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Gentz ; Hammer, Joseph von
An Joseph von Hammer, Wien, 11. November 1824, Wienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 6612 1824

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

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Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Hammer, Joseph von
AusstellungsortWien
Datum11. November 1824
Handschriftl. ÜberlieferungWienbibliothek im Rathaus, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 6612
Format/Umfang2 Bl., F: 235mm x 186mm; 3 eighd. beschr. Seiten
IncipitEwr. Hochwohlgebohren würden den in dem Artikel des Beobachters
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Joseph von Hammer Wien, 11. November 1824 EwrHochWohlgebohren würden den in dem Artikel des Beobachters vom 18 October Ihnen so sehr aufgefallnen Ausdruck G e l e h r t e n - Z u n f t vielleicht weniger anstößig gefunden haben, wenn Sie gefälligst erwogen hätten, daß er nicht in einem vollständigen, auf absolute Correktheit Anspruch machenden A k t e n s t ü c k, sondern in einer kurzen, beyläufig angeführten, [die] bloß ihrer charakteristischen Naivität wegen eingerückten Stelle vorkam. Um jedoch Ihren schweren Klagen über diese von mir begangne Sünde endlich ein Ziel zu setzen, erkläre ich hiemit, daß ich besser gethan hätte, statt G e l e h r t e n - lieber S c h r e i b e r zu setzen. An den U l a m a s habe ich <mich> nicht vergangen; denn von diesen war in dem besagten Artikel mit keiner Sylbe die Rede. // Daß der Beobachter durch ein einziges nicht ganz treu übersetztes Wort, sich v o r d e m A u s l a n d e c o m p r o m i t t i r t haben sollte, besorge ich keinesweges. Einen in jedem Fall so unbedeutenden Fehler wie die Verwechselung der Gelehrten mit den Schreibern wird man wohl im Auslande weder bemerken, noch rügen; es müßte denn, wie es in frühern Fällen wohl geschehen seyn mag, von hier aus ein Fingerzeig darüber gegeben werden. Und wer sind denn die Ausländer die sich ohne Unverschämtheit herausnehmen dürften, die Türkischen Artikel im Beobachter zu kritisiren ? Sollte wohl ein einziges fremdes Journal, sollte nahmentlich eins der Französischen, die in jeder Zeile Beweise der schändlichsten Unwissenheit, neben der abgeschmacktesten Leichtgläubigkeit und Parteylichkeit darbieten, sich bey aller von mir selbst anerkannten Unvollkommenheit unsrer Artikel, sich mit denselben messen können ? Wenn es Ihnen möglich wäre, bey der Vergleichung // unbefangen und leidenschaftslos zu verfahren, Sie würden zuletzt noch Selbst, ungeachtet Ihrer Abneigung gegen alles, was bey uns geschrieben wird, auf die Seite des Beobachters treten. Ich habe übrigens das mühsame und undankbare Geschäft der Redaction dieser Artikel, nicht aus Anmaßung oder Eitelkeit, sondern aus höhern Rücksichten, wobey es auf ganz andre Dinge als Wortklaubereyen ankömmt, hauptsächlich aber, weil es der bestimmte Wunsch und Wille des Fürsten war, übernommen. Wenn Ew HochWohlgebohren da Sie es ohne allen Zweifel mit weit glänzenderm Erfolg ausführen würden, irgend ein Mittel wißen, mich je eher je lieber davon zu befreyen, so wird Ihnen Niemand in der Welt mehr dafür verbunden seyn, als Ihr gehorsamster Diener Wien den 11 November 1824. Gentz H: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien. Handschriftensammlung, Inv.-Nr. 6612. 2 Bl., F: 235mm x 186mm; 3 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.