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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Karlsbad, 24. Juli 1819, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.803 1819

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3435
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Leiden, Carl
AusstellungsortKarlsbad
Datum24. Juli 1819
Handschriftl. ÜberlieferungWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.803
Format/Umfang2 Bl., F: 203mm x 127mm; 3 eighd. beschr. Seiten
IncipitDu wirst von Pilat erfahren haben
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Carl Leiden Karlsbad, 24. Juli 1819 Carlsbad den 24 July. Du wirst von Pilat erfahren haben, Mein lieber Carl, daß ich Mittwoch Abend hier angekommen bin, kaum zwey Stunden v o r dem Fürsten Metternich, so daß in dieser Hinsicht alle meine Wünsche erfüllt waren. Ich sehe in Carlsbad nichts als einen Ort, wo ich den größten Theil des Tages mit dem Fürsten, und ein Paar andern bedeutenden Männern über die wichtigsten Angelegenheiten der Zeit sprechen - in meiner Stube (die Du kennst) schreiben und lesen - und einigen, zum Theil sehr lästigen, devoirs de société, Genüge leisten muß. Alles Uebrige ist mir ganz gleichgültig. Spatzierengehen mag ich eben so wenig als Spatzierenfahren, ver//misse daher auch [xxx] meine Pferde nicht, bin vielmehr froh, daß ich an deren Abwesenheit zuweilen einen schicklichen Vorwand, an Partien nicht Theil zu nehmen, finden werde. Das Wetter ist mittelmäßig, eher schlecht als gut; sonst alles, wie im vorigen Sommer, und vielen hundert vorhergehenden. Jede Bude steht auf derselben Stelle, und in jeder Bude sind die nehmlichen Gegenstände wieder feil; man sollte sagen, die Käufer hätten sie den Verkäufern zurückgegeben; so einförmig sieht alles aus. Von der Dauer dieses Aufenthalts weiß ich noch nichts, habe aber Gründe zu glauben, daß er sich nicht über die Mitte des Augusts hinaus verlängern wird. // Ich habe bisher wieder getrunken noch gebadet, und werde [es] auch wohl keins von beyden versuchen. Mit meiner Gesundheit geht es gut. Ich hoffe bald von Dir Nachrichten zu erhalten, die mich (so denke ich wenigstens) mehr ergötzen werden, als alles was mich hier umgiebt, und wovon das Ernsthafte nur z u Ernsthaft, das vermeyntliche belustigende höchst unschmackhaft ist. Gott erhalte Dich, Mein liebes Kind; und führe Dich gut auf ! Gentz. Wenn Du mit Madame Leopold sprichst, so empfiehl mich ihr b e s t e n s. Von F. hoffe ich durch Dich etwas zu erfahren.H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.803. 2 Bl., F.: 203mm x 127mm; 3 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.