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Gentz ; Pilat, Joseph Anton von
An Joseph Anton von Pilat, Gasteiner Bad, 21. August 1816, HHStA, Wien. Nachlass Pilat, Bündel 1814-1816, Bl. 186-187v 1816

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id13
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Pilat, Joseph Anton von
LocationGasteiner Bad
Date21. August 1816
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Pilat, Bündel 1814-1816, Bl. 186-187v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
IncipitSie erhalten diesen Brief durch
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Joseph Anton von Pilat Gasteiner Bad, 21. August 1816 Gasteiner Bad. Mittwoch den 21ten August. V.-M. um 10 Uhr. Sie erhalten diesen Brief durch Graf Stadion; und da er mit Estaffette nach Salzburg geht, vielleicht früher, als den, welchen ich Ihnen vorgestern Abend geschrieben habe, und der gestern Morgens mit dem Post-Pakete von hier abging. Ich habe, um meine Sendung an Graf Stadion abzufertigen, die Ankunft der heutigen Post erwartet; und diese ist so eben erfolgt, und hat mir Ihr Paket vom 12ten mitgebracht. Da Sie doch vermuthlich am 15ten, oder spätstens am 16 wieder geschrieben haben werden, so begreife ich nicht, wie ich heute (am 21ten) nicht diesen spätern Brief schon erhalten habe. Doch hierüber ist alles Vernünfteln umsonst. Man muß nur froh seyn, wenn man alles in regelmäßiger Folge bekömmt, und keine Lücken Statt finden. // Hoffentlich werden Sie auch meine sämmtlichen Briefe erhalten haben. Ich schrieb Ihnen von hier aus v i e r m a l, nehmlich mit der P o s t vom 9ten, vom 13ten, vom 16ten und vom 20ten (obgleich die Data der B r i e f e vielleicht etwas früher seyn mögen) und dies ist mein f ü n f t e r Brief. Mit Erstaunen lese ich in Ihrem so eben empfangnen Schreiben, daß Sie es für m ö g l i c h hielten, ich könnte die Allgemeine Zeitung hier a u f e i n e m a n d e r n W e g e erhalten. Ich sehe daraus, daß Sie von der Physiognomie, und dem Charakter dieses Ortes gar keine Vorstellung haben müßen. Nicht einmal die W i e n e r Z e i t u n g ist hier zu finden; und kein Mensch hat die mindeste Notiz von irgend einem Factum, das jünger als etwa zwey Monate ist. Es giebt überhaupt gar keine Menschen hier, als solche, die aus irgend einer Provinzial-Stadt kommen, oder ganz obscure Leute, mit denen // kein Umgang Statt findet. Von dieser Seite können Sie Sich den Zustand dieses Landes nie schlecht genug denken. Ich bin daher Ihnen für Ihre treue Correspondenz und für Ihre Mittheilungen äußerst verbunden; und obgleich Ihr so eben angekommnes Paket, wie ich sehe, nichts als die gewöhnlichen Zeitungen enthält, so habe ich doch daran für heute und Morgen ein köstliches Mahl. Das Wetter hat sich seit gestern e i n i g e r m a ß e n gebessert; die Luft ist aber noch immer kalt und feucht, mit steter Neigung zum Regen, der Himmel umwölkt, und das Gebirge bis tief hinab behangen. Ohne die Sonne, und zwar die klare, reine, mächtige Sonne, ist in solchen Gegenden nichts anzufangen. Selbst die großen und schönen Formen der Natur sind zerrissen und entstellt, wenn das Wetter nicht so ist, wie es, zu meinem Glück, in den ersten 8 Tagen meines Aufenthalts war. Ich habe Ihnen in meinem vorgestrigen // Brief bereits gemeldet, daß ich zwar nur bis zum 30ten oder 31ten im Bade, dann aber noch wenigstens 3 Tage in der Gegend von Salzburg bleibe. Vor dem 31ten also hören Sie nicht auf, mir zu schreiben. In Salzburg habe ich schon alles so veranstaltet, daß kein Brief mich verfehlen kan. Uebermorgen (oder vielmehr Morgen Abend, da die Post Uebermorgen ganz früh abgeht) schreibe ich Ihnen wieder. Vergessen Sie nicht, dem Fürsten meine gehorsamste Empfehlung zu überbringen; und zweifeln sie im geringsten nicht daß ich s e h r zufrieden mit Ihnen bin, und viel Dank für alle Güte, die Sie mir auch diesmal bewiesen haben Gentz H: HHStA, Wien. Nachlaß Pilat, Bündel 1814-1816, Bl. 186-187v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.