These titles were already interesting to you:

Gentz ; Müller, Adam
An Adam Müller, Wien, 24. Oktober 1821, Schiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv, Marbach a. N. Nachlass Hauff-Kölle, Kasten 124, Mappe 1, Nr. 39, Inv.-Nr. 34732 1821

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3927
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Müller, Adam
LocationWien
Date24. Oktober 1821
Handwritten recordSchiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv, Marbach a. N. Nachlass Hauff-Kölle, Kasten 124, Mappe 1, Nr. 39, Inv.-Nr. 34732
Size/Extent of item2 Bl., F: 193mm x 121mm; 3 ¼ eighd. beschr. Seiten
IncipitDer Brief von Hahnemann hat
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Adam Müller Wien, 24. Oktober 1821 Wien den 24 October. Der Brief von Hahnemann hat mich außerordentlich erfreut. Ich übersende Ihnen hier meine Antwort, woraus Sie zugleich alles, was auf meinen körperlichen Zustand Bezug hat, ersehen werden. Nachdem ich das Buch von Görres durchgelesen habe, spreche ich davon mit weniger Furcht und Respekt als zuvor, und würde mich unbedenklich entschließen es zu rezensiren, wenn ich nicht wüßte, daß S c h l e g e l einen Artikel darüber für die W i e n e r J a h r b ü c h e r schreiben will. Diese Wiener Jahrbücher incommodiren mich sehr; auch H a l l e r hat für das schlechte // Journal einen Aufsatz eingesendet, den ich gern für ein bessres gerettet hätte. Aber, obgleich entschlossen, sowohl Schlegel als Haller zu dem letztern einzuladen, habe ich es doch bis jetzt nicht thun mögen, weil ich mich scheute vor dem Lärm, den Buchholz von einer Seite (mit Anstand) Hammer - Hormayr - und andre (mit Gilft und Galle) darüber erheben werden. Das Buch von Görres hat auf mich gewirkt, wie ein Feenmährchen, welches die Neugier und die Einbildungskraft spannt, während man es lieset, welches man aber gleich nachher vergißt. Ihr Urteil darüber finde ich viel zu ernsthaft. Ich sehe in diesem Buch nichts als // einen unnützen lächerlichen Aufwand von Gelehrsamkeit, Poesie, und Sophisterey, der zu einem ganz gemeinen und unseligen Resultat führt. Nach dem ersten Abschnitte erwartete ich am Ende die verwegensten Conclusionen - und finde ein kurzes Capitel aus abgedroschnen Repräsentativ-Verfassungen. Das merkwürdigste ist unstreitig, was er über Katholizität und Protestantismus <schreibt>, und wodurch er nun mit den Liberalen unwiderbringlich zerfällt. Die Stelle p. 313 und 14 werden diese Leute ihm nie vergeben. Uebrigens sind e i n z e l n e Stellen unstreitig sehr gut, und einige vortreflich. Eben so witzig als wahr ist unter andrem was er von der demokratischen Organisation des Deutschen Bundes sagt. // Ich erwarte mit Verlangen Ihre nächsten Briefe. Vom Fürsten wißen wir seit seiner Abreise nichts weiter als daß er glücklich in Comothan angekommen war. Vale !Gentz. H: Schiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv, Marbach a. N. Nachlaß Hauff-Kölle, Kasten 124, Mappe 1, Nr. 39, Inv.-Nr. 34732. 2 Bl., F: 193mm x 121mm; 3 ¼ eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.