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Gentz ; Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
An Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha, Wien, 29. Dezember 1829, Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?] 1829

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2273
Issuer of letter
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Gentz
Addressee of letter
Esterházy von Galántha, Paul Anton Fürst
LocationWien
Date29. Dezember 1829
Handwritten recordUngarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, Bl. [?]
Size/Extent of item3 eighd. beschr. Seiten
IncipitDie außerordentliche Güte und Liebenswürdigkeit
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Paul Anton Fürst Esterházy von Galántha Wien, 29. Dezember 1829 Die außerordentliche Güte und Liebenswürdigkeit, mit welcher Sie, Mein Theurer Fürst, Sich aus eigner Bewegung eines alten Freundes in einem greulichen Zeitpunkte seines Lebens annehmen, giebt mir den Muth, Ihnen noch einige Worte über die nehmliche Angelegenheit der Sie großmüthig Ihren Schutz verliehen, zu sagen. Sie bedienen Sich in Ihrem Gnädigen Schreiben des Ausdrucks: "Sie hätten auf allen Fall noch i m H i n t e r g r u n d e e t w a s i n p e t t o." Ich glaube den Sinn dieser Worte errathen zu haben; und wenn sie das bedeuten was ich vermuthe, so kan ich mir nur Glück wünschen; denn dieselbe Idee hat auch mir längst vorgeschwebt. Ich weiß zu gut, wie die Verhältnisse in England beschaffen sind, um die Erfüllung meines Wunsches von andern Händen als denen der Minister zu erwarten; ich weiß aber auch, daß en affaires de faveur die Stimme, oder wenigstens die Empfehlung des Königes nichts // weniger als gleichgültig ist. Sie sind mit dem Könige auf einem Fuß, der es Ihnen möglich macht, über alles mit Ihm zu sprechen; und ich darf mir einigermaßen schmeicheln, daß der König, wenn Er mich nicht ganz vergessen hat, eine Erinnerung an mich nicht ungnädig aufnehmen wird. Er wollte mir ehmals sehr wohl, und hat auch in spätern Zeiten noch manchmal nach mir gefragt. Ihm ist nicht unbekannt wie viel ich in einer vierzigjährigen Laufbahn für die gemeinschaftliche Sache Europas, und selbst für das Interesse Englands gearbeitet habe. Wenn Sie Ihm dies vorstellen, und hinzusetzen, daß ich, in der bedenklichen Lage, worin die höchsten Interessen der Staaten sich fortdauernd befinden, vielleicht auch ferner noch, so lange Gott mir Gesundheit und Kräfte verleiht, nützliche Dienste leisten kan, so wird es Ihnen gewiß nicht schwer werden, den König zu überzeugen, daß ich der Hülfe, die ich mir erbeten, und die ich freylich Niemanden lieber als Ihm zu danken haben mögte, nicht unwürdig bin. Bey uns wird die Oekonomie von Tage zu Tage kleinlicher und hoffnungsloser; und es muß, wie Sie leicht denken können, weit damit gekommen seyn, wenn ich dem Fürsten, // der meine Lage sehr gut kennt, und der mir gewiß gern helfen mögte, nicht mehr z u m u t h e n kan, das Geringste für mich zu fordern. Es ist daher nicht Uebermuth, sondern wahre Noth, was mir die in England versuchten Schritte eingegeben hat.Ich erwarte mit Sehnsucht die nächsten Nachrichten von Ihnen. Seit mehrern Wochen haben wir nichts von London gehört; und, wie es mit Nugent's Rückkehr steht, weiß ich durchaus nicht. Ich habe aber die frohe Ahndung, daß mir vielleicht früher, als ich es gedacht hätte, ein günstiger Bescheid zu Theil werden wird. Ich werde Ihnen, und Nugent, der aber erst durch I h r e n Beytritt stark geworden ist, obgleich er mir von Anfang an den besten Willen gezeigt hat, nie vergessen, was Sie bey dieser Gelegenheit für mich gethan haben, bitte Sie, meine herzlichsten Wünsche für Glück und Wohlergehen im nächsten Jahre anzunehmen, und wiederhole Ihnen die Versicherung der unbegränzten Ergebenheit, womit ich stets verharre Ihr alter treuer Diener Wien den 29 December 1829. Gentz. H: Ungarisches Staatsarchiv, Budapest. FA Esterhazy, P 136, x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.