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Gentz ; Müller, Adam
An Adam Müller, Teplitz, 7. Juli 1806, Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Gentz-Nachlass Günter Herterich II, Nr. 20 1806

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4609
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Müller, Adam
LocationTeplitz
Date7. Juli 1806
Handwritten recordUniversitäts- und Stadtbibliothek Köln. Gentz-Nachlass Günter Herterich II, Nr. 20
Size/Extent of item2 Bl., F: 255mm x 184mm; 2 ¾ eighd. beschr. Seiten
Places of printBriefwechsel Gentz-Müller, Nr. 52, 83-84 (tlw.); Baxa, Lebenszeugnisse, I, Nr. 196, 292-293 (tlw.)
IncipitMein Bote aus Dreßden ist gekommen
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Adam Müller Teplitz, 7. Juli 1806 Mein Bote aus Dreßden ist gekommen; von meinem Müller aber - keine Zeile. Es ist diesmal besonders deswegen unverzeihlich, weil ich Sie nach einem kleinen Rückfall von Fieber verließ, und äußerst interessirt war, zu wissen, wie es weiter mit Ihrer Gesundheit steht. Auf Frau von Haza bin ich mächtig und ernstlich böse; sie hätte Sie anhalten sollen, zu schreiben; oder, wenn dies nicht gelang selbst einige Zeilen schreiben sollen. Einigermaßen können Sie es noch gut machen, wenn Sie m o r g e n (Dienstag) noch schreiben, und den Brief bis 8 Uhr Abends an Kraus gelangen laßen. Dann erhalte ich ihn übermorgen Abend. Erst Sonnabend, aber später gewiß nicht, reise ich nach Dresden zurück. Der Aufenthalt in Teplitz hat mir Einen sehr wesentlichen Dienst geleistet. Ich habe den gegenwärtigen Zustand der Dinge in Wien hier dergestalt anschaulich kennen gelernt, daß // mein vorhin schon fester Entschluß, für jetzt nicht nach Wien zurück zu kehren, nun unerschütterlich ist. Ich ärgerte mich dort in vier Wochen zu Tode. Dreßden, Dir leb' ich, Dreßden, Dir sterb' ich ! So lange S i e mir nicht davon laufen, ist Dreßden, wie die Sachen jetzt stehen, in der That ein Himmel für mich. Und daß S i e mir untreu werden sollten, halte ich durchaus nicht für möglich. Wie wichtig Sie mir geworden sind, müßen Sie Selbst in jeder Nerve fühlen. Ich schreibe keinen Brief, ich mache oder erneuere keine Bekanntschaft, ohne S i e bis in den Himmel zu erheben. Ich breite Ihren Nahmen, so weit nur meine Stimme reicht, über Deutschland und Europa aus. Und überdies, was mehr ist, als alle Lobpreisungen, ich liebe jetzt keinen Menschen, wie ich Sie liebe. Sie können Sich nicht denken, wie ungeheuer fleißig ich hier bin. Das Wetter ist schlecht; die Gesellschaft interessirt mich wenig; nichts neues von Bedeutung. // Ich lese und schreibe den ganzen Tag. Unter andern habe ich die ganze Correspondenz von Körtes durchgelesen. Was Sie mir von den treflichen Briefen G l e i m s sagten, habe ich vergeblich gesucht. Aber sehr schöne Briefe von J o h a n n e s, und wahrhaft genialische, ja ganz außerordentliche von H e i n s e. Wie dieser über die Kunst spricht, dagegen ist doch Winkelmann vor ihm, und alle Schlegel, und Tiek pp nach ihm, nur Wasser, oder Luftblase. Gott behüte Sie - bis auf baldiges Wiedersehen. T e p l i t z. M o n t a g A b e n d. Gentz.H: In Privatbesitz. 2 Bl., F: 255mm x 184mm; 2 ¾ eighd. beschr. Seiten. Seite 4: Adresse: A Monsieur / Monsieur Adam Müller / Dresde. Seite 4: Siegelrest. D: Gentz-Müller-Briefwechsel, Nr. 52, 83-84 (tlw.); Lebenszeugnisse, I, Nr. 196, 292-293 (tlw.).