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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Karlsbad, 13. August 1819, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.805 1819

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2639
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationKarlsbad
Date13. August 1819
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.805
Size/Extent of item2 Bl., F: 250mm x 202mm; 2 ½ eighd. beschr. Seiten
IncipitEs geht mir hier schlecht
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Karlsbad, 13. August 1819 Carlsbad d 13 August. Es geht mir hier schlecht, Mein lieber Carl; ich bin seit acht Tagen so abgespannt, so geschlagen, so leidend, daß mein ohnehin großer Abscheu vor diesem Orte jetzt verdoppelt werden muß. Könnte ich 20 Bäder in Gastein nehmen, ich fühle, daß mir besser werden würde ! Ich bin dabey mit meiner Zeit oft bis zur Verzweiflung gedrängt; und überhaupt in der übelsten Stimung. Ich übertrage Dir die Bestellung einiger Briefe; und muß bey jedem ein Wort bemerken. Der Brief an die Madame Leopold (Müller) wünsche ich ihr übergeben, wenn sie a l l e i n ist; doch muß dies ohne irgend einen Anschein von mysteriöser Wichtigkeit geschehen. Ich glaube, das Beste wäre, den Brief Morgens früh um 8 Uhr, durch die Sopherl ihr zustellen zu laßen. Der Madame Swoboda wirst Du den Brief sogleich, hienächst aber den 24 oder 25ten d. M. 200 Gulden in Banknoten versiegelt, (allenfalls mit zwey Worten, daß es auf meine Ordre geschieht) übersenden. Vergiß dieses aber ja nicht. // Was endlich die Erneg betrift, so brauchst Du deshalb keine weitre Instruction. Ich wünsche sehr nächstens zu vernehmen, ob das gute Vernehmen zwischen Dir und ihr noch besteht. In jedem Falle bist Du von mir autorisirt, ihr in allem was sie brauchen könnte, beyzustehen. Du erhältst mit diesem Briefe ein Kästchen, worin 2 vollständige Tobackspfeifen liegen, wovon Du Eine (nach freyer Wahl) für Dich behalten, die andre Herrn von Pilat als ein Geschenk von mir übergeben wirst. Außerdem ist in diesem Kästchen Kopf und Mundstück einer <ebenfalls für Dich bestimmten,> Türkischen Pfeife, wovon das Rohr, weil es zu lang ist, mit gegenwärtiger Gelegenheit nicht abgehen kan. Dieses, nebst einigen eleganten P r i t s c h e n, werde ich Dir selbst mitbringen. Ich schreibe unter einem so entsetzlichen Donnerwetter, daß Du meine Contenance bewundern würdest, wenn Du hier wärest. Da aber meine heutige Expedition, durch Major Rosty abgehen muß, der um 6 Uhr reisen will, so gilt schon // keine andre Rücksicht. Ich bin froh, eine so sichre Gelegenheit zu finden, da alles, was durch andre Wege geht durchschnüffelt wird, und ich wenigstens meine Privat- und Weiber-Correspondenz nicht jedem Brief-Eröfner Preis geben mag. Ich hoffe bald Nachrichten von Dir zu erhalten, Mein liebes Carlmännchen. Wie wohl wäre mir, wo Du bist ! Gegen die Qual dieses Carlsbader Aufenthalts waren alle meine frühern Congreß-Feldzüge - beynahe Genuß. Gott erhalte Dich gesund, und bey recht guter Laune. Du hast ja keine Ursach mißvergnügt zu seyn. Gentz. H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 223.805. 2 Bd., F.: 250mm x 202mm; 2 ½ eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.