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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 16. Februar 1830, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Faszikel 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 2-3 1830

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id987
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date16. Februar 1830
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Faszikel 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 2-3
Size/Extent of item2 ¾ eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 327-328
IncipitEs wäre überflüßig, Mein Hochgeschetzter
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 16. Februar 1830 Wien den 16 Februar 1830. Es wäre überflüßig, Mein Hochgeschetzter Freund, in schriftliche Discussionen einzugehen, wenn man die Hoffnung hat, sie in kurzem mit mündlichen zu vertauschen. Ich begnüge mich daher, Ihnen zu sagen, daß die in Ihrem Schreiben vom 9ten d. angedeutete Gründe für Ihre Meynung allerdings höchst rücksichtswürdig sind, und daß ich mich sehr freue, Sie auf einem so correcten, und mit unsern Fundamental-Grundsätzen so übereinstimmenden Wege zu wissen. Es wird mir aber nicht schwer werden, Ihnen zu beweisen, daß die letzten Beschlüsse der Londner Conferenz (wenn sie wirklich durchgesetzt werden, woran ich immer noch zweifle) die Gefahren einer republikanischen, mit allen Inconvenienzen einer auf das Land, wie <die> Faust aufs Auge passenden Monarchischen Verfassung v e r b i n d e n, daß wir von Seiten der Meynung nichts gewinnen, und auf der andern Seite eine Unzahl neuer Complicationen, und besonders großer Gefahren für das Türkische Reich, dessen Erhaltung doch immer in allen // Berechnungen oben an stehen muß, stiften würden. Unter andern habe ich allen Grund zu besorgen, daß Griechenland, mit dem Souverain den man jetzt erkohren hat, nicht einmal von seinem bisherigen Regenten erlöset werden mögte, indem dieser vielmehr, wenigstens für erste, wohl eben so mächtig bleiben mögte, als er es bis jetzt gewesen ist. Ich habe vor ein Paar Tagen die drey Nummern des Courier de Smyrne 96 - 98 mit dem höchsten Interesse gelesen. Dies Journal, an dessen Blüte Sie so großen Theil haben, ist in meinen Augen mehr werth, als alle in Europa erscheinende, ohne Ausnahme. Ich freue mich, von Ihnen nähere Notizen über die Herausgeber und Mitarbeiter zu erhalten. Laßen Sie mich von Ihrer Ankunft in Wien so früh als möglich unterrichten. Ich wünschte ein Gespräch mit Ihnen zu haben, ehe Sie den Fürsten sehen werden. Nicht daß Sie irgend einer Vorbereitung bedürften, um // der günstigsten Aufnahme sicher zu seyn, aber weil es immer sein Gutes haben kan, indem man ein neues Terrain betritt, von Jemanden der damit bekannt ist, diesen oder jenen Fingerzeig zu erhalten. Der Fürst ist übrigens ein [so aufgeklärter, und zugleich] so unendlich liebenswürdiger Mann, das es Ihnen nicht schwer werden wird, seinen Beyfall zu gewinnen, und der guten Meynung, die er bereits von Ihnen gefaßt hat, zu entsprechen. Ich adressire diese Zeilen nach Grätz, poste restante, weil ich nach Ihrem letzten Brief voraussetzen darf, daß Sie danach fragen laßen werden, verbleibe unterdessen, ohne alle weitre Complimente, Ihr sehr ergebner Gentz. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Fasz. 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 2-3. x Bl., F: ; 2 ¾ eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 327-328.