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Gentz ; Leiden, Carl
An Carl Leiden, Wien, 25. September 1822, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?] 1822

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2407
Issuer of letter
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Gentz
Addressee of letter
Leiden, Carl
LocationWien
Date25. September 1822
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. [?]
Size/Extent of item2 Bl., 3 ½ eighd. beschr. Seiten
IncipitVor ungefähr 8 Tagen, Mein lieber
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Carl Leiden Wien, 25. September 1822 Wien den 25 September 22. Vor ungefähr 8 Tagen, Mein lieber Carl, habe ich endlich Deinen Brief nebst Paket von Cölln, und vorgestern Nr. 5 aus Ensfield vom 2ten d. erhalten. Ich kan Dir nicht sagen, welchen Werth ich auf diese Briefe lege, welche wichtige, für Dich und für mich gleich erwünschte Schlüsse ich daraus ziehe. Ich mögte Dich von diesem Gegenstande weit lieber als von irgend einem andern unterhalten; aber jetzt ist die Zeit zu kurz, und ich muß mich auf das Nothwendigste beschränken. Nach manchen Ungewißheiten und Schwankungen steht endlich fest, daß ich Sonnabend den 28ten d. nach Salzburg abreise. Dort erwarte ich den Fürsten, der 24 Stunden später in Salzburg eintreffen, und daselbst 2 oder 3 Tage <bleiben wird>, bis die Kayser, die am 1ten von hier abgehen, und dem Könige von Bayern einen Besuch in Tegernsee abstatten, von da zurückkommen. Dieser Aufenthalt in Salzburg, der im Ganzen gewiß 4 Tage dauern wird, ist mir besonders deshalb sehr willkommen, weil er die Reise nach Verona gleichsam in 2 Theile zerschneidet, und mir einen Ruhepunkt darbietet. Von Salzburg werden wir nachher (leider wohl mit dem ganzen Troß) doch in kleinern Tagereisen, über Inspruck, // und Roveredo nach Verona ziehen, wo wir nicht leicht vor dem 14ten Oktober anlangen können. Eine Menge von Gründen gewähren mir die Ueberzeugung, daß der Aufenthalt in Verona sich nicht über den November hinaus verlangen k a n. Ich habe übrigens von Verona (in Hinsicht auf Bequemlichkeit und Wohlbefinden aller Art) so greuliche Dinge gehört, daß ich gar nicht dran denken mag. Ich reise mit Leopold, Siegmund, Bastien und Frantz. Ich fahre - Ewr. Gnaden werden Sich wundern, was jetzt kömmt - in meiner alten Englischen Caleche, die aber durch die Sorgfalt und Geschicklichkeit unsers vortreflichen Freundes in der Jägerzeil ganz nach meinen Wünschen r e s t a u r i r t ist. Die Federn, die Stellung der Federn, selbst die Länge des Wagens - u n v e r ä n d e r t; aber ein neuer, breiter, sehr bequemer Kasten, das Geleise nach hiesiger Landessitte eingerichtet, neue Räder, neuer Bock etc. etc. Es ist alles sehr gut und glücklich ausgefallen. Ich habe gestern den Wagen probirt, und bin äußerst froh über das Gelingen dieses, wie Du weißt, längst in mir genährten Projektes.Mit meiner Gesundheit geht es nicht zum besten. Heftige Gliederschmerzen, die diesmal hauptsächlich in den Knien und Beinen sitzen, quälen mich am Tage, und stören oft den Schlaf in der Nacht. Zum Verwundern ist es, daß ich mich dabey doch innerlich viel besser // befinde, als zu der Zeit, wo dasselbe Uebel mich in Troppau und Laybach heimsuchte. Ich hoffe Gutes von der Reise; das Wetter ist mild und freundlich; und, wenn mich die Bewegung nicht etwa zu sehr angreift, so werde ich vielleicht Ursach haben, mir Glück zu wünschen. Du erklärst Dich zwar in puncto des Geldes mit Deiner gewöhnlichen lobenswerthen Bescheidenheit und Genügsamkeit. Ich aber, der ich hierüber nicht ganz so denke wie Du, will nicht einmal die M ö g l i c h k e i t einer Verlegenheit statuiren. Ich habe Dir daher bey Rothschild 50 Pfund Sterling anweisen laßen, worüber Du jeden Augenblick, auf Deine bloße Quittung, disponiren kanst - Deine Miethe ist bezahlt, und die Quittung darüber in meinen Händen. Gestern habe ich einen sehr liebevollen Brief von Deiner guten Mutter erhalten, die sich beschwert, daß Du ihr noch gar nicht geschrieben hast. Jetzt bereite Dich darauf vor, daß Du vielleicht in geraumer Zeit keinen Brief von mir erhalten wirst. Ich werde Dir zwar g l e i c h nach meiner Ankunft in Verona schreiben; da dies aber nicht vor dem 16ten k. M. der Fall seyn kan, so wirst Du wahrscheinlich nicht vor Ende Oktobers von mir hören. Gott behüte Dich ! Meiner Freundschaft und Zuneigung kanst Du mehr als jemals gewiß seyn. Gentz Deinen Brief habe ich abgegeben. Die T. ist glücklich, weil ich sie verschiedne Mahle besucht habe. Ich halte sie für eine sehr gute, treue Person, die Dir von ganzem Herzen anhängt; und ob ich gleich früher einige Griefs gegen sie hatte, so ist doch das alles jetzt verwischt, und ich werde mich gewiß, schon um Deinetwillen, bey jeder Gelegenheit ihrer annehmen. H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 2 Bl., F: ; 3 ½ eighd. beschr. Seiten. Empfangsvermerk von Leiden: Received on the 11th of October D: bisher ungedruckt.