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Gentz ; Schönburg, Alfred Fürst von
An Alfred Fürst von Schönburg, Wien, 14. September 1830, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 10-11 1830

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id4219
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Schönburg, Alfred Fürst von
LocationWien
Date14. September 1830
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Faszikel: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 10-11
Size/Extent of item3 eighd. beschr. Seiten
IncipitIch erhielt vorgestern Ihr gütiges
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Alfred Fürst von Schönburg Wien, 14. September 1830 Wien den 14 September 1830. Ich erhielt vorgestern Ihr gütiges Schreiben vom 7ten d. Mein Fürst; das meinige vom 4ten konnte Ihnen damals noch nicht zugekommen seyn. Alles, was Sie in Betreff der Anerkennung der neuen Regierung zu erfahren gewünscht haben, muß sich seitdem in Ihren Händen befinden. Ich habe den Auftrag, Ihnen den beygehenden Auszug aus dem H e s p e r u s vom 8ten d. M. zu übersenden. Er enthält einen Artikel der an Bosheit und Frechheit noch von keinem in Deutschland geschriebnen überboten worden ist; und es läßt sich nicht denken, daß Seine Majestät der König von Würtemberg, sobald Sie diesen Artikel nur Ihrer Höchsten Aufmerksamkeit zu würdigen geruhen, <mit> Gleichgültigkeit ansehen sollten, daß s o l c h e Dinge in S t u t t g a r d gedruckt werden. Wer die S ä c h s i s c h e n P a t r i o t e n sind, welche auf Zurücknahme der Bundes-Beschlüsse, die sie (avec un raffinement de malice) die F r a n k f u r t e r O r d o n n a n z e n nennen, antragen, [sey] ist uns freylich nicht bekannt. Da aber die bis jetzt noch // gesetzlich bestehende, ohnehin sehr laxe Censur, das einzige Preventiv-Mittel gegen die gröbsten Ausschweifungen der Presse ist, und dieses Mittel den Vorteil hat, daß es in der Stille, und ohne unmittelbare Erschütterungen zu erregen, in Anwendung gebracht werden kan, so wäre es in der That unverantwortlich, wenn die Regierungen sich dieses letzten Nothankers, aus Nachläßigkeit oder übertriebner Furcht berauben wollten. So lange aber eine Censur, auch nur noch dem Nahmen nach besteht, ist es wohl nicht unbillig zu verlangen, daß sie gegen einen so schreyenden Mißbrauch der Presse gehandhabt werde. Der Fürst ist gestern nach Preßburg gereiset, wo der feyerliche Einzug des Kaysers gestern Statt haben s o l l t e, [xxx] aber, des schlechten Wetters wegen, nur im Incognito erfolgt ist, zum großen Verdruß vieler Neugierigen, die sich dahin begeben hatten. Der Tag der Krönung ist immer noch // unbestimmt; und der Fürst denkt in zwey oder drey Tagen nach Wien zurük zu kehren, und hier den dieserhalb zu fassenden Beschluß [der ab] abzuwarten. Wir haben seit 8 Tagen den Grafen Orloff den der Kayser Nicolaus [hieher] zur Krönungs-Feyer hieher gesendet hat, bey uns; einen sehr liebenswürdigen Mann, der allgemein gefällt. Es wurden ihm in den vergangnen Tagen, bey dem Fürsten, bey Tatitscheffs, Lord Cowley, und Malzahns Diners gegeben, denen ich die Ehre hatte beyzuwohnen; und er hat auch meine Eroberung gemacht. Da ich mich auf politische Betrachtungen, so reich auch der Stoff dazu wäre, heute nicht einlaßen darf, so erlauben Sie mir Ihnen bloß zu sagen, daß ich Ihrer hoffentlich nicht entfernten Rückkehr zu uns mit großem Vergnügen entgegen sehe; bleiben Sie unterdessen hold und gewogen Ihrem treuen Diener Gentz. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora 95, Fasz.: "Briefe von Hofrath von Genz aus den Papieren des Fürsten Alfred Schönburg. 1822-1831", Bl. 10-11. x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.