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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 1. Januar 1831, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 1-2 1831

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3411
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date1. Januar 1831
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 1-2
Size/Extent of item3 eighd. beschr. Seiten
IncipitEs thut mir leid, lieber Freund
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 1. Januar 1831 Es thut mir leid, lieber Freund, daß die ersten Worte, die ich Ihnen in diesem Jahre sage, einen Vorwurf enthalten müßen; aber die Besorgniß, die Sie äußern, ist in der That strafbar. Was, in aller Welt, konnte Sie an eine Veränderung meiner Gesinung auch nur denken laßen ? Daß wir uns weniger sehen davon liegen die bekannten Gründe in unsern b e y d e r s e i t i g e n Her-zens-Verhältnissen, aber - zeigen Sie mir den Mann der mir lieber wäre als Sie ! Was meine Zukunft betrift, so läßt sie sich auf eine ziemlich einfache Formel reduziren. In dem Gemählde der Welt steht für mich // auf der einen Seite - eine Masse täglichen Grams über den Verfall aller Dinge, vereitelter Bestrebungen, schwerer Sorgen, finstrer Ahndungen, kurz nicht ein einziger Punkt, auf welchen ich nicht mit einer Art von Grauen, oder mit geheimer Angst mein Auge richtete, und im Hintergrunde der Tod ! - auf der andern Seite: Fanny, und einige wenige Freunde ! Ob diese hellen Sterne jene finstre Masse überstrahlen, oder, von ihr verdunkelt und erdrückt, erlöschen werden, davon allein hängt nun Licht und Schatten, Glück oder Verzweiflung, in der mir noch übrigen Lebenszeit ab. Die heitern Stunden, die Sie mir verkündigen, werden mir in jedem Falle sparsam zugemessen seyn. // Ihnen hingegen, Mein Theuerster, ist noch ein weites Feld offen, und meine zärtlichsten Wünsche werden Sie auf demselben überall begleiten. Ich mache Ihnen ein für allemal zur Pflicht, mich nie wieder mit Zweifeln an dem stets gleichen, lebendigen Interesse, welches S i e mir einflößen, zu quälen. Wenn ich so glücklich wäre, Ihre Irene zu kennen, würde ich diese feyerlich auffordern, jeden Gedanken dieser Art aus Ihrer Seele zu verbannen; ich würde sie dafür verantwortlich machen. Was wollen Sie mehr ? Ich muß sie, eine halbe Stunde wenigstens, sehen. Ich bleibe bis halb 6 Uhr zu Hause. Wenn Sie bis dahin nicht zu mir kommen können, so gehen Sie wenigstens morgen, vor 11 Uhr in das bewußte Cabinet, wo Sie mich von 10 Uhr an finden. Gentz H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, , Bl. 1-2. x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten.D: bisher ungedruckt.