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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 18. Juli 1827, HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Faszikel 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 18-19v 1827

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3541
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date18. Juli 1827
Handwritten recordHHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Faszikel 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 18-19v
Size/Extent of item3 ¾ eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 35-36
IncipitEs war eine große Freude
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 18. Juli 1827 Wien den 18ten Juli 1827. Es war eine große Freude und Satisfaction für mich, Mein Hochgeschätzter Freund, daß Ihre Ernennung zum Major meinem letzten Schreiben an Sie so früh folgte, und Ihnen von der Wahrheit dessen, was ich Ihnen in jenem Schreiben gesagt hatte, wenigstens eine erste Bestätigung gab. Seitdem sind mir Ihre, wie immer, interessanten Briefe und Berichte aus [Segrana] Mandria und Smyrna zugekommen. Ich habe heute nur so viel Zeit Ihnen meinen herzlichen Glückwunsch abzustatten, und die Versicherung hinzu zu fügen, daß nicht nur diejenigen Personen, denen Ihre ausgezeichneten Verdienste und Ansprüche näher bekannt sind, sondern auch alle, die nur im Allgemeinen wissen, // wie hoch Sie in der Meynung competenter Richter stehen, an Ihrem Avancement lebhaft Theil nehmen. Unter andern hat mir gestern General Tettenborn aufgetragen, ihn in Ihr freundschaftliches Andenken zurück zu rufen. Auch Fürst Dietrichstein ist sehr erfreut, und von der Schwartzenbergschen Familie versteht sich dieses von selbst. Wir sind nun an den Moment gelangt, der die diplomatische Crise zum baldigen Ausbruch führen muß. Der Tripel-Traktat ist unterzeichnet, und der Feldzug in Constantinopel wird also nächstens eröfnet werden. Mit welchen Operationen, und unter welchen Auspizien - ist allerdings schwer zu begreifen, nachdem eines Theils die Pforte durch das Manifest vom 11 Juny allen Unterhandlungen // zum Voraus den Kopf abgeschnitten zu haben scheint, und andern Theils von dem sogenannten Griechenland, dessen Pacification bewirkt werden soll, nur noch ein Paar Fragmente existiren. Sehr zu bedauern ist, daß die Türken nicht in den letzt-vergangnen Monaten mit etwas mehr Energie zu Werke gingen, besonders aber, daß die Expedition des Viceköniges nicht früher unternommen wurde. Denn die Haupt-Maßregel, worauf die contrahirende Höfe sich stützen, ist die Aufstellung einer combinirten Flotte im Archipelagus, welche die Communication zwischen Egypten und Griechenland, oder, wie es in dem Artikel des Traktats (in so fern derselbe nicht zuletzt noch modifizirt worden ist) heißt "zwischen T ü r k e n und G r i e c h e n" sperren soll, ohne jedoch (setzten die weisen Verfasser des Traktats hinzu) "sich irgend eine Feindseligkeit gegen // einen oder den andern Theil zu erlauben." Die Ungereimtheit dieser ganzen Clausel ist nun zwar einleuchtend genug; ich besorge aber sehr, daß Mehmed Ali, den ich aus Ihren treffenden Schilderungen vollkommen kennen gelernt habe, auf die erste Nachricht von einem solchen Beschluß der Mächte, seine Expedition aufgeben, und sich zurück ziehen wird. Ich erwarte mit großem Verlangen Ihre nächsten Berichte, und wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles, was Ihre Zufriedenheit begründen und vermehren kan. Ihr sehr ergebner Gentz. H: HHStA, Wien. Staatskanzlei, Interiora, Fasz. 78 (alt 95), Relicta Schlitter, Bl. 18-19v. x Bl., F: ; 3 ¾ eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 35-36.