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Gentz ; Bubna von Littiz, Ferdinand Graf
An Ferdinand Graf Bubna von Littiz, Laibach, 12. Mai 1821, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel 1821. Gentz: Pilat, Bubna, Bl. 5-6 1821

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2935
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Bubna von Littiz, Ferdinand Graf
AusstellungsortLaibach
Datum12. Mai 1821
Handschriftl. ÜberlieferungHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel 1821. Gentz: Pilat, Bubna, Bl. 5-6
Format/Umfang3 eighd. beschr. Seiten
DruckorteKlinkowström, Staatskanzlei, Nr. XXXV, 90-91
IncipitMein Großer, Guter, und Treuer
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Ferdinand Graf Bubna von Littiz Laibach, 12. Mai 1821 Laybach 12ten May 1821. Mein Großer, Guter, und Treuer Nachbar und Gönner ! - die Anrede habe ich mir aus einem Latourschen Schreiben wohl gemerkt. - Ich will wenigstens Laybach nicht verlaßen, ohne Ihnen gesagt zu haben, welchen tiefen und frohen Eindruck Ihre Verdienste, Ihr wohl-erworbner Ruhm, und das Gute, welches durch Sie uns zu Theil worden ist, auf mich gemacht haben. Fleißiger Leser Ihrer Briefe und Berichte, mithin fortdauernder Zeuge Ihres vortreflichen Ganges, habe ich oft an die angstvollen Tage in Dotis, und an die stillen, beynahe faulen, die wir später mit einander in Prag verlebten, zurück gedacht, und mir Glück gewünscht, nie in Ihnen den Mann verkannt zu haben, der der Monarchie noch so ersprießliche Dienste leisten sollte. So hoch als heute hat Oesterreich lange nicht gestanden. Wir haben einen guten Kampf gekämpft; und ob ich gleich in diesen großen Verhandlungen nur zu einer untergeordneten Rolle berufen seyn konnte, so betrachte ich doch den // Antheil, den ich daran gehabt, als die Krone meines diplomatischen Lebens. Herr Oberst von Velden hat mir einen Aufsatz über die Ereignisse in Piemont zugeschickt, und dabey den Wunsch geäußert, denselben in irgend einer Zeitschrift abgedruckt zu sehen. Ich gestehe Ihnen, Mein Edler Freund, daß mich dieses in einige Verlegenheit setzt. Den Aufsatz so drucken zu laßen, wie er ist, würde mir zwecklos scheinen, weil er im Grunde keine Thatsache enthält, die nicht in den Bülletins gestanden hätte. Denselben zur Basis einer ausgedehntern Arbeit zu nehmen, worin die in mehr als einer Rücksicht interessante Geschichte dieser kurzen Rebellion zugleich aus dem politischen Gesichtspunkte dargestellt würde, könnte, mit Sachkenntniß und Geschicklichkeit ausgeführt, allerdings ein schönes Resultat geben. Zu einer solchen Arbeit könnte i c h mich aber vor der Hand nicht anheischig machen. Ich bin durch Siebenmonatliche Anstrengungen so erschöpft, und meine Gesundheit hat im vergangnen // Winter so gelitten, daß ich jetzt vor allen Dingen, obschon ich freylich nicht aufhören werde, zu arbeiten, an eine ernsthafte Restauration meines Körpers denken muß, wenn dieser glorreiche Congreß nicht mein letzter gewesen seyn soll. Ich bitte Sie, dies dem Herrn von Velden auf eine Art die ihm an meinem guten Willen keinen Zweifel laßen kan, beyzubringen.Ich reise am Morgenden Tage nach Wien zurück, und in 8 Tagen wird keine Spur von uns allen mehr in Laybach seyn. Ich hoffe, Sie haben zuweilen meiner gedacht. Sollten Sie das aber <auch> nicht gethan, sollten Sie nicht geahndet haben, daß ich mehr als einmal halbe Stunden lang mit dem Fürsten gemeinschaftliche Loblieder auf Sie angestimmt, so bleibt Ihnen meine Verehrung und innige Freundschaft darum nicht weniger [gesichert] wohl verwahrt, und ich bitte Sie, die erneuerte Versicherung derselben mit alter gewohnter Güte und Herzlichkeit aufzunehmen. Ihr getreuer Diener Gentz. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Fasz.: 1821. Gentz: Pilat, Bubna, Bl. 5-6. x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten. D: Klinkowström, Staatskanzlei, Nr. XXXV, 90-91.