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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Verona, 15. Oktober 1822, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?] 1822

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id27
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationVerona
Date15. Oktober 1822
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?]
Size/Extent of item2 Bl.; 4 eighd. beschr. Seiten
IncipitIch bin am Sonntag Nachmittag
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Verona, 15. Oktober 1822 Verona Mittwoch 15ten Oktober. Ich bin am Sonntag Nachmittag hier angekommen Mein lieber Carl, und habe hier Deine Briefe vom 15ten und 21 v. M. vorgefunden. Du mußt seitdem die meinigen, vom 10ten, 25ten, und 28ten aus Wien, und vom 5ten d. M. aus Salzburg erhalten haben. Mein fester Vorsatz war Dir heute den fernern Verlauf meiner über alle Beschreibung angenehmen und glücklichen Reise zu erzählen, und meine ersten Bemerkungen über diese Stadt mitzutheilen. Aber ein dreystündiger, und doch höchst wichtiger Besuch von Lord Strangford der diesen Morgen hier eingetroffen ist, [er] hat mir die Zeit dazu weggenommen; und da der hier angestellte Commissionär von Rothschild einen Courier nach Paris schickt, durch welchen Du meinen Brief gewiß s e h r s c h n e l l erhalten wirst, so will ich wenigstens // die Gelegenheit nicht versäumen, Dir zu melden, daß ich an Ort und Stelle bin, und mich - nicht gerade glänzend gut, aber doch erträglich befinde. Verona ist nicht Laybach. Eine große, weitläuftige, ungefällige, unbequeme, unheimliche Stadt - die Personen [von] welche man am meisten sehen muß, halbe Stunde weit von einander gerissen, - eine Masse von Souverains, große und kleine Prinzen und Prinzessinnen, die den Standpunkt eines zu Geschäften bestimmten Congresses denaturirt - eine Wohnung, in der kein Ofen, kein brauchbares Meuble, kein Fußteppich (und Flusen statt des Parkets) keine Art von Bequemlichkeit zu finden war, [die ich] für deren Brauchbarmachung ich schon 400 Francs <habe> 0ausgeben müßen ppp - alles das war nicht einladend. Noch weiß ich nicht einmal ob ich einen Kayserlichen // Wagen zu meiner Disposition erhalten werde, worüber ich so eben dem Grafen Wrbna eine nachdrückliche Petition eingereicht habe. Du weißt natürlich schon, daß endlich das längst erwartete B a r o n - Diplom für die Rothschildsche Familie erschienen ist. Der Wiener Freund kommt in 5 oder 6 Tagen nach Verona. Durch seinen hiesigen Commissionär aber werde ich Dir ausführlicher schreiben, sobald ich nur einigermaßen frey athmen kan. Your letter to Bennet has surprised me. If You have written it without any foreign aid, it is a new and remarkable proof of Your distinguished capacities. Such progress in so short a time I never saw, and can scarcely believe. - Nach diesem Maßstabe kanst Du in Zwey Jahren alle Sprachen von Europa und Asien lernen. Da es so mit Dir steht - // wie kanst Du von der Rückreise sprechen ? Benutze diese goldne Zeit ! Alle Freude, die ich an Deiner Gesellschaft haben kan, ist nichts gegen die, welche Deine Fortschritte in guten und nützlichen Dingen mir gewähren, und jeden Tag preise ich mich glücklich, Dich wenigstens in dieser Epoche Deines Lebens - was ich nicht von allen vorhergehenden sagen darf - auf wohl berechneter Bahn geführt zu haben. Adieu Gentz Die Englische Calesche grüßt bestens. Unbeschädigt, in immer gleicher Vortreflichkeit, das erste Stück meines ganzen Mobiliars, hat sie ihren Einzug in das schlecht gepflasterte Verona gehalten. H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv-Nr. 2 Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. Empfangsbestätigung von Leiden: Received Oct. 28th 822. D: bisher ungedruckt.