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Gentz ; Müller, Adam
An Adam Müller, Wien, 21. Dezember 1824, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 78, Faszikel "Relicta Schlitter", Bl. 22-23v 1824

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id709
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Müller, Adam
LocationWien
Date21. Dezember 1824
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 78, Faszikel "Relicta Schlitter", Bl. 22-23v
Size/Extent of item2 Bl., F: 233mm x 185mm; 3 ½ eighd. beschr. Seiten
Places of printSchlesier, Schriften, V, 77-79; Wittichen/Salzer, Briefe, II, Nr. 214, 428-429; Baxa, Lebenszeugnisse, II, Nr. 1366, 700-701
IncipitIch habe ohnehin so viel
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Adam Müller Wien, 21. Dezember 1824 Wien den 21 December Ich habe ohnehin so viel zu thun, daß ich nicht weiß wo der Kopf mir steht, sollte mich also nicht in unnütze Schreiberey, auch mit meinen besten Freunden nicht einlaßen, sollte folglich Ihre Antwort auf meinen letzten Brief abwarten, ehe ich wieder in die verdammte Frage von den Handelsverhältnissen eingriffe. Da ich aber so eben Ihre letzten Schreiben und Pro Memoria an den Fürsten, und das opus des jungen Herrn Reichard, den Sie bey dieser Gelegenheit so ungeheuer loben, gelesen habe, so drängt es mich Sie zu fragen: Ist das Ganze eine große Mystification ? Et q u i veut on tromper ? - Wenn ich nur weiß, wie es eigentlich gemeynt ist, ich // lege selbst gern Hand mit an. Nur müßen die tragischen Worte bey Seite geschafft werden, und tadelhafte Verwaltungs-Maßregeln, müßen nicht, um denen, von welchen man Remedur erwartet, gutes Blut zu geben, "schändliche Gottesvergessne Geld- und Wucher-Politik" genannt werden; ein Ausdruck [über] zu dessen Erklärung i c h neulich aufgefordert wurde, und mich geradezu für insolvent erklären mußte, weil ich durchaus nicht weiß, was er heißen soll. Das Memoire des Reichard junior von Lobenstein ist zum Todtlachen. Zwey Commissionen, jede von h u n d e r t Mitgliedern, könnten in h u n d e r t J a h r e n das nicht leisten, was dieser brave Mann als Präliminar zur Handels-Reform verlangt. Auch das Abstimmen p e r m a j o r a ist deliciös; und doch giebt es wieder keine andre Form pp // Kurz, Mein Freund, das Ganze ist reiner Unsinn, mehr als Tollhauskram. [Wenn] So lange Sie dies nicht gegen mich einräumen, werden Sie mich in dieser Sache sehr lau und recalcitrant finden. Sobald Sie aber zu mir als Haruspex ad haruspicem reden, und dergleichen Untersuchungs-Commissionen, Vernehmungen, Berichts-Erstattungen, Protokoll-Abfassungen pp als Mittel zur Beschwichtigung der Unzufriedenheit, oder auch als S t o f f zu unschuldiger Gemüths-Erheiterung des Deutschen Tiers-Etats betrachten und darstellen - will ich Sie kräftig unterstützen. Seitdem ich weiß, daß es auf rein nichts weiter ausgeht, als P r e u ß e n und E n g l a n d den Krieg anzukündigen, und eins so rasend als das andre ist, kan ich [xxx] unmöglich bona fide und mit Erwartung eines reellen Resultates an die Sache gehen; und // der einzige Zweck dieser flüchtigen, in einer gewissen Wut geschriebnen Zeilen ist, Sie zu einem definitiven Bekenntniß über Ihre w a h r e n Absichten zu bewegen. Der Biographie Kotzebues haben Sie doch zu viel Ehre angethan. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Karton 78, Fasz. "Relicta Schlitter", Bl. 22-23v. 2 Bl., F: 233mm x 185mm; 3 ½ eighd. beschr. Seiten. D: Schlesier, Schriften, V, 77-79; Wittichen / Salzer, Briefe, II, Nr. 214, 428-429; Baxa, Lebenszeugnisse, II, Nr. 1366, 700-701.