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Schlesier, Gustav ; Prokesch-Osten, Anton von
Gustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten, Stuttgart, 25. Februar 1841, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 26-27v 1841

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2849
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Schlesier, Gustav
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationStuttgart
Date25. Februar 1841
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 26-27v
Size/Extent of item3 ¾ eighd. beschr. Seiten
IncipitEw. Excellenz Schreiben vom 28sten Jänner hab' ich erhalten
Type of letterBriefe Dritter
Digital item: TextGustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten Stuttgart, 25. Februar 1841 Stuttgart, den 25. Februar 1841. Ew. Excellenz Schreiben vom 28sten Jänner hab' ich erhalten, und gehe mit schwerem Herzen daran, es heute zu erwiedern. Vor allen Dingen will ich jedoch zweierlei vorausschicken: erstlich, daß das Journal von 1806, unversehrt und in seiner alten Capsel, Ihrem Verlangen gemäß von mir zurückgegeben und an den Herrn Hofrath von Kiesewetter nach Wien gesendet wurde; zweitens, daß ich in Betreff Ihrer bei Hallberger erscheinenden Schriften gar nichts habe thun können, weil Sie mir vorher nie einen Auftrag gegeben hatten die Sache in Ihrem Namen rückgängig zu machen, vielmehr Sie inzwischen meinen Brief vom 3. Februar erhalten haben werden, in welchem ich Ew. Excellenz meldete, daß Hallberger die ihm übersendeten Manuskripte wirklich druckt und der Druck derselben wenigstens zur Hälfte schon beendigt ist. Ich glaube nicht, daß es, wie die Sache einmal liegt, Ihr Ernst sei, das alles zu contremandiren, am allerwenigsten aber, daß ich berechtigt war, vor einer bestimmteren Instruktion solch' einen Schritt in der Sache zu thun; und hoffe sogar, daß Sie diese Angelegenheit, wie sie nun einmal steht, Ihrem Laufe überlassen werden. Gleicher Hoffnung, daß Sie gutheißen wollen, was nun einmal unabänderliche Thatsache ist, muß ich mich besonders in meiner eignen Angelegenheit vertrauensvoll hingeben. Der D r u c k des zurückgeforderten Manuskriptes war nicht mehr zu retraitiren. Ich rede gar nicht allein von den Unkosten, die Ihnen erwachsen wären, um Hallberger's Ansprüche für Satz, Papier und sonstiges lucrum cessans zu befriedigen - sondern bitte Ew. Excellenz zugleich zu bedenken, daß meine ganze Vorarbeit zu der französischen Sammlung so gut wie geschlossen war, daß vom Journal selbst n u r w e n i g e S e i t e n n o c h z u s e t z e n waren, daß ich den ganzen Contrakt mit dem Verleger hätte umstoßen müssen, da das betreffende Stück darin eigens aufgenommen war, daß ich den Werth dieses Stückes mit den in meinem Besitz befindlichen un//bedeutenderen Materialien gar nicht zu ersetzen gewußt und die Sammlung jedenfalls ihr Interesse um einen großen Theil eingebüßt hätte. Wenn Sie das alles erwägen, so glaube ich, daß Sie, die mir außerdem aufgebürdete Last gar nicht einmal gerechnet, den Entschluß der Sache ihren Lauf zu lassen, nicht verurtheilen werden. Wüßten Sie, hochverehrtester Gönner, was für ein Menschenkind dieser Hallberger ist, Sie würden auch deshalb von jedem Versuch die Sache zu ändern von vorn herein abgestanden sein. Wenn Sie mit diesem Mann irgendwie fernere Verbindung pflegen wollen, so lassen Sie <sich> ja alles schwarz auf weiß geben; denn auf irgend eine n o b l e Connivenz muß man sich bei ihm niemals Rechnung machen. Nach alle dem, fürchte ich nicht, daß Sie mir wegen meines Verhaltens in dieser Angelegenheit zürnen möchten. Tag und Nacht beschäftigte mich der Brief, der mit so freundlicher Stimme das Opfer begehrte. Ihnen wäre ich gewiß schuldig gewesen, was nur möglich, zu leisten. Ihnen allein, ohne alle Rücksicht auf die Meinung des Fürsten über mich und das Unternehmen, obwohl auch diese, wie ich nicht erst versichern mag, den höchsten Werth für mich haben muß. Allein, mein Gewissen ist rein vor Ihnen; ich weiß, daß Sie, alles in Betracht gezogen, an meiner Stelle ebenso entschieden haben würden, wenn überhaupt eine eigentliche Entscheidung hier noch möglich war. Aus allem schließe ich, daß es von irgend einer Seite eine unangenehme Einsprache gegeben hat. Das thut mir um Ew. Excellenz willen, und insofern es Sie berühren kann, herzlichst leid. Dennoch vertraue ich meinem Gefühl, das mir sagt, es könne und werde mit dem, was Sie dabei gewagt haben, doch gewiß keine ernstliche Unannehmlichkeit verbunden, und [insbesondere] durch die Publikation des Journals insbesondere, nichts der Art zu befürchten sein. Diese Arbeit gerade ist ja im Wesentlichen schon überall verbreitet, ja in deutscher Sprache verbreitet; in Oestereich selbst kann es nicht den geringsten Anstoß finden. Ich habe im vorigen Jahre mehrere Stücke aus späterer Zeit vorläufig bei Seit gelegt; weil ich dachte, es können gerade Dieses // oder Jenes über die Quelle stutzig machen; während so etwas bei dem in Rede stehenden Werk gar nicht der Fall sein kann, da man weiß, daß dieses in mehrfachen Abschriften in Besitz von Privaten gekommen war, und sich in England, und selbst Rußland, vorfindet. Da nun das Original jetzt wieder in Wien ist, wo es vielleicht diesem oder jenem bekannt war, da von mir in keinem Fall zugestanden werden wird, daß ich das zum Druck benutzte Exemplar von Ihnen empfing, da ich ferner aus dem Avant-propos des Bandes selbst die Angabe entfernte, daß ich das Werk nach dem e i g e n h ä n d i g e n Manuskript von Gentz mittheilte, und überhaupt jede Andeutung vermieden habe, die Ew. Excellenz irgend compromittiren könnte, so will ich auch nicht zweifeln, daß die düstere Wolke vorüberziehen wird, Sie durch mein Verhalten nicht verletzt werden, und selbst der Fürst, dem ich ja eben erst, bei Übersendung der letzten Bände, meine Gesinnungen wiederholt ausgedrückt habe, über das Faktum ohne jede Irritation gnädig hinwegsehen wird. Ich war sehr beglückt durch die Worte, mit denen Sie sich in Bezug auf eben diese neuesten Theile des Gentz geäußert haben. Ich wende alle Liebe und Zeit darauf, und hoffe, daß die französische Sammlung, die eben nur eine geschlossene Reihe Stücke von 1804-12 bringt und dadurch ein schönes, im Augenblick doppelt willkommenes Ganze bildet, Ihnen wirklich Freude machen soll. So schnell als möglich sende ich Ihnen das Exemplar, auf direktem Wege. Über die hundert Gulden rheinisch, die Hallberger von mir für Ew. Excellenz in Händen hat, bitte ich dieselben ja zu verfügen. Sie gehören Ihnen, und ich bin sehr dankbar, um diesen Preis einen Gebrauch vom Journal gemacht haben zu dürfen; während mir durch die fernerweite Zahlung wirklich fast eine Last auf den Schultern gelegen hätte, die ich gern misse, so sehr ich außerdem wohl über den Besitz einer so kostbaren Reliquie unsers verewigten Freundes erfreut sein mochte, die ich damit zurückgab. // Ich habe Ew. Excellenz alles aufrichtig dargelegt, und bitte um freundliches Gehör und um unveränderte Gesinnungen für mich. Der Name Gentz wird, Dank sei es Ihrem Zutrauen zu dem Unternehmen, nicht wieder von seiner Stelle gedrängt werden, von der ihn das hochmüthige Getrieb des Tages schon verwiesen meinte. Wir haben sein Andenken in weiten Kreisen aufgefrischt. Die letzten Theile sind von verschiedensten Seiten mit lebhaftem Beifall begrüßt worden und finden täglich Anerkennung. Was ich jetzt hinzufüge, rundet die Unternehmung immer solider ab und trägt den Ruhm des Verfassers weit über die Gränzen unseres Sprachgebiets. Möge Ihre Zuneigung, möge des Fürsten Meinung sich nie davon abwenden, sondern erhalten Sie mir ein Wohlwollen, für das für alle Zukunft in tiefster Dankbarkeit verpflichtet bleiben wird Ew. Excellenz ganz gehorsamster G. Schlesier. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton, 26-27v. x Bl., F: ; 3 ¾ eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.