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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 3. Oktober 1829, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 65-66v 1829

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3591
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date3. Oktober 1829
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 65-66v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 303-305
IncipitIch habe Ihr Schreiben vom 3ten
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 3. Oktober 1829 Wien den 3ten Oktober 1829. Ich habe Ihr Schreiben vom 3ten v. M. Mein Hochgeschätzter Freund, mit der Türkischen Post vom 10ten am 28ten erhalten. Ich mögte mich gar gern über einige Punkte desselben, und nahmentlich über das, was <Sie> von den Gränzen des neuen Griechischen Staates sagen, und womit ich nicht ganz einverstanden bin, mit Ihnen in Raisonnements einlaßen. Dazu aber fehlt mir heute die Zeit; und ich muß mich begnügen, Ihnen dasjenige mitzutheilen, was für Sie persönlich das Wichtigste ist, und Ihnen hoffentlich nicht unlieb seyn wird. Der Krieg ist beendiget; und, wie viel sich auch über die Bedingungen des Friedens, und die künftigen Schicksale der Pforte denken und sagen läßt - der Fürst, ich, und alle aufgeklärte Männer unter uns, danken recht aufrichtig Gott, daß wir endlich an dieses Ziel gelangt sind. Sie werden mich nicht mißverstehen, wenn ich Ihnen versichre, daß wir es uns s o wohlfeil nicht gedacht hätten; was aber die Fortdauer des Krieges für Früchte tragen konnte, das vermag nur // der zu beurteilen, der den Zustand Europas, die Gesinungen und Fähigkeiten der Cabinette, die innern und äußern Verhältnisse - so zu kennen das Unglück hat, wie ich sie kenne. Ich habe alle Ursach zu glauben, daß unsre Escadre in der Levante, wenn gleich nicht augenblicklich, doch nächstens, von ihrem bisherigen Schauplatz abberufen, daß nur auf gewissen Haupt-Punkten eine permanente Station etablirt werden wird. I h r e jetzige Stellung hört dann auf. Der Fürst hat die Absicht, sobald das definitive Schicksal des Griechischen Staates entschieden seyn wird, Ihnen dort den ersten diplomatischen Platz, unter welchem Nahmen und Charakter, und mit welchen nähern Bestimmungen er auch creirt werden mag, anzubieten. Er ist, gleich mir, aufs vollkommenste überzeugt, daß Niemand größre Ansprüche darauf hat, Niemand in dem Grade, wie Sie, a l l e Eigenschaften vereinigt, die zu einer so wichtigen Stelle erforderlich seyn werden. Diese Idee theilte mir der Fürst bereits mehrere Wochen vor Eingang Ihres letzten // Briefes mit. Ich habe Ihm diesen b e i n a h e ganz vorgelesen; und Er hat darin nur neuen Grund, sein Vorhaben festzuhalten, gefunden.Vor allen Dingen wünsche ich nun zu vernehmen, ob diese Idee Ihnen willkommen sey ? Ich bin geneigt, es zu glauben. In einem Felde zu arbeiten, welches man so gründlich und eindringend erforscht hat, wie Sie das dortige, muß für einen verständigen Mann, wie mir scheint, einen großen Reitz haben; und Ihre bereits erworbnen Verdienste, durch die welche Sie in einer neuen Laufbahn erwerben würden, vermehrt, müßen Ihnen nothwendig die glänzendsten weitern Aussichten eröfnen. Es wird natürlich noch eine gewisse Zeit verfließen, ehe dieser Plan zur Reife gedeihen kan. Auch versteht sich von selbst, daß Sie vor Ausführung desselben, eine Reise nach Wien machen müßen. Beobachten Sie über das, was ich Ihnen hier melde, vor der Hand das strengste Geheimniß. Jede vorzeitige Kunde davon könnte Ihnen, und der Sache, wesentlich schaden. Der Fürst und ich, sind bis jetzt die beyden einzigen Personen, die darum wissen; und es ist Ihnen // nicht unbekannt, wie vorsichtig man h i e r zu Werke gehen muß, um das Gute, welches man beabsichtet, nicht durch fremdartige Einwirkungen in der Geburt erstickt zu sehen. Laßen Sie m i c h aber, so schnell als möglich, erfahren, was Sie von dem Projekt denken, und seyn Sie versichert, daß es mich überaus glücklich machen wird, wenn es Ihren Beyfall findet, und dann zu Ihrer völligen Zufriedenheit ins Werk gerichtet werden kan. Ihr sehr ergebner Gentz N.S. Ich habe den Fürsten nicht um die Erlaubniß gefragt, Ihnen diese Mittheilung zu machen. Er hätte vielleicht ein Bedenken dabey gefunden. Richten Sie also Ihre Antwort so ein, daß ich je nachdem die Umstände sich gestalten werden, darüber disponiren könne, wie es mir zuträglich scheinen wird. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, , Bl. 65-66v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 303-305.