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Schlesier, Gustav ; Prokesch-Osten, Anton von
Gustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten, Stuttgart, 10. August 1841, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 28-29v 1841

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id383
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Schlesier, Gustav
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationStuttgart
Date10. August 1841
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 28-29v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
IncipitEw. Excellenz werden das Paket mit den Mémoires
Type of letterBriefe Dritter
Digital item: TextGustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten Stuttgart, 10. August 1841 Stuttgart, den 10. August 1841. Ew. Excellenz werden das Paket mit den Mémoires de Gentz längst empfangen haben. Ich ließ es an Farvages in Triest abgehn, und notirte auch außen, daß es für Sie sei. Ein Brief von mir vom 25. April lag bei. Den Rest der Gentzischen Originale sende ich Ihnen zurück, sobald ich das Ganze benutzt habe. Gegenwärtig von andrer Seite in Beschlag genommen, vermag ich nur seltener an dieser Arbeit zu rühren, werde sie aber dennoch nach Kräften fördern und seiner Zeit den ganzen Rest auf einmal in Ihre Hände zurückgehen lassen. Inzwischen erhielt ich drei Briefe von Ihnen, vom 27. April, 12. Juni und 27. Juni d. J. Alle drei berührten lediglich Ihre Geschäftsangelegenheit mit Hallberger. Sie wissen schon, daß ich feierlich gegen jede Publikation protestirt habe, so lange sich Hallberger nicht mit Ihnen verständigt hat. Von dem, was Sie ferner schreiben, hab' ich stets das Nöthige an Hallberger mitgetheilt. Ich nahm mich der Sache mit dem besten Eifer an, rüttelte und trieb unablässig an ihn, ich versuchte <sogar>, nach dem von Ihnen geäußerten Wunsche, die Sache <selbst> zu reguliren. Ich sah, daß ich nicht vom Fleck komme, ich war endlich entschlossen abzustehen und // alle weitere Verhandlung Hallberger's an Sie zu weisen. Da kam Ihr letztes Schreiben - vom 27. Juni - wo Sie <es> als Freundschaftsdienst ansehen zu wollen erklärten, wenn ich die Sache vollends in Ordnung brächte. Natürlich ging ich wiederholentlich mit allen Kräften daran. Alles vergebens. So vernehmen Sie denn, wie diese Bemühungen ihr Ende nahmen. Wohl wissend, wie gar nicht hoch diesem gegenüber der Bogen zu spannen war, erklärte ich demselben, daß ich nicht entfernt den Werth dieser Schriften zu schätzen gedenke, es jedoch in keinem Fall für schicklich ansehen würde, Ihnen weniger als 300 Gulden rheinisch pro Bändchen, d. h. 1800 Gulden für alle sechs anzubieten. Auf alle Fälle hätte ich den Vertrag nur abgeschlossen mit der Clausel, daß er von Ihnen ratificirt würde. Hätte Hallberger auf diese Äußerungen hin ernsthaft verhandelt, so würde ich am Ende wohl <auch> auf 1600 Gulden rheinisch vorläufig abgeschlossen haben. Er aber trätschte die ungehörigsten Bemerkungen über Schnelleriana her, und nahm die Sache nochmals zur Überlegung nach Haus. Heute - 14 Tage nachher - gefällt es dem Herrn zu schreiben - NB. datirt vom 11. August ! - er sehe // die Schwierigkeiten ein, die sich mir darböten, in dieser Angelegenheit zu unterhandeln, und er wolle noch selbigen Tages an S i e schreiben und direkt mit Ihnen ins Reine zu kommen versuchen. - Gut, das muß ich mir wohl gefallen lassen. Hab' ich doch das Meine für Ihr Interesse gethan. Aber erfahren hab' ich nun zur Genüge, daß meine Wenigkeit, als Zwischenperson, hierbei nichts mehr fördert, sondern die Schwierigkeit und Schreiberei nur verdoppelt. Ich bitte Sie daher, in wahrer Verzweiflung, fortan auch <nur> direkt mit Hallberger zu unterhandeln. Protest hab' ich wiederholt gegen jede unbefugte Publikation eingelegt. Mitgetheilt hab' ich Hallberger auch stets pflichtschuldigst, was Sie mitgetheilt wünschten. Sehen Sie zu, wie es Ihnen gelingt, diese Sache zum Abschluß zu bringen. Der Mensch ist so frech gewesen, sich in seinem letzten Briefe an Sie sogar a u f I h r e L i b e r a l i t ä t g e g e n m i c h z u b e r u f e n. Nein ! Folgen Sie meinem Rath, und weichen Sie nicht. Fordern Sie definitiv eine bestimmte Summe pro Bändchen, und halten Sie lieber die 2 letzten, die Sie noch geben wollen, ganz für eine spätere Gelegenheit zurück. Diesmal ist schon so viel verdorben. Hätten Sie im vorigen Jahre die Sache von einem Ihrer hiesigen Freunde besorgen lassen, so wäre sie schnell geordnet gewesen; // denn man hätte die Sammlung, wo er so elendiglich gefeilscht hätte, einer andern Handlung angeboten. Vergessen Sie nicht, diesen Vertrag ja nur für die erste Auflage - mir sagte er, es seien, glaub' er (NB !), 1000 Exemplare gedruckt worden - einzugehen. So nur halten Sie sich für spätre Gelegenheit die Hände frei und können - nicht nur die neue Folge geben wem Sie wollen sondern auch die jetzige Sammlung bei neuer Auflage auch einem Andern überlassen. Das ist das Resultat aller meiner schlecht gelohnten Bemühungen für diese Ihre Angelegenheiten. Ich will gewiß keine Anerkennung dafür, nur das gewärtige ich mir von Ihrer freundschaftlichen Gesinnung, daß Sie mich nunmehr dieser fruchtlosen Thätigkeit gütigst entheben wollen. Und nun genug davon. Ich hoffe auch ferner in unsern alten Bezügen Ihnen mittheilen zu dürfen und auch von Zeit zu Zeit etwas von Ihnen und Ihrem Wohlbefinden zu hören. An meiner Theilnahme in allem, was Sie angeht, werden Sie nie zweifeln. Leben Sie aufs Beste, mein hochverehrtester, und genehmigen Sie den Ausdruck der verehrungsvollen Gesinnungen, in denen unabänderlich verharretEw. Excellenz ganz ergebenster G. Schlesier. In höchster Eile ! um es noch heute auf die Post zu bringen. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton , Bl. 28-29v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.