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Nassau, Herzog Wilhelm von ; Gentz
Von Herzog Wilhelm von Nassau, Wiesbaden, 17. Mai 1831, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 83, Faszikel "Gentziana 1803-1837", Bl. 24-25v 1831

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3613
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Nassau, Herzog Wilhelm von
Addressee of letter
Gentz
LocationWiesbaden
Date17. Mai 1831
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 83, Faszikel "Gentziana 1803-1837", Bl. 24-25v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
IncipitDaß ich Ihre Schreiben richtig erhalten
Type of letterBriefe an Gentz
Digital item: TextVon Herzog Wilhelm von Nassau Wiesbaden, 17. Mai 1831 Daß ich Ihre Schreiben richtig erhalten habe mein bester Gentz, wissen Sie wohl durch den Überbringer derselben. Da ich vollkommnes Vertrauen der heutigen Gelegenheit schenken kann, nehme ich keinen Anstand offen, ohne Scheu und zumal o h n e U m s c h w e i f mit Ihnen zu reden. Ihre Lage thut mir in der Seele leid; wer hätte je eine solche bei I h n e n sich erwarten können ! - Ihre pekuniäre Verlegenheit für den Augenblick zu beseitigen bitte ich heute Fürst Wittgenstein Ihnen 2000 Gulden von mir auszahlen zu lassen. Ein Weiteres, wozu sich noch andre Freunde mit anschließen werden, erlauben Sie mir blos an die Erfüllung nachfolgender Bitte zu knüpfen. // Münch wird dem Fürsten Metternich ein Schreiben von mir überbracht haben; verschaffen Sie sich dasselbe, ich bitte seine Fassung mit Nachsicht zu beurtheilen, seinem Inhalt aber Ihre Aufmerksamkeit und Ihren vielvermögenden Schutz zu schenken. Ich habe darum dem Fürsten ausschließlich von der Ausgiebigkeit unsrer bestehenden Bundesgesetzgebung gesprochen weil es zum Theil meine Überzeugung ist, hauptsächlich aber weil Münch gegen jede andre Form von Einschreitungen, um dem täglich weiter um sich greifenden revolutionnären Prinzip in Deutschland Schranken zu sezzen, sich decidirt gegen mich ausgesprochen hat, als er mir aus Ihrem Briefe Ihre an ihn gestellten Fragen vorlas; auch - ich gestehe es - halte ich eine Revision und Verstärkung der // Bundesgesezze zwar nicht für den Besten, aber für den leichteren und somit für den wahrscheinlicheren Weg zur Herstellung der Ordnung in Deutschland. Ich beschwöre Sie bei allem was Ihnen heilig ist, lassen Sie es sich Ihre angelegenlichste Pflicht seyn, dahin zu wirken, daß durch die zweckmäßigsten aber höchst festen und energischen Maßregeln, b a l d - m ö g l i c h s t b a l d die schlechten und schwachen Regierungen wieder zur Ordnung zurückzukehren gezwungen und verhindert werden davon abfallen zu können, die Gutgesinnten aber aufgefordert werden im Guten zu beharren, und diejenige Unterstützung bei den Großen Mächten finden, ohne welche es bei Gott mit allem Muthe, aller Energie und den besten Absichten rein unmöglich ist zu bestehen, // ja selbst ohne welche es mehr als wahrscheinlich ist, daß irgend eine einzelne Begebenheit in Deutschland hinreicht, den glimmenden Funken zur Flamme anzufachen die alles zu verschlingen droht. Wir sind nicht weit von dieser Gefahr entfernt. Ich werde in einem ähnlichen Sinn an den Kronprinzen von Preußen schreiben, wozu sich mir eine natürliche Veranlaßung dargebothen hat. Ich wiederhole es mein bester Gentz sollten Sie hier wieder wie schon so oft, G r o ß e s zu Stande zu bringen so glücklich seyn, so rechnen Sie auf meine Dankbarkeit. Der Himmel verleihe Ihnen seinen Beystand, zu diesem schönen Unternehmen. Erhalten Sie mir Ihre Freundschaft, und zählen Sie auf die Aufrichtigkeit der Meinigen. d 17ten Mai 1831 E M N H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 83, Fasz. "Gentziana 1803-1837", Bl. 24-25v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.