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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 20. April 1832, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 198-199v 1832

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id3289
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date20. April 1832
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 198-199v
Size/Extent of item3 ¾ eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, II, 112-113 (tlw.)
IncipitIrene hat das traurige Geschäft
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 20. April 1832 Irene hat das traurige Geschäft übernommen, Ihnen, Mein Theurer Freund, die Ursach meines langen Stillschweigens zu erklären. Ich selbst vermag es nicht; ich müßte in eine Schilderung meines fatalen Zustandes eingehen, die diesen, so fern er im Gemüth liegt, nur verschlimmern könnte; denn je mehr man bey gewissen Uebeln verweilt, je mehr man davon spricht, desto tiefer graben sie sich in ihren eignen Boden. Noch halte ich, Gottlob, keinesweges für unmöglich daß mir in einigen Wochen ganz anders zu Muthe sey, als heute. Ich habe gestern eine ganz neue Cur angefangen, welche die bessre Jahreszeit vielleicht begünstigen wird. // Weit entfernt, die Correspondenz auch von Ihrer Seite einschlafen zu laßen, sollten Sie mir jetzt, so viel und oft, als es Ihnen nur irgend möglich ist, schreiben. Der Abgang mündlicher Unterhaltung mit Ihnen ist die schmerzhafteste Privation an der ich jetzt leide. Ich habe nicht nötig Ihnen zu sagen, daß sie mir durch n i c h t s vergütet werden kan; und, obgleich Briefe, zumahl solche in denen man nicht ganz frey sprechen darf, auch nur ein matter Ersatz sind, so behalten doch die Ihrigen immer noch einen großen Reitz, und einen großen Werth für mich. Was sich in Ihren Briefen auf die öffentlichen Angelegenheiten bezieht, habe ich jederzeit dem // Fürsten getreulich und regelmäßig mitgetheilt, und werde es ferner thun. Ich habe aus den letzten theils Türkischen, theils Aegyptischen Berichten einige Auszüge machen laßen, die ich Ihnen hier übersende, weil Sie an der Entwicklung dieser Tragödie gewiß fortdauernd Antheil nehmen. Fanny dankt für Ihr Andenken; sie ist und bleibt meine größte Wohlthäterin; sie behandelt meine Krankheit, die freylich auch nicht alle Tage dieselbe Farben hat, mit ihrer gewohnten, unzerstörbaren, etwas leichtsinnigen Heiterkeit, und sucht mich zu überzeugen, daß ich sie mir schwerer denke, als sie ist. // Eine bessre Hülfe konnte sie mir nie leisten. - Wie sie übrigens auf dem Theater glänzt, mögen Sie aus dem beyliegenden Artikel sehen, den das Publicum einstimmig sanctionirt. Leben Sie wohl, Mein Theuerster ! Wenn ich so viel Zeit, besonders aber so viel Muth und Lust hätte, Ihnen zu schreiben, als ich Stoff dazu besäße - mich dünkt, ich würde acht Tage damit ausfüllen können. Bleiben Sie mir nur gut !Gentz H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, , Bl. 198-199v. x Bl., F: ; 3 ¾ eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, II, 112-113 (tlw.).