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Gentz ; Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
An Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha, Wien, 16. März 1823, Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?] 1823

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2335
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
LocationWien
Date16. März 1823
Handwritten recordUngarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?]
Size/Extent of item7 ¾ eighd. beschr. Seiten
IncipitIch danke verbindlichst, und
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha Wien, 16. März 1823 Wien den 16 März 1823. Ich danke verbindlichst, und zugleich recht herzlich, für einen zweyten Brief von Ihnen, der - wie der erste - kein Datum hat. Da ich aber weiß, mit welcher Expedition er gekommen ist, so liegt daran nicht gar viel. Mit diesem Briefe haben Sie die Gnade gehabt, mir zu schicken: 1, Einen Artikel des Couriers den ich mit großem Vergnügen gelesen hab, 2, Verschiedne Blätter des Morning-Herald, die nichts werth sind. 3. Ein Pamphlet: The Crisis of Spain woraus sich nichts lernen läßt; seicht, im Raisonnement, uncorrekt in Thatsachen, höchstens in so fern zu loben, als es für Neutralität und gegen active Einmischung spricht. - Dann aber - last not least 4. Einen vortreflichen, wahrhaft wundervollen Aufsatz des Quarterly review // über die Opposition, und ihren Einfluß auf den Parteygeist und auf die Greuel der Presse. - Wenn es auch nur noch zwey Menschen in England gäbe, die so denken und schreiben, müßte ich, ungeachtet aller verzweifelten Symptome, einigen Muth schöpfen. Was aber, wenn es wahr ist, wie in diesem Aufsatz versichert wird: "Never, since the commencement of our d a n g e r s and d i s g r a c e s, were the friends of the nation so full of courage and energy, so unanimous, so well armed, so accurately informed of the e n n e m y' s ressources and plans - - a n d s o r e s o l u t e l y d e t e r m i n e d t o a c t n o l o n g e r o n t h e d e f e n s i v e, b u t t o c a r r y t h e w a r i n t o h i s o w n c a m p, a s a t p r e s e n t...- Schreiben Sie mir, ich bitte Sie, ob das mehr als rodomontade ist ? - Wo sind diese Freunde ? Wo stecken Sie ? Noch ist mir, vor Erscheinung dieses nicht genug // zu preisenden Aufsatzes k e i n e r begegnet ? Warum erschien nicht einer von ihnen in der unvergeßlichen Parlaments-Sitzung vom 4ten Februar ? Ist nicht der Verfasser des Aufsatzes Southey ? - Oder wer sonst ? Ich gäbe viel darum, ihn zu kennen, damit ich meine Verehrung und Dankbarkeit nicht in der Luft schweben laßen dürfte.Auch würden Sie mich unendlich verbinden, wenn Sie mir m i t d e m n ä c h s t e n C o u r i e r (vergessen Sie es ja nicht !) die Schrift schicken wollten, auf welche der Artikel sich bezieht: A letter to his Majesty pp on the temper and aspect of the times. - Sie mag unbedeutend, sie mag schlecht seyn - alles eins ! Ich wünsche sie zu besitzen, weil ich auf den Artikel des Quarterly Review einen Plan gebaut habe, weil ich mir schmeichle, einen guten Schlag damit auszuführen. Was also nur irgend über // den Ursprung desselben Licht verbreiten kan, bitte ich Sie inständigst, mir nicht zu entziehen. Ich habe wahrlich nicht die Gewohnheit mich zu citiren. Aber hier ist doch ein Fall wo ich nicht schweigen kan. Ich schrieb zu Anfang des Jahres 1818 einen Aufsatz über die Gefahren der Preßfreiheit, der auch (und zwar sehr gut) ins Englische übersetzt worden ist. In diesem hieß es unter andern: It is not true, that the abuse of the press in England is to be regarded as a harmless sport, or a pardonable indecorum. It is, on the contrary, a s e v e r e, e n o r m o u s, a n d o v e r w h e l m i n g m a l a d y, only capable of being withstood by a body, which, if not perfectly sound in all its vital parts, is still strong and vigorous. - Für diese, und einige ähnliche Stellen, wurde ich damals von Engländern, selbst von sehr gutdenkenden // hart angeklagt; ich erinnre mich, daß Gordon mir einst auf dem Balcon in Eisenstadt einen schweren Krieg darüber an den Hals warf. - Was sagen denn diese gutdenkenden Engländer heute, wenn einer aus ihrer Mitte schreiben darf: "That l i b e l l o u s p u b l i c a t i o n s have been the instruments of this ruinous change, i s n o w s o g e n e r a l l y a d m i t t e d, t h a t i t w o u l d b e i d l e t o o f f e r p r o o f s o f i t." ? Ueber das Gegenwärtige - wie über das Bevorstehende, will ich mich hier nicht auslaßen. Jenes ist in Ihren Berichten mit einer Treue und Klugheit geschildert, welche diesen Berichten in meinen Augen einen hohen Werth geben; und ich glaube der Fürst denkt eben so davon. Was geschehen w i r d - wer vermag es zu berechnen ? Ich bemerke nicht ohne geheime Freude, daß die Minister - von welchem Motiv sie auch immer geleitet werden mögen - // ungern zu Extremitäten schreiten, und selbst so lange zu schweigen suchen als es irgend möglich ist. Ich bin auch in keiner gewaltigen Unruhe über die Zukunft, glaube vielmehr, daß selbst das Schlimmste wozu es in England kommen könnte, u n s in keine wesentliche Verlegenheiten stürzen wird. Da ich einmal im Zuge bin, mich redend einzuführen, so theile ich Ihnen hier, Mein Fürst, den Schluß eines kleinen Aufsatzes <mit>, den ich über das Pro und Contra einer feindseligen Stellung Englands gegen die übrigen Mächte, i n d e r M i t t e d e s J a n u a r s geschrieben habe. Es kennt diesen Aufsatz Niemand; er war für einen entfernten, sehr discreten Freund bestimmt. Sie werden daraus sehen, daß ich, trotz aller meiner schwarzen Ansichten und Ahndungen, doch den Sinn für das, was die Lage Englands // noch trostreiches darbietet, besonders in der Praxis, keinesweges verloren habe. Nichts desto weniger bin ich auf alles, auch auf das Aergste, gefaßt. Schenken Sie mir, Mein Fürst, eine einzige Viertelstunde, um diesen Brief in seinen Haupt-Punkten zu beantworten. Sie erzeigen mir dadurch eine große Wohlthat; laßen Sie mich keine Fehlbitte thun ! Ihr treuer Diener Gentz. N. S. Haben Sie die Gnade, Herrn von Neumann zu sagen, ein ihm von Leiden für mich übergebnes, durch Seine Güte am 12ten Dezember an mich expedirtes Paket, welches verschiedne Sorten von Papier enthielt, sey mir nie zugekommen, welches mich um // so mehr befremdet, als ein spätres, am 6ten oder 7 Februar, ebenfalls durch gütige Besorgung des Herrn von Neumann abgesendetes, längst in meinen Händen ist. - Sollte jenes vielleicht in dem großen, alles verzehrenden Schlunde zu P a r i s sein Ende gefunden haben ? Wenigstens mögte ich dem todten Verwalter dieses Schlundes (todt in jedem Sinne !) darüber ernsthaft zu Leibe gehen. H: Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, x Bl., F: ; 7 ¾ eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.