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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 2. Juli 1828, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 28-29v 1828

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3979
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date2. Juli 1828
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 28-29v
Size/Extent of item3 ½ eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 137-139 (tlw.)
IncipitIch habe vorgestern Ihr, wie
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 2. Juli 1828 Wien den 2ten July 1828 Ich habe vorgestern Ihr, wie immer, sehr interessantes Schreiben vom 3ten v. M. erhalten. Ich wiederhole Ihnen nicht, was ich Ihnen schon so oft über den ausgezeichneten Werth aller Ihrer Mittheilungen, und die Idee, die man hier überhaupt von Ihrer Dienstführung hat, mit voller Wahrheit melden konnte. Ich übergab gestern dem Fürsten das an Ihn gerichtete Schreiben, und las ihm zugleich den größten Theil des für mich bestimmten vor. Der Antrag des Contre-Admirals (für Sie, und Major Corner) war bereits seit 4 oder 5 Wochen bey uns bekannt; und ich kan Ihnen heilig versichern, daß der Fürst, gleich im ersten Augenblick, entschlossen war, denselben kräftig zu unterstützen. Ich habe ihn auch in der Zwischenzeit mehrmals daran erinnert, und bin sogar überzeugt, daß Er mit dem Kayser davon gesprochen hat. Indessen wissen Sie wohl, wie langsam die Sachen bey uns betrieben // werden, und der gegenwärtige Zeitpunkt, wo der Kayser zwischen Laxenburg und Baden, der Fürst in Waltersdorff residirt, selbst meine Wenigkeit in der Regel nur 2 Tage der Woche an letzterm Orte zubringt, mithin die Communicationen mancherley Schwierigkeiten haben, ist der schnellen Beförderung jedes nicht unmittelbar dringenden Geschäftes nicht zuträglich. Sie müßen Sich daher schon mit etwas Geduld waffnen; daß aber Ihr höchst gerechter Wunsch sicher in Erfüllung gehen soll, dafür wage ich die Garantie zu übernehmen. Was den Herrn Contre-Admiral betrift, so hält der Fürst seinen Wunsch für so unbedenklich, daß auch <nicht> der kleinste Einwand dagegen Statt finden kan. M i c h dünkt, wenn ein Mann, wie Dandolo, die F ü r s t e n-Würde verlangte, sie müßte ihm ohne Schwierigkeit bewilligt werden. Diese Sache, die bloß durch obscure Cabalen früher verhindert worden seyn konnte, wird folglich ebenfalls in Kurzem zum Schlusse kommen. Ihr Urteil über den Russischen Feldzug hat sich in der ersten Periode dieses ungerechten // Krieges bereits hinreichend bestätiget. Die Operationen gehen einen äußerst [genug] lahmen Gang; der Widerstand der Türken ist, im Verhältnisse der Geringfügigkeit ihrer Mittel, ein Gegenstand der Bewunderung; und die gestern eingelaufne Nachricht, daß die Russen bey einem Sturm auf Ibrailow über 1000 Mann, 2 Generale, 100 Offiziere etc. verloren haben, ist ein gutes Omen für die fernern Schicksale ihres frevelhaften Unternehmens. Ich las neulich (nicht zum erstenmale wie Sie denken können) Ihr Memoire über die Verteidigung der Europäischen Türkey, zwar mit einiger Wemuth - denn wie viel hat sich seit der Zeit, wo Sie es schrieben, zum Nachtheil der Pforte geändert; wo ist die Kraft, welche die Donau-Linie behaupten, die Position von Schumla gehörig verteidigen, die Flanken-Operationen an der Maritza ausführen könnte ? - doch nicht ganz ohne Vertrauen; denn e i n T h e i l von dem, was Sie damals vorschlugen, wird immer noch Anwendung finden; und Ihr Plan der Verteidigung der Hauptstadt kan auch jetzt noch bestehen. Sehr erfreut mich, aus Ihrem letzten Briefe zu ersehen, daß // Sie auf die Behauptung von Widdin einen besondern Werth legen; und es s c h e i n t mir, daß dies wenigstens auch den Türken einleuchtend, und daß b i s j e t z t der rechte Flügel der Russen nichts weniger als fest und gesichert in der Wallachey ist, der in Bucarest ausgebrochnen P e s t nicht zu gedenken. Noch hat weder das Englische, noch das Französische Cabinet in Hinsicht auf die Behandlung der Griechischen Frage einen Entschluß gefaßt. Die Conferenzen darüber haben zu London wieder begonnen, hatten aber bis zum 20ten v. M. zu keinem Resultat geführt. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, , Bl. 28-29v. x Bl., F: ; 3 ½ eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 137-139 (tlw.).