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Gentz ; Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
An Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha, Troppau, 22. Dezember 1820, Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?] 1820

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id229
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
AusstellungsortTroppau
Datum22. Dezember 1820
Handschriftl. ÜberlieferungUngarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?]
Format/Umfang4 eighd. beschr. Seiten
IncipitIch begnüge mich Sie zu fragen
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha Troppau, 22. Dezember 1820 Troppau d: 22 December Fürst und Herr ! Ich begnüge mich Sie zu fragen, ob ich nicht Recht hatte, wenn ich Ihnen neulich schrieb: Was kan dabey herauskommen, zu einem L e i c h n a m zu reden ? Zwey Dinge freuen mich bey diesem Ausgange: Einmal, daß nun wenigstens durch die lobenswerthe Präzision, mit welcher das Englische Ministerium seine weisen und edelmüthigen Entschließungen ausgesprochen hat, jedem fernern Zweifel, und jeder fernern Täuschung, in die i c h zwar, bey Gott, nicht mehr verfallen wäre, vorgebeugt ist. Und zweytens, daß ich neulich [an] <gegen> Münster meine Ansicht der Sache sehr freymüthig ausgesprochen habe, // und gewiß weiß, daß dieser Brief - nicht den Ministern für die er auch nicht geschrieben war - wohl aber dem Könige zu Gesicht kommen wird. Lord Stewart hat bis auf den letzten Augenblick den Charakter eines bösen Narren, der ihn längst auszeichnete, nicht verleugnet. Er hat sich sogar eine Menge treuloser Ränke erlaubt, um uns mit Rußland zu entzweyen. Gelogen hat er bey jeder Gelegenheit, wie ein verzweifelnder Lakay. Ohne die (von mir bewunderte, aber nicht gebilligte) Langmuth des Fürsten, müßte ihm heute nicht mehr erlaubt seyn, die Schwelle des Ministers zu betreten. Dafür ist er von London aus mit Lob ganz eingesalbt worden; Clancarty hat ihm geschrieben, nie habe ein Minister England unsterblichere // Dienste geleistet ! A'Court, den wir - bonnes gens ! - vor einiger Zeit auch noch als ein Licht betrachteten, dem es auch an Verstand gewiß nicht fehlt, hat Chorus gemacht. Nach den unglaublichen <Englischen> Berichten zu urteilen, die ich kürzlich über die Lage der Dinge zu Madrid gelesen habe, wird auch Wellesley ihm seinen Tribut nicht versagen. Kurz, die ganze Englische Diplomatie ist dergestalt in den tiefsten Schlamm versunken, daß mein einziges Gebet nur immer ist - von England gar keine Notiz mehr zu nehmen. Selbst die Fabrikate, ich wußte es ja längst, sind durchaus nicht mehr was sie waren; und so sehr ich auch für die schnelle Berücksichtigung meiner ergebensten Bitte dankbar seyn muß, und bin, so hat doch selbst Ihre letzte Bleystift-Sendung, Mein Verehrter Fürst, // mir einen neuen Beweis davon geliefert. Die Rothstifte sind nicht ganz schlecht, die Bleystifte gar nicht zu brauchen. Zugleich blaß - hart - und dünn - kan man schlimmres von solcher Waare sagen ? Es giebt [mir] nur noch ein einziges Mittel, mich wenigstens mit dem Materiellen von England auszusöhnen; wenn Sie mir im April oder May ein Paar schöne Blumenzwiebeln, oder eine kleine Portion Sämereyen sehr ausgezeichneter S o m m e r g e w ä c h s e schicken wollten. - Doch - wo werden wir im April und May seyn ? Und wer kan heute auch nur an den nächsten Sommer denken ? Ich bitte um die Erhaltung Ihres Wohlwollens. Gentz H: Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. P 136: FA Esterhazy, x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.