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Gentz ; Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
An Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha, Wien, 10. März 1820, Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?] 1820

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2427
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
LocationWien
Date10. März 1820
Handwritten recordUngarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?]
Size/Extent of item3 eighd. beschr. Seiten
IncipitSie scheinen unsern sichern Hafen
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha Wien, 10. März 1820 Wien den 10 März 1820. Sie scheinen unsern sichern Hafen, dies heimliche, glückliche, von Narren die sich klug dünken verkannte Land - diese jetzt einzige Freystätte der Ordnung und des Friedens - diese Arche Gottes in der Europäischen Sündflut - denn so, und nicht anders, müßen w i r K l ü g r e heute von unserm Oesterreich sprechen, - Sie scheinen es nur verlaßen zu haben, Theuerster Fürst, um allenthalben, wo Sie Ihren Fuß hinsetzen, Zeuge der Unthaten der Mörder und Mordbrenner zu seyn. Vielleicht waren Sie Selbst bestimmt, bey Lord Harrowby mit in die Luft gesprengt zu werden. Und wie müßen Sie überhaupt die Atmosphäre von England verändert gefunden haben ! Ich glaube, Sie werden mir Gerechtigkeit widerfahren laßen, Sich vielleicht an Manches erinnern, was ich Ihnen über diese traurige Materie im vergangnen Herbst sagte ! Frankreich schwebt heute am Rande eines Abgrundes; und doch ist es schwer zu bestimmen, ob die Zukunft schwärzer über Frankreich als über England hängt. Bey uns allein geht es gut. Wir vollenden mit festem, regelmäßigen Schritt die Organisation // des Deutschen Föderativ-Systems; wir haben seit Carlsbad 100 Prozent an Eintracht und Harmonie zwischen den Fürsten, und wenigstens halb so viel an Garantie der innern Ruhe in den einzelnen Staaten gewonnen. Still und bescheiden, wie wir nun einmal sind, sprechen wir [xxx] (ich meyne wir in Oesterreich) selten oder nie von unsern Verdiensten; aber die Zeit ist wirklich gekommen, wo man e i n i g e n Stolz uns verzeihen kan; und ich hoffe, Sie werden in London keine Gelegenheit vorbey gehen laßen, um jenen Leuten fühlbar <zu> machen, was Europa, seitdem s i e es sich selbst überlaßen haben, u n s schuldig ist. Im Uebrigen bitte ich Sie, Mein Fürst, diese Zeilen bloß als ein kleines Memento zu betrachten. Ich glaube nicht, daß Sie mich vergessen werden; d a s h e i ß t, ich rechne darauf, von Zeit zu Zeit zu erfahren, aus einer directen Mittheilung von Ihnen zu erfahren, was S i e von der Lage der Dinge in England denken. Das Uebrige sind Kleinigkeiten, und ich vergebe Ihnen zum voraus, wenn Sie keine Minute Ihrer Zeit mit meinen etwanigen Aufträgen oder Wünschen verlieren. Ist es Ihnen gerade einmal recht gelegen, und // bequem - mir ein Paar Blumenzwiebeln, eine kleine hölzerne Dose - ein Dutzend ausgezeichneter dicker Bleystifte, ein Paar Stangen recht feines Siegellack, oder ein Paar Blätter sehr schönes Papier (wenn es dessen in England noch giebt) zu schicken - so bereiten Sie mir einen angenehmen Augenblick, gleichsam als ob Sie mir ein recht gutes Diner vorsetzten. Weiter nichts. Bilden Sie Sich aber nur nie ein, daß nicht der kleinste Ihrer Briefe mir mehr werth sey, als alle jene Spielereyen, und daß man mir, wie den Orientalischen Großen, nur mit Cadeaux zu Leibe gehen könnte. Haben Sie die Güte, B o l l m a n n sagen zu laßen, daß er durch Graf Münster einen Brief nebst dem erwarteten Paket von mir erhalten wird. Vergessen Sie dies ja nicht. Graf Münster wird vermuthlich morgen abreisen, aber gewiß 4 Wochen unterwegens seyn. Ich hatte mich in der letzten Zeit sehr gut mit ihm gesetzt, und bedaure seine schnelle Abreise. Gott erhalte Sie, liebster Fürst; ich wünsche herzlich, recht bald von Ihnen zu hören. Gentz H: Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. P 136: FA Esterhazy, x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.