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Gentz ; Gentz, Elisabeth und Florentine
An Elisabeth und Florentine Gentz, Königswart, 14. August 1827, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39594 1827

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id1577
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Gentz, Elisabeth und Florentine
LocationKönigswart
Date14. August 1827
Handwritten recordWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftenabteilung, Inv.-Nr. 39594
Size/Extent of item7 eighd. beschr. Seiten
Places of printEckardt, Staatsschriften und Briefe, II, 275-277
IncipitL'homme propose et Dieu dispose
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Elisabeth und Florentine Gentz Königswart, 14. August 1827 Königswart den 14 August Liebe, Gute Schwestern. L'homme propose et Dieu dispose. Diese Wahrheit bestätigt sich mir diesmal aufs Peinlichste und Schmerzhafteste. Ich bin vorgestern Abend hier angekommen, und habe Deine Briefe vom 31 July und 7 August vorgefunden. Mein Plan ist vereitelt. Ich sehe nicht die Möglichkeit ab, vor der Mitte Septembers nach Toeplitz zu kommen, und kan Euch nicht zumuthen, aufs Ungewisse hinaus Euren Aufenthalt in Dreßden zu verlängern. // Als ich Euch zuerst von dem Projekt unsrer Zusammenkunft schrieb, sollte der séjour in Königswart in der Mitte July beginnen. Anstatt dessen ist die Mitte August herangerückt. Der Fürst geht am 20ten von hier nach Teplitz, um <sich> dort zwey Tage mit dem Könige von Preußen zu unterhalten, und dann geht er auf 2 Tage nach Dreßden. <An> dieser Reise - welche übrigens für u n s r e Wünsche und Plane h ö c h s t u n b e q u e m gewesen wäre - werde ich, aus politischen Gründen, in die ich hier nicht eingehen kan, keinen Theil nehmen. Meine Bestimmung ist, den // Fürsten in Königswart zu erwarten, und dann bis zum 15 September, vielleicht auch länger, hier zu bleiben. Unter diesen Umständen muß ich mir den Gedanken a c h t f r e y e T a g e - und das wäre doch das Wenigste - zu einer eignen Excursion zu verwenden, vergehen laßen. Wir sind diesen Augenblick in so wichtigen Verhältnissen, daß jeder Tag, jede Stunde die wichtigsten Neuigkeiten herbey führen kan. Durch die gestern eingegangne Nachricht von Canning's Tode - einer Begebenheit die der ganzen Europäischen Politik eine andre Gestalt geben kan - bin ich vollends so // gebunden, daß ich mich nicht auf drey Tage freywillig vom Fürsten trennen mögte. Was nicht zu ändern ist, muß man mit Resignation ertragen. Ich habe das zuverläßige Gefühl, daß die Zeit, wo es mir vergönnt seyn wird, ein längres und ruhigeres Rendezvous mit Euch zu verabreden, nicht sehr entfernt ist; und diese Ahndung wird mich nicht trügen. Ich adressire diesen Brief an Eichler, mit der Ordre, selbigem eine Anweisung auf 50 Thaler, in Dreßden zahlbar, beyzufügen, weil in Deinem letzten Briefe etwas von Geld-Verlegenheit steht. - Ich ging, während ich hieher reisete, mit dem // Gedanken um, Euch eine Zusammenkunft in Carlsbad zu proponiren, welches nur etwa etwa 6 Meilen von hier entfernt ist. Aber für Euch wäre dies eine lange Reise gewesen; und Carlsbad ist ein höchst unbequemer, von Menschen erdrückter, und mir überaus verhaßter Ort. Lieber noch wäre ich selbst zu Euch nach Dreßden gegangen. Dies alles ist indessen durch die veränderten Plane meines Fürsten, oder vielmehr par la force des choses - denn der Fürst selbst k o n n t e es nicht anders einrichten - zerstört. Ich habe mich auf meiner viertägigen Reise von // Wien, merkwürdig wohl befunden, und, ob ich gleich mein kleines Etablissement in Weinhaus, welches dies Jahr schöner war, als je, mit bittrer Betrübniß verließ, so verspreche ich mir doch von dem hiesigen Aufenthalt, der sich einmal nicht vermeiden ließ, selbst für meine Gesundheit einigen Vorteil. Ich werde, während der 8 oder 10 Tage, die der Fürst auf seiner Excursion nach Teplitz und Dresden zubringen wird, in Marienbad, welches nur eine Stunde von hier entfernt ist, einige Bäder nehmen, und den so hoch-gerühmten Kreutz-Brunnen trinken. // Ich hoffe, recht bald Nachrichten von Euch zu erhalten. Ich glaube es wäre das beste, wenn Ihr Eure Briefe an mich an Eichler in Teplitz adressirtet, mit welchem ich immer in Verbindung bin. Daß mein gegenwärtiges Schreiben Euch keine große Freude machen wird, kan ich mir wohl denken, liebe Kinder; was ist aber zu machen, wenn es dem Himmel nicht gefällt, zu der Menschen Entwürfen sein Fiat zu geben ? - Es kömmt ein bessrer Moment. Mit dieser Weissagung im Herzen, grüße ich Euch aufs Zärtlichste. Gentz. H: Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftenabteilung, Inv. Nr. 39594. x BL., F: ; 7 eighd. beschr. Seiten. Adresse, Seite X: A Madémoiselle / Madémoiselle Gentz / Unter den Linden / N r o. 7 0. / Nebst 3 Paketen unter / g l e i c h e r A d r e s s e. / B e r l i n. D: Eckardt, Staatsschriften und Briefe, Bd. 2, 275-277.