mein Theuerster Fürst, war mir lieber, als irgend eine, die ich von Ihnen jetzt hätte vernehmen können, unendlich lieber, als die von einem Kayserlichen Anlehn von Einer Million mir gewesen wäre. Ein Mann von Ihrer Würde und Ihrem Verdienst muß auf eignen Füßen stehen, zumal, wenn Er in einem Staate lebt, wo man von Dankbarkeit so wenig weiß, als von Delicatesse. Das Urteil, welches Sie bey dieser Gelegenheit über Ihre Freunde aussprechen, hat nur den einzigen Fehler, daß es in der That z u milde ist. Ich finde, daß man von a l l e n Seiten schwer gegen Sie gesündiget hat; und der ganze Vorgang hat meine Meynung von den Menschen, die ohnehin nicht sehr groß mehr war, noch um viele Stufen // herunter gesetzt. Sie haben vollkommen Recht, vor der Hand auch jede Bewerbung um einen Posten fallen zu laßen. Vielleicht erlebe ich noch die Satisfaction, daß man Sie auffordert einen anzunehmen. Ich kenne die Sache zu gut, um letztres zu wünschen; ich weiß in welche fatale Verhältnisse Sie eine diplomatische Stelle verwickeln würde, in welcher Sie nicht s e h r f r e y handeln könnten. Sie sind zum Regieren, und nicht zum Dienen geschaffen. Ein einziges Wort am Schlusse Ihres höchst willkommnen Briefes muß ich rügen. Ihre Besuche bey mir galten nie, wie <Sie> es ausdrücken, Ihrer Noth; dieser abzuhelfen, war ich, leider, viel zu schwach. Ihre Besuche galten immer nur dem ehrenvollen Vertrauen, welches Sie in meine Anhänglichkeit und in meine Theilnahme setzten; sie galten allenfalls dem unverdienten // Werth, den Sie auf ein freymüthiges Gespräch mit mir legten. Von dieser Seite ist nichts verändert; und zwischen Ihnen und mir kan überhaupt für unser Leben hinaus, nichts sich verändern. Ich danke Ihnen, wie für viel andres Gute, so auch für das Zutrauen, womit Sie mich in dieser harten Crisis Ihres Lebens behandelten, und für die Veranlaßung, die Sie mir gaben, in allerley Formen das auszusprechen, was in Bezug auf Ihre große Eigenschaften sowohl als auf Ihre Bekümmernisse in meinem Gemüth lag, und was die jetzt geschlossne Epoche deutlicher und bestimmter, als je zuvor, zur Entwicklung brachte. Ich bin neugierig Morgen zu hören, wie Metternich sich über die Sache erklären wird. Ich freue mich eigentlich darauf, und werde Ihnen zu seiner Zeit treulich davon berichten. Freytag d 10ten December 1819. GentzH: Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. [?] x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten. Empfangsvermerk von Dietrichstein: Genz 10 X. D: bisher ungedruckt.