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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 18. März 1829, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 59-60v 1829

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2705
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date18. März 1829
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 59-60v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 250-252
IncipitSie können Sich leicht denken
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 18. März 1829 Wien den 18 März 1829. Sie können Sich leicht denken, Mein Hochgeschätzter Freund, wie sehr Ihre vortreflichen Berichte über die Expedition nach Aegina mich interessirt haben. Ich fand an diesem rühmlichen Ereigniß nur ein einziges zu tadeln - nehmlich den Schluß-Akt. Eine genugthuende Erklärung waren Sie allerdings den Griechen schuldig; aber nie hätte ich solche in den von Ihnen gewählten Ausdrücken abgefaßt. Ich bin auch nicht der einzige gewesen, der daran Anstoß genommen hat; dennoch werden Sie in dem Artikel des Beobachters bemerken, daß ich die Erklärung so gut, als ich nur irgend konnte, zu rechtfertigen gesucht habe. Ich darf mir kaum schmeicheln, der erste zu seyn, von dem Sie erfahren, daß der Kayser dem Grafen Dandolo Generals-Rang, und Ihnen den Leopolds-Orden verliehen hat. Mag ich aber der erste oder der letzte seyn, // gewiß ist, daß Niemand sich über diese Neuigkeit mehr freuen kan als ich. Ihr Schreiben vom 2ten v. M. trägt noch den Abglanz des Vergnügens, welches das Protokoll vom 16 November Ihnen verursacht zu haben scheint. Was würden Sie erst sagen, wenn Sie die Reihe vortreflicher Depeschen lesen sollten welche das Englische Ministerium im Laufe des Dezembers an Stratford Canning erließ ! - Aber das alles ist zu Wasser geworden. Russen und Franzosen haben sich in ausschweifenden, sinnlosen Bedingungen (eine M o n a r c h i s c h e R e g i e r u n g für Griechenland, und Erweiterung der Gränzen bis an die Thermopylen und Prevesa !!) vereinigt, die nicht nur mit dem Protokoll vom 16 November, sondern selbst mit dem Traktat vom 6 July im grellsten Widerspruch <stehen>. Noch wißen wir nicht, wohin die Conferenzen in London führen werden; nach den letzten Briefen vom 5ten standen sie g a n z s t i l l; und Matuschiewitz, der wahrscheinlich keine andre Bestimmung hatte, als eine Unterhandlung mit der // Pforte zu hintertreiben, geht spatzieren an der Themse. Wir fürchten aber, daß das Englische Ministerium, von der fast beyspiellosen Crisis, welche die Katholiken-Frage über England zusammen gezogen hat, betäubt und ermüdet, seine bessern Wünsche den Russischen und Französischen Umtrieben Preis geben, und daß die Sendung der Bevollmächtigten nach Constantinopel entweder unterbleiben, oder ihren Zweck verfehlen wird.An Frieden mit Rußland ist gar nicht zu denken. Wie der zweyte Feldzug ausfallen wird, vermag wohl kein Sterblicher zu berechnen. Ich weiß <nicht>, was ich darum geben würde, wenn S i e nur 4 oder 6 Wochen das Land zwischen dem Balkan und der Donau bereisen könnten. Denn, ob wir gleich von dem was bey den Russen vorgeht, ziemlich gut unterrichtet sind, so befinden wir uns doch in der lamentabelsten Unwissenheit über den materiellen und moralischen Zustand der T ü r k i s c h e n Armee, und kennen weder die Zahl, noch die Stellungen, noch die Nahmen oder Fähigkeiten der Befehlshaber, noch irgend ein Datum zu einem vernünftigen Urteil. // Ihr letztes Schreiben an Armbruster ist mir mitgetheilt worden. Seyn Sie fest versichert, daß es weder an mir, noch an der Censur liegen soll, wenn alles, was Sie über Egypten zu Tage fördern wollen, und überhaupt alles was Sie schreiben, nicht aufs schleunigste ans Licht tritt. Ich kenne Armbruster nicht, und noch weniger Ihre Verhältnisse mit ihm. Ich rathe Ihnen aber, ja nicht zu bescheiden und demüthig zu seyn. Ihr N a h m e ist heute schon so angesehen, daß kein Buchhändler der irgend eine Schrift von Ihnen verlegt, eine schlechte Speculation machen kan. Gott schenke Ihnen gute Gesundheit; und, wenn Sie nur von dieser Seite gedeckt sind, so erlaube ich Ihnen keine melancholische Stimung mehr, wie ich sie, mit Leidwesen, noch oft in Ihren Briefen bemerke. Ihr treu-ergebner Diener Gentz. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, , Bl. 59-6ov. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 250-252.