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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Weinhaus, 7. August 1826, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?] 1826

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3121
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationWeinhaus
Date7. August 1826
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?]
Size/Extent of item2 Bl., 4 eighd. beschr. Seiten
IncipitDein Brief vom 22. und 25
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Weinhaus, 7. August 1826 Weinhaus den 7 August. Dein Brief vom 22. und 25 v. M. hat mich gefreut, lieber Carl! Die Schnelligkeit Deiner Reise war allerdings etwas Außerordentliches, und der Fürst Esterhazy hat nicht ermangelt, gleich im Eingang seiner ersten Depesche [darauf] davon Erwähnung zu thun. Ich, meines Theils, bin kein Freund von solchen promessen. Ich habe noch neuerlich zwey Beyspiele von jungen Leuten gehört, die nach drey- oder viertägigen Märschen dieser Art, in wenig Stunden des Todes verblichen*. Einer der größten Favoriten des Kaysers Alexander, der beste aller Dolgorouckis hatte dasselbe Schicksal, weil er in 6 Tagen von der untern Donau nach Petersburg jagte. Ich gestehe, daß der eitle Ruhm, der aus dergleichen Expeditionen wächst, mir nicht der Mühe // werth scheint, Gesundheit und Leben dabey aufs Spiel zu setzen. Für die gute Bestellung meiner Aufträge danke ich sehr, und freue mich ganz besonders des erwünschten Erfolges der Wagenfedern-Bestellung. - Unterdessen muß ich Dir melden, daß die Arbeit an der bewusten Calesche recht nach Wunsche ausgefallen ist, und daß sie - wenn gleich immer noch hinter der mit Englischen Federn versehnen zurückstehend - eine w e s e n t l i c h e Verbesserung erhalten hat. Wie hast Du glauben können, daß ich [jetzt] bey Empfang Deines Briefes schon in Gastein seyn würde ? Ich habe Dir ja immer gesagt, daß ich vor dem 18 oder 20ten nicht abginge. Dabey bleibt es nun auch. Das früher beschlossne Rendez-Vous mit dem Fürsten in Ischel // fällt nun, da er so spät abgereiset ist, weg. Ich nehme meinen Weg gerade über Salzburg. - Der Fürst ist am 29 von Plass nach Königswart gegangen, von da er morgen abreisen, und am 11ten in Johannisberg eintreffen will. Mit meiner Gesundheit geht es seit einigen Wochen über alle Erwartung gut. Das dreymalige Schröpfen (zuletzt am 30 v. M.) hat so wohlthätig auf mich gewirkt, daß ich für jetzt fast ganz frey von Schmerzen bin, auch mein Muth und meine Geistes-Stimmung sich sehr gehoben haben. Dies sind kaum übele Vorzeichen für den diesmaligen Versuch mit Gastein. Der Englische Courier, dem ich das Schreiben mitgab, soll Morgen expedirt werden. Ich habe also Grund zu vermuthen, daß er Dich noch in London treffen werde, und schreibe daher noch ein Paar Buchhändler-Artikel auf beyliegenden Zettel. Eine gute K a r t e v o n // B i r m a n s c h e n R e i c h e ist sicher dort erschienen. Diese, und die neuste Ausgabe von Allen's map of India (eine H a n d k a r t e, die fast jedes Jahr [xxx] neu aufgelegt wird) wünschte ich außerdem sehr zu besitzen. Sage bey Gelegenheit dem Fürsten Esterhazy, ich ließe mich ihm bestens empfehlen, und wäre n i c h t böse auf ihn, ob er gleich alle Correspondenz mit mir abgebrochen. Er soll mir aber durch Dich irgend ein angenehmes (wenn auch nicht kostbares) Geschenk senden; denn ich sey jetzt den T ü r k e n auch darin beygetreten, daß ich mir gern Geschenke machen ließe. - Alles, wie sich von selbst versteht, im höchsten Spaß ! Sollte dieser Brief Dich nicht mehr treffen, so schreibe ich in meinem Leben nicht mehr an einen Courier. Ich hoffe es aber fast, und wünsche Dir übrigens recht frohe Tage ! Gentz Vergiß ja nicht, von dem Schönfeldschen vergoldeten Briefpapier mitzubringen, wovon ich Dir eine Probe mitgab. * NB <Daß> auch das S c h w i m m e n mit Gefahr, selbst für die Meister, verknüpft ist, lehrt beyfolgender Zettel. Es folgt ein Zettel, der höchstwahrscheinlich aus einer Zeitung stammt: Am 17. Juni ertranken beim Baden in der Moskwa drei Männer, worunter a u c h e i n S c h w i m m - M e i s t e r. Ein Zögling sollte nämlich ins Wasser springen, und sich ohne Seil auf der Oberfläche zu erhalten suchen, aber er sprang und kam nicht wieder hervor. Der Schwimm-Meister stürzte sich nach, so wie noch ein junger Mann, ein rüstiger Schwimmer, aber beide wurden durch den Erstern, einen starken Jüngling, auf dem Grunde umklammert, und in der Todesangst festgehalten, so daß alle drei ertranken. H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 2 Bl., F.: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.