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Gentz ; Brinckmann, Karl Gustav von
An Karl Gustav von Brinckmann, Schöneberg, 12. September 1801, Archiv des Grafen Wachtmeister, Trolle-Ljungby (Schweden). Nachlass Brinckmann, Ausländ. Briefwechsel, Gentz an von Brinckmann, G 3 1801

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id31
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Brinckmann, Karl Gustav von
LocationSchöneberg
Date12. September 1801
Handwritten recordArchiv des Grafen Wachtmeister, Trolle-Ljungby (Schweden). Nachlass Brinckmann, Ausländ. Briefwechsel, Gentz an von Brinckmann, G 3
Size/Extent of item2 Bl., F: 227mm x 187mm; 3 ¼ eighd. beschr. Seiten
Places of printWittichen/Salzer, Briefe, II, Nr. 87, 77-78
IncipitIch habe gestern noch über die Münstersche Wahl
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Karl Gustav von Brinckmann Schöneberg, 12. September 1801 Ich habe gestern noch über die Münstersche Wahl aus einer nicht zu verachtenden Quelle einige Aufschlüsse erhalten, die ich für Pflicht achte Ihnen, zum Behuf Ihrer heutigen Depesche mitzutheilen. Gleich nach dem Tode des Churfürsten erklärte Stadion hier so bestimmt als möglich, daß der Kayserliche Hof keine Wahlen in den vacanten Stiftern zugeben würde. Diese Erklärung gründete sich auf die Instructionen , die er von Trautmannsdorff und dem Erzherzoge Karl erhalten hatte. Denn Stadion ist, wie Sie wißen, ein Haupt-Anhänger der jetzt (wenigstens dem äußern Anschein nach) in Oesterreich dominirenden Partei, und correspondirt beständig mit dem Erzherzoge. Nun scheint aber die Gegen-Partei das heißt die Thugutsche, die immer noch nicht als ganz ohnmächtig zu betrachten ist, von Anfang // an ein andres beschlossen zu haben. Der Graf Colloredo, der nie anders als durch Thugut denken und sprechen konnte, und der ihn fortdauernd consultirt, hat den Kayser bewogen, den Graf Westphalen als Commissär in die Stifter zu schicken. Bei dieser Maßregel [xxx] lag wahrscheinlich mehr als ein Motiv zum Grunde: 1, man wollte Stadion in Verlegenheit setzen und compromittiren; denn diesen haßt die Thugutsche Partei tödtlich 2, man wollte den Anschein eines Rapprochements zwischen Oesterreich und Preußen in der Geburt ersticken. 3, vielleicht auch neue Zwistigkeiten zwischen Oesterreich und Frankreich vorbereiten. Die Ernenung des Grafen Westphalen ging vor sich, und zwar wahrscheinlich, e h e in Wien die Erklärung des Preußischen Hofes, gewiß, ehe die der Französischen Regierung bekannt war. Nun aber erschienen Schlag auf Schlag // diese beide Erklärungen; und Colloredo, (eine Art von Kökritz, nur viel dummer) zitterte vor den Folgen seines Schrittes. Bei dem Abgange der letzten Nachrichten erwartete man mit Sicherheit die Zurücknahme aller bisherigen Maßregeln, und es ist gewiß, daß man Westphalen einen Courier nachgeschickt hatte. Ob dieser nun aber ganz bestimmte Ordres zum Zurücktreten gehabt hat, ob er noch zur rechten Zeit angekommen seyn wird pp über das alles läßt sich nur conjekturiren. Stadion hatte übrigens gestern Abend [den bestimmten] noch keinen bestimmten Befehl, unsern Hof zu beruhigen, erwartete aber mit Sehnsucht einen Courier, der ihm die heutige Conferenz mit Haugwitz hätte erleichtern können. Ob er angekommen ist, weiß ich nicht. Zum Lohn für diese Nachrichten verlange ich immer nichts weiter als // Ihre bona officia behufs meiner fernerweiten Introduction bei der Gräfin Voß. Adieu Gentz. Schöneberg d: 12 Septbr. 1801. H: Archiv des Grafen Wachtmeister, Trolle-Ljungby (Schweden). Nachlaß Brinckmann, Ausländ. Briefwechsel, Gentz an von Brinckmann, G 3. 2 Bl., F: 227mm x 187mm; 3 ¼ eighd. beschr. Seiten. D: Wittichen/Salzer, Briefe, II, Nr. 87, 77-78.