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Gentz ; Stanhope, Philip Henry Earl of
An Philip Henry Earl of Stanhope, Wien, 28. Januar/10. Februar 1830, The Centre for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189, 1-2 1830

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3343
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Stanhope, Philip Henry Earl of
LocationWien
Date28. Januar/10. Februar 1830
Handwritten recordThe Centre for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189, 1-2
Size/Extent of item2 Bl., F: 235mm x 187mm; 4 eighd. beschr. Seiten
IncipitSollte ich wirklich ganz aus Ihrem
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Philip Henry Earl of Stanhope Wien, 28. Januar/10. Februar 1830 Wien den 28 Januar 1830. Mein Verehrter und Geliebter Herr und Freund ! Sollte ich wirklich ganz aus Ihrem Andenken verstoßen seyn ? Seit Ihrer Abreise von Wien sah ich die theuren Züge Ihrer Hand nur auf an Andre gerichteten Adressen, ohne daß mir ein freundliches Wort zu Theil ward. Ich sehe, [daß] aus den Z e i t u n g e n, daß Ihnen die Präsidentur der Botanischen Gesellschaft einige unangenehme Verhandlungen zugezogen hat; vergeben Sie mir, wenn ich hinzu setze, daß ich sie mit einem gewissen W o h l g e f a l l e n las - weil i c h daraus lernte, nicht allein, daß Sie Sich wohl befinden, sondern auch, daß Sie bey voller Geistesheiterkeit und guter Laune seyn mußten. Der diesjährige Winter ist in jeder Hinsicht einer der traurigsten und furchtbarsten die ich erlebt habe. Und doch kan ich Gott nicht genug dafür danken, daß meine Gesundheit ihm bisher widerstand. Dies ist aber auch alles, // was ich Ihnen erfreuliches von mir melden kan. Die durch Ihre gütige Verwendung zuerst in Gang gebrachte, nachher von Neumann und später von Esterhazy mit Eifer (wie ich glaube) betriebne Sache ist noch immer nicht zu einem Resultat gediehen; und wenn Sie vielleicht durch ein gelegentliches gutes Wort darauf wirken können, so versagen Sie es Ihrem alten Freunde nicht. Sie kennen meine Passion für gutes Papier, wie z.B. das, worauf ich diese Zeilen schreibe. Wickeln Sie einen Stoß Papier in ein Couvert, schreiben Sie mir darauf zwey Worte, die mir beweisen, daß Sie mich nicht vergessen haben - und ich bin vorläufig zufrieden. Ich würde Sie noch um etwas Andres ansprechen, wovon ich aber den Preis nicht kenne, und zittre, daß er ausschweifend seyn mögte; ich meyne die Planta Asiaticae von Wallich; aber wenn sie zu theuer sind, thue ich gern darauf Verzicht. // Ich hätte Ihnen viel, sehr viel über den gegenwärtigen Stand der öffentlichen Angelegenheiten zu sagen, mehr aber über England, als über irgend einen andern Staat in Europa. Ich habe neuerlich manches erlebt, was meine Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich gezogen hat, und gäbe viel darum, mit Ihnen mich darüber verständigen zu können. Vielleicht wird sich mir dazu nächstens eine Gelegenheit darbieten; die heutige dient mir bloß, Ihnen die Versicherung der unwandelbaren Ergebenheit zu erneuern, womit ich Lebenslang verharre Meines Theuersten Grafen treuster Diener Gentz d e n 1 0ten F e b r u a r N S. Der vorstehende Brief konnte mit der Gelegenheit, die ihn befördern sollte, // nicht mehr abgehen; und ich bin nicht unzufrieden darüber; denn zwey Tage später empfing ich d a s v o r t e f l i c h e P a p i e r, womit Sie [meinem W] einem meiner Wünsche zuvor gekommen waren. Ich empfing es, aber - leider ! - ohne eine Zeile von Ihrer werthen Hand. Ich fange nun doch an zu besorgen, daß die verdrießlichen Vorfälle in der Medico-Botanischen Gesellschaft Sie verstimmt haben, und daß dies e i n e der Ursachen Ihres langen Stillschweigens war. Die Sitzung, von welcher das Morning Journal vom 18ten die Details enthält, hat selbst mich sehr geärgert. - Auch habe ich mit größtem Leidwesen vernommen, daß unser edler Freund, Lord Strangford ernsthaft krank war, und vielleicht noch ist. - Der Aufsatz über den innern Zustand Englands im Januar-Heft des Quarterly review ist eine trübe, fast drohende Vorrede zu der diesjährigen Parlaments-Sitzung. Melden Sie mir, wenn Sie eine freye Stunde finden, was Sie davon denken. Ich fürchte, daß nun auch m e i n Anliegen, trotz der wiederholten Verheißungen des Herrn Arbuthnot - Schiffbruch leiden wird. H: The Centre for Kentish Studies, Maidstone (England). Stanhope Papers, U 1590 Ref. C 189, 1-2. 2 Bl. F: 235mm x 187mm; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.