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Gentz ; Johann, Erzherzog von Österreich
An Erzherzog Johann von Österreich, Wien, 16. April 1805, 1805

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id143
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Johann, Erzherzog von Österreich
LocationWien
Date16. April 1805
Places of printFournier, August: Erzherzog Johann und Friedrich Gentz, in: Allgemeine Zeitung, Nr. 262, 19. September 1878, Beilage, 3862-3863
Incipitüberreiche ich hiebei in tiefster Ehrfurcht
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Erzherzog Johann von Österreich Wien, 16. April 1805 Druck Eurer königlichen Hoheit überreiche ich hiebei in tiefster Ehrfurcht einen Aufsatz, der durch sein Thema Höchstdero Aufmerksamkeit an sich ziehen wird. Wie die Behandlung ausgefallen, muß ich Ew. königlichen Hoheit erleuchtetem Urtheil überlassen. So oft von Widerstand die Rede ist, höre ich rund um mich her die niederschlagenden Worte erschallen: Wir haben kein Geld, wir haben keine Pferde, keine Magazine etc. etc.; endlich: Wir haben keine Generale. Ich hoffe den e r s t e n dieser Gemeinsprüche ein- für allemal zur Ruhe gebracht und bis zur Evidenz dargethan zu haben daß zwischen der Stockung in unseren Finanzen und den Geldbedürfnissen eines Krieges keine Art von Zusammenhang stattfindet, daß überdieß auf dem gewöhnlichen Wege (besonders mit solchen Administratoren und solchen Administrationsmaximen als die gegenwärtigen) ein ganzes Jahrhundert verfließen kann, ohne daß auch nur das Mindeste zur Restauration der Finanzen geschehe, daß es im Augenblick eines Krieges auf den Zustand dieser Finanzen ganz und gar nicht ankommt, daß der Krieg durch ganz andere Mittel als die welche ein seichter Finanz-Projectenmacher angeben könnte, bestritten werden muß, und daß ein glorreicher und glücklicher Krieg an und für sich das radicalste aller Mittel zur Emporbringung unseres Finanzsystems sein würde. Andere mögen die übrigen Formeln der Trägheit und der Schwäche beiseite schaffen. Wenn wir Geld finden, wird es uns wohl auch an Pferden und Magazinen nicht fehlen. Zu sagen, daß wir keine Generale haben, halte ich für die frevelhafteste und boshafteste Versündigung an der Ehre und dem Wohle der Monarchie, ob ich gleich mehr als einmal diese eben so lächerliche als unwürdige Behauptung von österreichischen Generalen selbst habe vortragen hören, und sogar von solchen, die, ungeachtet ihrer abgeschmackten und verwerflichen Politik, doch im Angesichte des Feindes nicht unterlassen würden, selbst sehr gute Generale zu sein. Man gebe uns nur M i n i s t e r ! Ich bin fest überzeugt daß es an Generalen nicht fehlen wird. Uebrigens muß ich bei dieser Gelegenheit aufs neue die feierliche Protestation niederlegen, daß ich keineswegs leichtsinnig zum Kriege rathen möchte. Von Krieg ist eigentlich gar nicht die Rede, weil es sich bis zur Mittags-Klarheit beweisen läßt, daß der, den wir so unwürdig fürchten, jetzt selbst keinen Krieg begehrt. Jeder Widerstand gegen seine Projecte - z. B. gegen das neueste, wogegen ich, wenn ich ein Prinz vom Hause Oesterreich wäre, bis an meinen letzten Athemzug kämpfen würde - wäre so viel reiner Gewinn; Gewinn für unsere Ehre, für unsere Solidität, für unseren Credit in Europa; ohne irgendeine reelle Gefahr; denn w e i c h e n würde er zuletzt, sobald wir nur aufhörten zu k r i e c h e n. Aber in eine kriegerische A t t i t ü d e muß man sich freilich, wenn man seinem Widerstande Nachdruck geben will, versetzen. Si vis pacem para bellum ! Wenn Ew. Königliche Hoheit durch einen glücklichen Aufschwung Ihres Genie's - doch ich würde wieder in endlose Wünsche und in endlose Träume verfallen, wenn ich diesem Gedanken nachgehen wollte, und Ew. Königliche Hoheit kostbare Zeit gehört noch vielen anderen als mir. Ich verharre in tiefster Devotion Ew. Königlichen Hoheit unterthänigster treuester Diener Gentz. H: bisher nicht ermittelt; ehedem im Nachlaß von EHZ Johann. D: Fourier, August: Erzherzog und Friedrich Gentz, in: Allgemeine Zeitung, Nr.262, 19. September 1878, Beilage, 3862-3863.