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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 13./14. November 1831, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 116-117 1831

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2423
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date13./14. November 1831
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 116-117
Size/Extent of item3 eighd. beschr. Seiten
IncipitIch habe einen schweren, einen
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 13./14. November 1831 Sonntag 13 Nov. Abends. Ich habe einen schweren, einen Herz-zerreißenden Abschied von Fanny genommen. Welch ein abgeschmacktes Ding das Leben ist ! Ein unbekanntes Etwas, das man Schicksal nennt, führt uns fast ohne unser Zuthun, die größten Glückseligkeiten zu, und stellt sie auf Strohhalme, so daß das leiseste Abendlüftchen sie verwehen kan ! - Eine dreymonatliche Trennung ist freylich noch lange nicht der Tod, hat aber viel Aehnlichkeit damit. Denn der Tod - an und für sich eine reine Negation also das absolute Nichts - hat gewiß nichts bittreres, als die letzte // Umarmung des Wesens, in welchem sich unser Leben concentrirte; und das Gefühl welches einen l a n g e n Abschied begleitet, hat wirklich viel von der Bitterkeit eines l e t z t e n. Sie wissen, lieber Freund, wie sehr ich in dem mir bevorstehenden Zeitpunkt auf Sie rechne. Sie sind heute der einzige Mensch auf Erden, mit welchem ich mich d u r c h a u s verstehe, der alle meine starken und schwachen Seiten kennt, mit allen meinen Gedanken vertraut ist, und meinen besten Gefühlen Gerechtigkeit angedeihen // läßt. Sie haben freylich nähere und heiligere Verbindlichkeiten; doch werden Sie immer Stunden finden, die Sie mir schenken können; und für die Wohlthat, die Sie mir dadurch erzeigen, wird ein Herz, wie das Ihrige, der Vergeltung nicht entbehren Gentz M o n t a g F r ü h Ich bekam vor Tage einen rührenden Zettel von ihr, und blieb eine Stunde lang im Bette um ungestört zu weinen. Das war gut. Sie schreibt mir, ich soll Sie herzlich grüßen, und tröstet sich und mich mit dem Glauben, daß es k e i n l e t z t e s g i e b t. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, Bl. 116-117. x Bl., F: ; 3 eighd. beschr. Seiten.D: bisher ungedruckt.