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Gentz ; Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
An Franz Joseph Fürst von Dietrichstein, Wien, 11. März 1817, Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 112 [?] 1817

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id1669
Briefaussteller
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Gentz
Briefempfänger
Dietrichstein, Franz Joseph Fürst von
AusstellungsortWien
Datum11. März 1817
Handschriftl. ÜberlieferungMährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 112 [?]
Format/Umfang3 ½ eighd. beschr. Seiten
IncipitIch danke Ihnen, Mein Gnädigster Fürst
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Franz Joseph Fürst von Dietrichstein Wien, 11. März 1817 Ich danke Ihnen, Mein Gnädigster Fürst, für Ihre sehr geneigten und wohlwollenden Erklärungen in Ansehung meiner; da Sie wissen, welchen hohen Werth ich auf alles lege, was Sie angeht, und von Ihnen kömmt, so begreifen Sie wohl, daß ich gegen solche Aeußerungen nicht unempfindlich seyn kan. Ob ich gleich nicht glaube, daß der Brief von Adam Müller Sie sonderlich interessiren wird, so erfolgt derselbe doch hiebey, als ein charakteristisches Akten//stück, welches auf mich nicht gewirkt hat, und nicht wirken kan. Ich hatte in frühern Zeiten allerdings eine gewisse Tendenz zu dem, was diese Partey von mir wünscht; da ich mich aber nach langer und tiefer Erforschung meiner selbst überzeugt habe, daß ich nun einmal für den G l a u b e n auf immer verloren bin, und [nichts] auch bey dem besten Willen, als erklärter Katholik stets ein Heuchler und Lügner gewesen wäre, so habe ich das alles von mir geworfen, bin franchement // in den Schooß der Vernunft und der Natur zurückgekehrt, laße die Frage von dem Zustand nach dem Tode - da sie doch in a l l e n Hypothesen unauflöslich ist - unerörtert, und ergebe mich in alles, was Gott über mich beschließen will; fest versichert, daß, w i e es auch nach diesem Leben stehen mag, das, was die Kirche darüber lehrt, u n m ö g l i c h das Wahre seyn kan, daß von positiven Belohnungen oder Strafen zu träumen, nichts als antropomorphistischer Unsinn ist, und daß man mir eben so gut zumuthen könnte, To drinke out Chil or eat a crocodile, um // mit Hamlet zu sprechen, als zu g l a u b e n, was ich nicht einmal zu d e n k e n vermag. So will ich leben und sterben. Gentz d 11 März 1817. H: Mährisches Landesarchiv, Brünn. FA Dietrichstein, G 140, Karton 580, Inv.-Nr. 2446/52, Bl. 112 [?] x Bl., F: ; 3 ½ eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.