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Gentz ; Ottenfels-Gschwind, Franz von
An Franz von Ottenfels-Gschwind, Wien, 31. Oktober/5. November 1823, HDA, Zagreb. FA Ottenfels, Karton 14, Konvolut 1823.g., Bl. 100-108 1823

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id869
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Ottenfels-Gschwind, Franz von
LocationWien
Date31. Oktober/5. November 1823
Handwritten recordHDA, Zagreb. FA Ottenfels, Karton 14, Konvolut 1823.g., Bl. 100-108
Size/Extent of item17 eighd. beschr. Seiten
IncipitIhren werthen Brief, Mein Theurer Freund
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Franz von Ottenfels-Gschwind Wien, 31. Oktober/5. November 1823 NB Commencez la lecture par la fin de la [dernière] troisieme feuille Wien den 31ten October 1823. Ihren werthen Brief, Mein Theurer Freund, vom 10ten d. besitze ich bereits seit 3 Tagen, und fange heute an, ihn zu beantworten, ob ich gleich das gegenwärtige Schreiben erst in mehrern Tagen schließen werde. Der Fürst trift übermorgen in Wien ein; ich werde ihm einige Posten entgegen fahren; und vielleicht wird in den ersten Tagen nach seiner Zurückkunft die Zeit etwas beschränkt seyn. Ich will daher die Bemerkungen die ich Ihnen mitzutheilen habe, lieber gleich niederschreiben. Ihren Bericht vom 30ten September kenne ich bis jetzt noch nicht. Der Fürst hat ihn nebst der Note verbale und der Antwort zurückbehalten; aus einem Privat-Briefe des Fürsten an mich aber habe ich mit wahrem Leidwesen ersehen, daß Er mit jenem Bericht nicht zufrieden gewesen ist. Die Sache selbst begreife ich. Es hat ihn in Verlegenheit gesetzt, die ablehnende Antwort der Pforte über einen Gegenstand, welchen die Russen // mit solchem Ungestüm betreiben, gerade in Lemberg zu erhalten. Höchst ungerecht wäre es aber, Ihnen daraus einen Vorwurf machen zu wollen. Sie erhielten die Depeschen vom 13 September in einem Augen-blick wo Sie auf keine neue Bataille gefaßt waren, wo Sie Sich mit Recht schmeicheln durften, daß Rußland auf so viel andern Punkten über alle Erwartung befriedigt, nicht auf dem einzigen unerfüllten mit so viel Hartnäckigkeit bestehen würde - endlich, welches das Schlimmste war - wo Ihr College Strangford sich bereits zurück gezogen hatte, und Sie also den Schritt a l l e i n thun mußten, ein Umstand der hinreichend war, um die Pforte auf den Gedanken zu bringen, daß es doch wohl mit d i e s e r Prätension nicht so gefährlich aussähe als mit mancher vorher abgethanen. Eine ähnliche Meynung habe ich selbst, wie Sie aus meinem letzten Briefe ersehen haben werden, eine Zeitlang genährt, und sie nur aufgegeben, seitdem ich durch die von Lemberg am 16ten d. M. abgegangnen Depeschen den ganzen Umfang des Russischen Uebermuthes und der Russischen Tücken kennen lernte. // Für Sie kan aus diesen Umständen, nach meiner innigsten Ueberzeugung, kein wesentlicher Nachtheil entspringen. Wenn dem Fürsten im ersten Augenblick ein Paar Aeußerungen der Ungeduld entgangen sind, so hat er sie seitdem sicher in seinem Gemüth schon wieder vertilgt; und er ist viel zu gerecht und milde, um die Verantwortlichkeit für ein ihm unangenehmes Incident Jemanden aufzubürden, dem Er wohl will, und dem sie auf keine Weise zur Last fallen kan. Das Schicksal hat gewollt, daß dem Fürsten gerade zu gleicher Zeit mit Ihrem Berichte vom 30 September ein Bericht aus Bucarest in die Hände gerathen mußte, in welchem Fleischhakl, vielleicht mit zu viel Bestimmtheit, zu viel Eifer, oder zuviel O b s e q u i o u s - n e s s - die [xxx] Total-Räumung der Fürstenthümer als u n b e d e n k l i c h, durchaus g e f a h r l o s, für die Erleichterung des Landes nothwendig, und den g e h e i m e n Wünschen des Fürsten (woran ich nie gezweifelt habe) vollkommen angemessen erkannt hatte. Ich hatte dem Fürsten, mit meiner Ihnen bekannten Freymüthigkeit, am 15ten Oktober - acht Tage bevor ich die Lemberger Depeschen kannte, // meine ganze Ansicht dieser fatalen Sache [xxx] eröfnet. Meinen confidentiellen Bericht schickte er mir mit Marginalien versehen, worin er auch gegen mich e i n i g e n Unmuth blicken ließ, <zurück>. Mir war dies eine rechte Freude; denn indem ich den Bericht überlas, ward ich erst [recht] inne, wie g e n a u und t r e f f e n d ich die Teufeley der Russen, bis auf die einzelnen Details vorher geweissagt hatte. Wie die fernern Schritte, die Sie in der Evacuations-Frage gethan haben werden, ausgefallen sind, - was Minciacki's Ankunft hierin, und überhaupt für die [Annäherung] Beförderung des Ausgleichungs-Geschäftes bewirken wird, - muß sich nun bald ergeben. Gewiß ist unterdessen, daß Strangford's Verzichtleistung auf alle weitre Theilnahme an der Negoziation ein für das Schicksal dieser Negoziation höchst ungünstiger Vorfall ist. Als ich seine verzweifelten Briefe und Berichte vom 25ten September las, sagte ich mir gleich, daß sein Entschluß etwas mehr als die Wirkung eines vorübergehenden Unmuthes war. Damals kannte ich die Lemberger Depeschen noch nicht. Sobald // ich diese gelesen hatte, überzeugte ich mich, daß ihr Inhalt, weit entfernt Strangford auf andre Gedanken zu bringen, ihn in jenem Entschluß nur noch mehr bestärken würde. Dies war auch unbedingt die Meynung von Sir Henry Wellesley und Gordon, obgleich beyde glaubten (und ich mit ihnen) daß Strangford seinen Widerwillen allenfalls beseitigen würde, wenn er irgend eine gegründete Hoffnung hätte, zu reussiren, und daß sein innres Gefühl der Unmöglichkeit, oder doch unendlichen Schwierigkeit eines glücklichen Erfolges in der Frage der Fürstenthümer, zu seiner sehr kategorischen Absage nicht wenig beygetragen habe.Seitdem ist aber der Stand der Dinge, wie Sie wissen, noch viel hoffnungsloser geworden. Die Londner Depeschen vom 11ten Oktober - voll schmeichelhafter Aeußerungen über [seine] Strangford's bisherige Successe, haben ihm die Gränze seiner Thätigkeit vorgezeichnet, und jedes weitre Fortschreiten beynahe unmöglich gemacht. Aus einer Stelle in Ihrem letzten Briefe mögte ich fest vermuthen, daß Strangford [xxx] Instructionen dieser Art vorausgesehen hat; in jedem Falle sanctioniren sie zwar, und nur allzu bestimmt, // seinen früher gefaßten Entschluß, sind aber n i c h t die Folge seines Berichtes vom 25ten September, der am 11ten Oktober noch nicht in London seyn konnte. Sie sind vielmehr, wie ich zuverläßig weiß, die unmittelbare Folge des unklugen und hochmüthigen Benehmens der Russen. Als Lieven (der doch sonst noch einer der bescheidensten und billigsten ist) von Canning erfuhr, was Lord Strangford mit den Türken durchgesetzt hatte, äußerte er sich darüber, nicht mit Zufriedenheit, sondern mit schnöder, und fast spöttischer Gleichgültigkeit. "Die allgemeine Bewilligung der Schiffarth im Schwarzen Meere sey für Rußland k e i n V o r t e i l, nachdem es so lange Jahre durch s e i n e Flagge die Schiffe aller übrigen Nazionen habe privilegiren können; - die Abstellung einiger Mißbräuche sey nicht der Rede werth, - und a n F r i e d e n gar nicht zu denken, so lange nicht die Räumung der Fürstenthümer bis auf den letzten Mann bewerkstelligt, u n d - die G r i e c h i s c h e S a c h e definitiv entschieden wäre" - Diese Aeußerungen (wovon übrigens Neumann Zeuge war) verdrossen Canning im höchsten Grade; er glaubte - und zwar mit allem Recht - durch seine bisherige Bereitwilligkeit // in dieser Sache, und durch seine letzten nachdrücklichen Instructionen (ohne welche wir auch allerdings nie vorwärts gekommen wären) ein großes Verdienst um die Höfe, und besonders um Rußland erworben zu haben, und es war daher für seinen Ehrgeitz höchst empfindlich, daß man ihm so wenig Dank wußte. Ich habe gelesen, was er dieserhalb bey Uebersendung der Instructionen vom 11ten Oktober für Strangford, an Wellesley schrieb; der Fürst wird es später ebenfalls gelesen, und keine Freude daran gehabt haben. So aber, wie ich es Ihnen hier erzähle, ist der wahre Hergang der Sache gewesen; und ich begreife kaum, wie wir jetzt noch auf irgend eine Mitwirkung von Seiten Strangford's rechnen könnten. Es giebt endlich noch einen andern Umstand, der mich mehr als alles übrige beunruhiget, ob ich gleich bis jetzt nur eine dunkle Vorstellung davon habe. Sie werden wahrscheinlich über die Schluß-Stelle in dem Schreiben von Nesselrode an Strangford: "J'ai n'a plus à entretenir Votre Excellence que <de> la partie de discussion, qui concerne l a G r è ce etc. etc. - eben so frappirt gewesen seyn als ich. Wie reimt es sich mit dem Entschluß, die Griechische Frage vor der Hand zu b e s e i t i g e n, wenn man an Strangford // schreibt, car, My Lord, il nous semble, q u e l' é p o q u e e s t v e n u e d' a b o r d e r c e t t e q u e s t i o n* avec le Ministère Ottoman, et de lui faire a d m e t t r e comme p o i n t d e d é p a r t, que la tranquillité ne sauroit être rétabli en Grèce que p a r l' i n t e r v e n t i o n c o l l e c t i v e d e s p u i s s a n c e s ? - Was wird Strangford zu dieser ihm gewiß unerwarteten Eröfnung sagen ? Was werden die Türkischen Minister davon denken ? W e r wird sie ihnen hinterbrin-gen wollen ? Es war allerdings, längst vor der Abreise des Fürsten, unsre Idee, daß früher oder später eine intervention collective des puissances in der Griechischen Sache eintreten m ü ß - t e; sie sollte aber das Resultat einer gründlichen gemeinschaftlichen Berathung seyn, deren Zeitpunkt wir uns allenfalls im künftigen Jahre dachten, und deren unendliche Schwierigkeit wir uns verbargen. Jetzt aber soll, wie es scheint, bloß zwischen den beyden Cabinetten von Rußland und Oesterreich, eine I n s t r u c t i o n (?) ausgearbeitet werden, qu'on s' e m - p r e s s e r a de communiquer à Lord Strangford a u s s i t o t que l'Empereur l'aura approuvée ! Ich wiederhole Ihnen, daß ich über diesen Punkt noch ganz im Finstern tappe, ob ich gleich nicht ermangelt habe, dem Fürsten meine // ernsten Besorgnisse und Skrupel über eine mit der bisherigen Einleitung der Sache so wenig vereinbare Maßregel vorzutragen. Ich gestehe Ihnen im engsten Vertrauen, daß ich mich überhaupt vor meinen ersten Gesprächen und Erklärungen mit dem Fürsten wahrhaft fürchte. Er behandelt die Complicationen zwischen Rußland und der Pforte als vollkommen gehoben; l' a f f a i r e e s t e n t i è r e m e n t f i n i e - schreibt er an Wellesley, an Graf Bernstorff, an Vincent, - an alle Welt. Ich aber habe bis auf diesen Augenblick noch nichts gesehen und gelesen, was jenen Satz bestätigen könnte; und daß die Sendung Minciacki's allein den Knoten lösen sollte, kan ich mir in der That nicht denken. Auch ist [xxx] zu bemerken, daß <es> in dem aus dem Russischen Cabinet ergangnen Circular ausdrücklich heißt, que Minciacki étoit chargé d'une mission dont l'objet est de renouer les r a p p o r t s d e c o m m e r c e, - et que le retablissement des anciennes relations diplomatiques d é p e n d r a de l' a d m i s s i o n c o m p l è t e d e s a u t r e s p o i n t s connus. - Wenn mir der Fürst über alle diese Widersprüche nicht etwa Aufschlüsse mitbringt, die sich nicht e r r a t h e n ließen, und die ein neues Licht über die Sache verbreiten, so weiß ich nicht, wie meine // Ansicht sich je mit der Seinigen vereinigen wird. Es kan Sie nicht wundern, Mein Theuerster Freund, daß ich heute in einem ganz andern Tone als vor 14 Tagen schrieb. Damals hatte ich noch kein Wort von den Lemberger Depeschen gelesen, und mußte mich durchaus an die allgemeine Versicherung, "die Sache stehe vortreflich, und es sey alles zu Ende" halten. Daß mir von den Russen Böses ahndete, werden Sie auch schon in meinem vorigen Briefe bemerkt haben; so lange ich aber nichts bestimmtes wußte, hielt ich es für Pflicht, sie eher zu ermuntern als nieder zu schlagen. In demselben Sinne war auch mein Schreiben an Strangford abgefaßt; und ich bitte Sie recht sehr, Ihm gelegentlich zu sagen, daß es a n d e r s gelautet haben würde wenn ich jene fatalen Depeschen bereits gekannt hätte. Ich schicke Ihnen hier einen von Caradja aus Florenz mir zugekommnen, und sehr empfohlnen Brief. Die Einberufung des Argiropoulo, die man dort vermuthlich noch nicht wußte, scheint mir ein sehr wichtiges Factum, so wie auch die Wieder-Anstellung Ghotil Effendi's. - Minciacki // wird, nach meiner Rechnung, nicht vor Ende Oktobers in Constantino-pel angekommen seyn; denn da Nesselrode (der mir übrigens einen äußerst freundschaftlichen Brief geschrieben, und mich versichert hat, qu'il m'aimeroit toujours également, quelqu'amoureux que je puisse être des Turcs !) erst am 21 von Lemberg abgereiset ist, so wird Minciacki sich wohl erst ein Paar Tage später von Hermanstadt in Marsch gesetzt haben. Hiemit lege ich für heute die Feder nieder, sauf à la reprendre, lorsque j'aurai vu le Prince. Von Wacken, der vor einer Stunde bey mir war, habe ich nichts tröstliches gehört. - Das Russische Circular, woraus ich oben einige Worte citirt habe, ist mir noch nicht zu Gesicht gekommen. Wacken sagt mir aber, i c h w ü r d e m i c h s c h w e r d a r ü b e r ä r- g e r n.** Meine Citation fließt unterdessen aus einer guten Quelle. // den 5ten November 1823. Novus rerum nascitur ordo ! Der Fürst ist uns seit drey Tagen wieder geschenkt, und schon sind viele meiner Besorgnisse, wenn nicht gehoben, doch beträchtlich gemildert. Ich muß mich freylich kurz fassen, denn die Zeit ist s e h r kurz (besonders die, welche sich auf meine c o n- f i d e n t i e l l e Schreiberey bezieht) doch das Wesentliche denke ich Ihnen melden zu kön-nen. Sie erhalten auf dem offiziellen Wege ein Schreiben von mir, welches ich unter den Augen des Fürsten abgefaßt habe. Sie werden daraus sein wahres Urteil über Ihren Bericht vom 30ten und zugleich Seine wohlwollenden Gesinungen in Ansehung Ihrer Person entnehmen. Ich kenne jenen Bericht erst seit vorgestern, und habe keinen Grund, von dem, was ich im ersten Abschnitt dieses Briefes darüber gesagt habe, ein Wort zurück zu nehmen. Daß ein solcher Schritt, // wie der Fürst ihn meynt, großen Effekt machen konnte, will ich nicht leugnen; als aber die Depeschen vom 13 September abgingen, konnte der Fürst so wenig als ich, die Constellation voraussehen, die mit der Conferenz vom 30 August eintrat; und wenn man Sie auch wirklich damals in diesem Sinne instruirt hätte, so fragt sich erst, ob es unter den gegebnen Umständen m ö g l i c h war, so zu handeln. Was mir der Fürst zur Beruhigung meines Gemüthes und Berichtigung meiner Ansichten gesagt hat, ist in folgenden Punkten enthalten. 1. Die Sache ist r e i n a u s. Der Kayser Alexander will Frieden, will von keiner Com-plication weiter hören, kümmert sich um die Räumung der Fürstenthümer w e n i g, um die Griechen (die er zum Teufel wünscht) noch v i e l w e n i g e r, und hat Czernowitz verlaßen, mit dem Entschluß, das ganze Orientalische Geschäft als abgethan zu betrachten. 2. Seine Leute - nehmlich Nesselrode und Tatischeff, (und etwa noch Malriszewitz) haben als // S t o c k - R u s s e n redigirt; Nesselrode aus Furcht vor der öffentlichen Meynung, vor Tatischeff, vor den Frondeurs in Odessa etc. etc. Tatischeff aus reiner Bosheit, bittern Haß gegen Strangford, Treulosigkeit gegen uns. Auf die Worte dieser Redactionen muß man daher keinen sonderlichen Werth legen; sie wären besser ausgefallen, wenn der Fürst in Czernowitz gewesen wäre; dies gesteht er selbst. In Lemberg war es schwerer, Modificationen zu erlangen. Wacken und Mercy haben mir beyde von ihren Verhandlungen mit den Russen detaillirte Kenntniß gegeben. Beyde betrachten es als ein wahres Unglück, daß i c h nicht in Lemberg war. Mercy hat mir gestern, als ich ihm zu dem Commandeur-Kreutz des St. Stephan-<Ordens> (recht aufrichtig) Glück wünschte, sogar g e s c h r i e b e n, que ce n'étoit qu'en copiant mes paroles, qu'il avoit p e u t - ê t r e pu mériter une recompense. - Alles falsch gesehen ! Ich wäre nicht weiter gekommen, als ein Andrer, sobald der Fürst nicht unmittelbar wirken konnte; und // hätte mich, zum großen Schaden der Sache, vielleicht auf immer mit den Russischen Ministern brouillirt. 3. Der Fürst glaubt, Minciacki werde vortrefliche Geschäfte machen, sehr gemäßigt, sehr vorsichtig auftreten, und in zwey Monaten mit allen Präliminarien fertig seyn. 4. Er glaubt ferner, Strangford werde sich, trotz aller seiner Drohungen, und aller Depe-schen aus London, n i e von der Sache zurück ziehen. Das wird sich nun zeigen. Strangford's Ehrgeitz wäre freylich im höchsten Grade compromittirt, w e n n er sich zurück ziehen müß- te.5. Die Instruction sur l'affaire des Grecs wovon in dem Schreiben Nesselrode's die Rede ist, und die mich so sehr alarmirt hatte, erklärt der Fürst für einen bloßen Hocus-pocus, mit dem es Niemanden Ernst wäre. Nesselrode'n stehen die Haare zu Berge, wenn er nur an eine dergleichen Instruction denkt. Tatischeff hat, auf Zureden der beyden Minister, <beynahe von beyden mystificirt !,>eine kleine Skizze // über den Gegenstand entworfen, die ich - sans autre compliment - für die Arbeit eines diplomatischen Lakayen erklärt habe. Zu befürchten haben wir vor der Hand nichts; Plane zur Pacification von Griechenland entwerfen - ist kein so leichtes Unternehmen, die Zeit ist nicht gekommen, ob sie gleich kommen w i r d. - Minciacki wird von der Griechischen Frage in Constantinopel vermuthlich nichts berühren; die angekündigte Instruction bleibt fürs erste i n b l a n c o; und sollte sich Jemand in Petersburg daran versuchen, so werden wir hier wohl wißen, was zu thun ist. 6. Tatischeff würde nur in summis angustiis zum Minister bey der Pforte ernannt werden. Der Kayser ist noch weit entfernt davon; aber der Kayser sowohl als Nesselrode wißen schlechterdings nicht, w e n sie schicken sollen, und die Verlegenheit könnte endlich auf Tatischeff führen, obgleich der Fürst es selbst in diesem Falle kaum für möglich hält. Der Mann hat übrigens für // seine uns geleisteten treuen Dienste das Großkreutz des Stephans-Ordens erhalten, begleitet seine Frau, die nach Lemberg zum Besuch kam, nach Petersburg zurück, und geht dann unmittelbar wieder nach Wien. Der arme Huszar hat eine schwere Probe bestanden, indem er während der schlimmsten Tage der Krankheit des Fürsten [xxx], allein bey ihm war. Er ist ein sehr braver, und gewiß nicht unbrauchbarer Mann. Der Fürst nennt ihn zwar "einen engen, subalternen Geist" hat aber doch im Ganzen eine gute Meynung von ihm. Ich freue mich, daß ich Ihnen bereits durch den vorigen Courier das Geheimniß meiner Doppel-Correspondenz anvertraut habe. Diesmal werden Sie Sich von Neuem überzeugen, wie nützlich, und wie notwendig diese Veranstaltung für mich und meine Freunde ist. Jetzt aber ist es aus. Gott sey mit Ihnen ! Gentz * Nach einer später erhaltnen Notion ist diese Stelle dahin abgeändert worden, daß es heißt: e n a t t e n d a n t que l'epoque soit venue pp Suchen Sie diesen Umstand zu verificiren.** N B (S p ä t r e r Z u s a t z) Dies ist doch nicht ganz der Fall, seitdem ich das Circular kenne. Ich finde [es] gerade nichts anstößiges darin; und es wird auch dem unsrigen kein Dementi geben. H: HDA, Zagreb. FA Ottenfels, Karton 14, Konvolut 1823.g., Bl. 100-108. x Bl., F: ; 17 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.