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Gentz ; Schönburg, Alfred Fürst von
An Alfred Fürst von Schönburg, Wien, 9. Oktober 1828, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 16-17v 1828

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id541
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Schönburg, Alfred Fürst von
LocationWien
Date9. Oktober 1828
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 16-17v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
IncipitIch habe gestern (spät genug !)
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Alfred Fürst von Schönburg Wien, 9. Oktober 1828 Wien den 9ten Oktober. Ich habe gestern (spät genug !) Ihren mir sehr erfreulichen Brief vom 1ten d. M. erhalten, Mein Theuerster Fürst, und eile, Ihnen wenige Worte, die hoffentlich noch vor Ihrer Abreise aus den Gebirgen Ihnen zukommen sollen, zu schreiben. Ich fuhr mit dem festen Vorsatz in die Stadt, dem Fürsten einen Theil Ihres Briefes vorzulesen, wenigstens die Stelle desselben, die Ihn zunächst anging. Dies war aber für heute rein unmöglich. Zwischen dem, so eben angelangten, neuen Französischen Botschafter, dem Prinzen von Schweden, dem Herzoge von Würtemberg, und mehrern Personen, die im Neben-Zimmer abgefertigt werden mußten, war der Fürst dergestalt belagert, daß ich mein Vorhaben aufgeben mußte. Indessen wird es auch Morgen noch // immer Statt finden können; und da man sicher gegen Ihren Wunsch, Ihren dortigen Aufenthalt zu verlängern, nicht das Mindeste einzuwenden haben wird, so können Sie unbedenklich die Reitze und die Wohlthaten des Landlebens so lange genießen, als Ihre Neigung und das Wetter es Ihnen gestatten wird. Ihren Auftrag an Lady Cowley habe ich gleich gestern Abend bestellt. Sowohl sie, als ich, haben nicht nur bis jetzt Weinhaus bewohnt, sondern sind auch fest entschlossen, es vor den letzten Tagen dieses Monats nicht zu verlassen. Während der etwas unruhigen Epoche, wo die Prinzen von Preußen Wien mit ihrer Gegenwart beehrten, habe ich die Stadt wenig oder gar nicht besucht, und keinen der vornehmen Gäste gesehen. Ich höre aber, und schließe aus den freylich // oft divergirenden Daten, die mir darüber zugekommen sind, daß sie im Ganzen von Allem, was ihnen hier begegnet íst, von allem was sie sahen und hörten, in einem unerwarteten Grade frappirt waren, und Wien mit dem vorteilhaftesten Eindrücken verließen. Die Schilderung Ihrer Lage hat mich so ergriffen, daß ich nicht genugsam bedauern kan, sie so spät erhalten zu haben. Hätten Sie die Gnade gehabt, mir einen solchen Brief 14 Tage früher zu schreiben, und eine bestimmte Aufforderung an mich zu erlassen, so wäre ich, ohne mich viel zu besinnen, zu Ihnen gereiset. Jetzt muß ich froh seyn, wenn nur diese Zeilen Sie erreichen; [das] und, da seit einiger Zeit ein feindseliges Gestirn über unsrer Correspondenz gewaltet hat, so ist mir auch dies noch zweifelhaft.Daher schließe ich auch diesen (in Pilat's Cabinet geschriebnen ) Brief, und sende [Ihn] ihn ohne weitres auf die Post; um so mehr als ich mich engagirt habe, heute in Hütteldorff - mit dem Prinzen von Schweden, M a l z a h n und seiner Frau, M ü n c h und B e r n s t o r f f // ein Mittagsmahl einzunehmen. So wenig <ich> auch gegen die Gesellschaft einzuwenden habe, wäre doch Ihre Steyrische Köchin mir lieber. Von Neuigkeiten giebt es wenig. Varna ist noch immer nicht gefallen. Und seit einigen Tagen verbreiten sich hier über einen Marsch des Großveziers nach Rustschuck und über den verzweifelten Zustand der Russischen Armee, Nachrichten, denen nur noch authentische Bestätigung fehlt, um uns recht eigentlich auf eine Contre-Partie des Rückzuges nach Moskau vorzubereiten. In einem unsrer Gränz-Berichte, die freylich nicht immer sehr evangelisch sind, wird sogar mit Zuverläßigkeit behauptet, der Kayser wolle, was auch immer noch geschehen möge, in den ersten Tagen dieses Monats in Odessa und am 27ten Oktober in Petersburg seyn. Mögte er es nie wieder verlassen ! Ich empfehle mich zu fernerm Wohlwollen, wie ich es heute zu besitzen glaube, und Ihr letztes Schreiben auf eine mir sehr schmeichelhafte Art es ausdrückt, und bleibe Meines Huldreichen Fürsten stets treuer Diener Gentz N.S. Es ist mir zuletzt doch noch gelungen, den passum concernentum Ihres Briefes dem Fürsten vorzutragen. Er ist vollkommen damit einverstanden, und läßt Sie zärtlichst grüßen. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Fasz.: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 16-17v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.