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Gentz ; Pilat, Joseph Anton von
An Joseph Anton von Pilat, Ischl, 17. August 1824, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.874 1824

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Pilat, Joseph Anton von
LocationIschl
Date17. August 1824
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.874
Size/Extent of item2 Bl., F: 235mm x 186mm; 4 eighd. beschr. Seiten
Places of printGentz-Briefe an Pilat, II, 169-171 (tlw.)
IncipitLes jours se suivent et ne
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Joseph Anton von Pilat Ischl, 17. August 1824 Ischel Dienstag den 17 August. Les jours se suivent et ne se ressemblent pas - sagt ein geistreiches Französisches Sprüchwort. Ich bin heute wieder bey der besten Laune. Noch ist zwar der Himmel trübe; aber der Barometer ist gestiegen; der Thermometer steht auf 15; ich habe vortreflich geschlafen, und befinde mich - das ist wohl die Hauptsache - zehnmal besser als ich von Wien abreisete. Dem Wasser - wenigstens dem Salz-Wasser habe ich dies nicht zu danken; daß aber die hiesige Luft nicht dazu beygetragen haben sollte, darf ich ohne Ungerechtigkeit nicht behaupten. Der Mensch weiß oft selbst nicht, was ihm zum Besten dient. Ich wäre freylich gern heute abgereiset; indessen wird ein Aufschub von 4 oder 5 Tagen doch wohl zu ertragen seyn; besonders wenn wieder gutes Wetter eintritt, wie ich nun zu hoffen wage. Mein Stillschweigen über die Ministerialreviremens in Paris, die ich schon seit vorigem Donnerstag kannte, wird Ihnen beweisen, wie geringen Eindruck die Sache auf uns gemacht hat. Graf Damas ist ein rechtlicher Mann, und in jedem // Fall besser als Chateaubriand; wie er aber zu den auswärtigen Angelegenheiten kömmt, das mag Gott wißen. Ihre Vermuthung ist nicht gegründet. Von Laferronaye war n i e die Rede. - Damas wird in Petersburg äußerst angenehm seyn. Die Russen betrachten ihn als ihren Zögling und Landsmann. Er ist allerdings in der Militär-Akademie in Petersburg von Klein auf erzogen, und hat den größern Theil seines Lebens dort zugebracht. Erst im Jahr 1814 kehrte er, wie Richelieu, nach Frankreich zurück. - Villêle behauptet sich gewiß. Die Wahl des Dupont ist, wenn gleich nicht schädlich, doch in jedem Falle sehr ärgerlich; und was das Journal de Paris darüber gesagt hat, vollkommen wahr. Unsre schlimmsten Feinde in Frankreich sind jetzt die constitutionellen Royalisten, Chateaubriand, Labourdonaye, Lalot, und das höchst infame Journal des débats. Mit der Quotidienne, obgleich der alte Michaud sich eine Zeitlang von persönlichem Unmuth hinreißen ließ, bin ich durch zwey ä u ß e r s t l o b e n s w e r t h e // Artikel (29 und 30 July) vor der Hand wieder ausgesöhnt. Ich bitte Sie, auch den Artikel dieses Blattes vom 3ten August mit Aufmerksamkeit zu lesen, und zwar deshalb, weil dieser Artikel, obgleich er sich auf die A m e r i k a n i s c h e n Rebellionen bezieht, wörtlich auf die G r i e c h i s c h e n anwendbar ist.Ich wünschte, der Sohn Ihrer Wäscherin wäre ein Demokrat geblieben. Solche Bestien können unsrer Sache nur schaden, wie Sie schon aus seinen sackdummen Händeln mit der Neckar-Zeitung ersehen. Obgleich Sieber ohne allen Zweifel ein Windbeutel und Abentheurer ist, hat doch seine schnelle Reise um die Erde unstreitig etwas anziehendes und imposantes. Ich bin sehr neugierig auf seine fernern Schritte und Schicksale. Wenn er wirklich nach Prag gegangen ist, wird er sich allem Vermuthen nach wieder an mich wenden. Dem Brief, den er mir von Isle de France im vorigen Jahre geschrieben hat, werde ich v e r l e u g n e n, bitte Sie also, dessen nie zu erwähnen. Eodem. Um 12 Uhr Mittags Ich erfahre so eben, daß Nieper, dessen Frau todtkrank seyn soll, die Erlaubniß erhalten hat, in einer Stunde nach Wien zu reisen. Demnach gebe ich ihm diesen angefangnen Brief mit, benachrichtige Sie aber, (auf den Fall daß er v o r der Post ankäme) daß ich Ihnen g e s t e r n A b e n d geschrieben habe, um Sie von unsern [xxx] Projekten zu informiren. [xxx] Aus diesem gestrigen Briefe werden Sie ersehen, daß, und warum ich vor Sonnabend Ischel nicht verlaßen kan. Sollte zwischen jetzt und Donnerstag früh (wo die gute und schnelle Post wieder abgeht) keine andre Gelegenheit sich ergeben, so erhalten Sie wenigstens Sonnabend durch die Post [Nachr] weitre Nachrichten von mir; und dann sicher auch einen Türkischen Artikel, den ich für Niepers Abreise zu liefern nicht mehr im Stande bin. Alle Aspekten verkündigen heute - nach 60stündigem Regen, einen guten Tag. Quod Felix Faustumque sit. Gentz H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.874. 2 Bl., F: 235mm x 186mm; 4 eighd. beschr. Seiten. D: Gentz-Briefe an Pilat, II, 169-171 (tlw.).