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Gentz ; Graun, Elisabeth
An Elisabeth Graun, Königsberg, 16. November 1786, Jagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, [?], Nr. 10 1786

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3563
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Graun, Elisabeth
LocationKönigsberg
Date16. November 1786
Handwritten recordJagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, [?], Nr. 10
Size/Extent of item2 eighd. beschr. Seiten
Places of printWittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 19, 90; Olfers, Margarete von: Elisabeth v. Staegemann. Lebensbild einer deutschen Frau 1761-1835, Leipzig 1937, 65
IncipitIch kan diesen Ort, meine einzige Freundin
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Elisabeth Graun Königsberg, 16. November 1786 Ich kan diesen Ort, meine einzige Freundinn, ohnmöglich verlaßen, ohne noch einmal, sey es auch durch die unendliche Unruhe, in der ich schwimme hindurch, Ihnen mein Lebewol zuzurufen, und eine Zeile zu schreiben, die Sie bisweilen an diesen Tag, an diesen traurigen Tag erinnert. Ich habe vor einer halben Stunde von Ihrer Stube die Sie den Saal nennen, Abschied genommen; das Gefühl, was mich in dem Augenblick ergriff, vermag ich nicht zu schildern: meine ganze Lebensgeschichte lag mir vor den Augen aufgeblättert, wie ein Buch: mit heißen, - fast - verzweiflungsvollen Thränen dacht' ich beym Herausgehen an der Thür, und rief es zu wiederholten Mahlen laut aus: So froh, als du hier warst - wirst du nie, nie - in dieser traurigen Welt mehr seyn. O meine Freundinn ! - Meine Seele ist so voll, daß alle meine Worte in Thränen ersticken. Sie kennen mich. Ah ! Sie kennen mein unglückliches, zu gefühlvolles, für diese Welt nicht geschaffnes Herz. Sie kennen meine Wünsche, mein Elend, meine Ansprüche auf Glükseeligkeit, meine edeln Vorsätze, meine Tugend, und meine Chimären. - Sie kennen alles - Was brauch ich mehr zu sagen ? // E r h a l t e n S i e m i c h m i r s e l b s t - In Ihren Händen liegt in Zukunft ein großer Theil meines Schicksals. Laßen Sie mich fallen - entziehen Sie mir den kleinsten Grad Ihrer Freundschaft - ich wiederhole es hier noch einmal - so bin ich ohne Rettung verlohren - Als ich Königsberg vor 2 Jahren verließ, quälte mich der Gedanke, von einem Mädchen zu gehen, in die ich rasend verliebt war - Giebt es zum Verliebtseyn nicht allenthalben Mädchen ? - Jetzt - o jetzt - ja diese Lücke wird in keinem End der Erde ausgefüllt. Graunin ! Ich verlaße S i e ! und ich sollte nicht weinen ? Leben Sie wol, Theuerste Frau, liebe, unvergeßliche Freundinn ! Und der Seegen Gottes, und der Lohn Ihrer Tugenden komme über Sie und Ihre Kinder, so wie der Seegen Ihrer Freundschaft über m i c h. Leben Sie wohl In tausend Thränen, bey Münzmeisters geschrieben eine Stunde vor meiner Abreise den 16t. Novbr. 1786.H: Jagellonische Bibliothek, Krakau. Sammlung Varnhagen, Nr. 10. x Bl., F: ; 2 eighd. beschr. Seiten. D: Wittichen/Salzer, Briefe, I, Nr. 19, 90. Olfers, Margarete von: Elisabeth v. Staegemann. Lebensbild einer deutschen Frau 1761- 1835, Leipzig 1937, 65.