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Gentz ; Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
An Franz Joseph Fürst von Dietrichstein, Troppau, 16. November 1820, Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 21 [?] 1820

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2165
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
AusstellungsortTroppau
Datum16. November 1820
Handschriftl. ÜberlieferungMährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 21 [?]
Format/Umfang4 eighd. beschr. Seiten
IncipitNur ein großer Drang von Geschäften
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Franz Joseph Fürst von Dietrichstein Troppau, 16. November 1820 Troppau den 16 November Nur ein großer Drang von Geschäften hat mich abhalten können, Ihr höchst interessantes Schreiben, Mein Gnädigster Fürst, sogleich zu beantworten. Ich nehme an Ihrem Familien-Ereigniß den lebhaftesten Theil, und versichre Sie, daß mir seit langer Zeit keine Neuigkeit eine reinre und innigere Freude gemacht hat. Zwey so würdige Männer, wie Sie und Graf Wratislaw durch ein so enges Band vereinigt zu wißen, gereicht mir schon an und für sich zur äußersten Satisfaction; das Glück Ihres liebenswürdigen Sohnes, und so viel andre mit dieser Verbindung verknüpfte Vorteile, erhöhen den Werth der Sache in // meinen Augen nicht wenig. Gott gebe, Mein Fürst, daß Sie in diesem frohen Ereigniß reichlichen Ersatz für so viele in den letzten Jahren erlittne Unannehmlichkeiten finden mögen ! Wenn Troppau nun Capua geworden ist, so verdankt es diesen Ruhm wenigstens nicht seinen verführerischen Reitzen. Wir haben bald alle erkannt, daß man nicht leicht einen zweckmäßigern Ort für große und ernsthafte Geschäfte hätte finden können. Die Ruhe, die hier herrscht, ist ein mit nichts zu vergleichender, mit nichts zu bezahlender Vorteil. Vielleicht wäre es ein Glück gewesen, wenn alle unsre frühern Congresse unter ähnlichen Umständen // hätten gehalten werden können ! Indessen wird es mit Troppau doch nicht ins Unendliche gehen, und nach meiner Rechnung werden wir bis zum 20 Dezember spätstens in Wien eintreffen. Der Augenblick ist groß und schwer; und es <ist> mit der Welt so weit gekommen, daß man kaum mehr weiß, was man wünschen, und was man fürchten soll. In solchen Zeiten bedaure ich die, welchen ihr hohes Amt eine furchtbare Verantwortlichkeit auflegt, und bin froh, mich in einer subalternen, wenn gleich immer noch ehrenvollen, Stellung zu befinden, wo mir nichts obliegt, als treue, und möglichst geschickte Vollziehung der Aufträge, die // mir zu Theil werden. Jenseits dieser Sphäre habe ich nichts zu erndten und nichts zu empfehlen. Die Versetzung von Vincent und Bubna halte ich für ein reines Mährchen. Ich sehe nichts, was auf diese Maßregel deutete, wohl aber Vieles, was ganz damit streitet. Da Sie nach Ihrem Schreiben, vom 7ten an noch 5 bis 10 Tage in Prag zu bleiben gedachten, so halte ich es für das Sicherste, diesen Brief nach Wien zu adressiren. Ich werde mich unendlich freuen, Sie dort bey meiner Rückkehr zu finden. Sollten Sie die Baronin sehen, oder wenigstens ihr schreiben, so bitte ich, mich ihr aufs freundlichste zu empfehlen. Gentz H: Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 21 [?] x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.